B-17 bei Altenherfen

 


B-17 Motor bei Altenherfen

 

Als ein viermotoriger amerikanischer Flieger abstürzte (B17).

Wahrscheinlich am 22. Februar 1944 hatten amerikanische Bomber einen Großangriff auf einen süddeutschen Bereich (wahrscheinlich Schweinfurt] geflogen.

Ohne die Bombenlast waren sie auf dem Rückflug. Sie flogen in Pulks zu je 12 Maschinen, alle B17 Bomber mit je 10 Mann Besatzung, sog. Fliegende Festungen (Aying fortress). Wir standen alle draußen und schauten dem Rückflug von hunderten Bombern zu, wur­den jedoch durch das Dröhnen  der schweren Flugzeugmotoren mit Angst erfüllt. Der Boden zitterte.

Dann geschah etwas für uns Unvergessliches. Ein deutsches Jagdflugzeug kam blitzschnell  an einen Pulk heran, schoss einen der Bomber heraus und verschwand wieder blitzschnell. Die angeschossene/abgeschossene Maschine löste sich aus dem Verband und begann zu trudeln. Sie verlor zusehends an Höhe und konnte nicht mehr die Fahrtrichtung halten. Dann kam ein schnelles Ende: der Absturz.

Nur konnten wir von hier aus nicht erkennen, wo der Absturz erfolgt war, jedenfalls in westlicher Richtung. Wir konnten auch nicht sehen, wie Besatzungsmitglieder mit dem Fallschirm absprangen. Es sind 8 gewesen, denn nur 2 lagen tot bei den Trümmern des Flugzeugs.

Am nächsten Tag liefen wir, Peter Lutz und ich,  nach der Schule in Eitorf los, um den abgestürzten Bomber zu sehen.

Denn mittlerweile war der Ort des Absturzes bekannt: Niederrieferath. Natürlich kamen wir zu dem Platz - dicht hinter einem Bauernhaus. Reste brannten noch, im Heck konnte man einen Toten erkennen, und neben dem Rumpf lag ein Toter, dessen Bild ich nie vergessen werde: hünenhafter Soldat (wahrscheinlich ein Offizier), Stierkopf auf der Brust der Ledermontur, schöne Goldringe an der Hand.

Die 2 Toten wurden in Herchen begraben, aber später nach Amerika heimgeholt.

Nachdem wir alles genau besehen hatten, mussten wir uns auf den Heimweg machen. Das muss man sich heute mal vorstellen: 13 Jahre, zu Fuß von Eitorf  nach Rieferath und dann nach Dattenfeld. Und unsere Mütter? Es war doch Krieg!

Nachtrag:

Der deutsche Jagdflieger war ein Oberleutnant König, der bald nach dem besagten Angriff selbst verwundet wurde und im Krankenhaus Siegburg lag,  später jedoch ist auch er gefallen .

Autor:  Karl Ludwig Raab

Quelle: Ersfeld, Eitorf, Willi Schröder, Dattenfeld was so einst war.