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Fischfang, Salme in der Sieg, Anno 1865

 

 

Zeichnung: Lachs (Salm)

die Lachszucht an der Sieg




Setzkescher an der Sieg



F
ischer mit Setzkescher an der Sieg

 


Kinder mit Setzkescher an der Sieg

 

 


Kinder beim fischen auf der Sieg

 

 

 



Foto: Fischereirechte in Röcklingen ab 1831

 



Foto: Angelverordnung Röcklingen 1896



Am 17. Okt. 1896 richtet der Regierungspräsident in Köln an Herrn Karl Fr. Kuchheuser in Röcklingen folgendes Schreiben:
"Auf den Antrag vom 20. Sept. ds. Js. will ich auf Grund des §3 No. 3 der Allerhöchsten Verordnung vom 23. Juli 1886, betreffend die Ausführung des Fischereigesetzes in der Rheinprovinz, vorbehältlich jederzeitigen Wiederrufs die nur für ihre Person und ihren Sohn Albert gültige Erlaubniß ertheilen, in Ihrer Sieg-Fischerei d.i. von der früheren Herchener Mühle -oberhalb Herchen - bis zum Kaltbach während der diesjährigen Winterschonzeit, jedocj erst vom 15. November ab bis 14. Dezember d. Js. einschl. ausgenommen, die wöchentliche Schonzeit, die Lachsfischerei auszuüben. Ich mach zur Bedingung, daß den laichreifen Lachsen der Laich entnommen  und zwecks künstlicher Ausbrütung an die Anatomie in Poppelsdorf abgeliefert wird. 




Foto: Strafbefehl in Röcklingen wegen unbefugter Fischerei 1876

 




Wappen der Familie Salm-Salm




Reich an Fischen ist die Sieg. Seit der Zeit, dass wir Kunde haben von den Anwohnern des Flusses, beanspruchten die Kaiser als Regale, dann die Geistlichkeit und der Adel auch das Gerechtsam der Fischerei, als eines ihrer bedeutsamsten Privilegien. Schon im Monate März melden sich die ersten Zugfische, namentlich die Makreele (Sc. scomber) und die Gusshechte (Esox lucius). Aus dem fernen Meere kommend, ziehen sie rheinaufwärts und suchen, in dichte Schaaren die Sieg hinaufschwimmend, die seichten Stellen, um hier zu laichen. Die Makrele ist kennbar durch die vielen weissen Pöckchen auf dem Kopfe. Es fängt jetzt die Thätigkeit der Fischer an, da der Fischfang von der Regierung verpachtet ist. Nach den Makreelen kommen im Mai die Alsen (Culpea alosa), welche man am Niederrhein, nach der Zeit ihres Erscheinens, Maifische nennt. Ihr Fang ist oft sehr ergiebig, oft unglaublich die Menge der Fische, die sich den Fluss hinaufdrängen. Ein Fischerei-Pächter in Mondorf machte in einem Jahre allein durch den Alsenfang 2100 Thlr. Gefangen werden diese Fische mit Streichnetzen, die Hechte jedoch auch mit Speeren und Schlingen.

 

Zeichnung: Barsch


Am einträglichsten war früher der Salmen- oder Lachsfang. Der Lachs (Salmo solar) geht Ende Juli und Anfang August aus dem Meere rheinaufwärts und sucht die Nebenflüsse, um zu laichen.

Bei hohem Wasserstande steigen viele Lachse die Sieg hinauf, deren Fang die Fischer besonders beschäftigt, da derselbe am lohnendsten. Die Fische schnellen beim Steigen über kleine Hindernisse, indem sie den Schwanz bis zum Maule krümmen, und dann mit Kraft ihre horizontale Stellung einzunehmen suchen, sich eine springende Bewegung geben. Hat man doch den lateinischen Namen: Salmo von dem Zeitwort: salire, springen, herleiten wollen, so dass salmo nichts Anderes als der Springer bedeutet.

Man hat bei Siegburg und am Einfluss der Agger, wo die Sieg nicht mehr schiffbar ist, grosse Deiche in den Fluss gebaut, so dass das Wasser 5 oder 6 Fuss tief fällt, und die Fische natürlich nicht über diese Wehre hinweg kommen können. Auch den Übergang versuchen sie, werden aber vor den Deichen durch Hebegarne, „Blitze“ genannt, in Menge gefangen, da sie sich hier zusammendrängen.

Viele werden aber auch die Beute der Schleif- oder Streichnetze der Fischer.

Eine grosse Unterhaltung gewährt das Speerfischen, auf welches sich besonders die Fischereifrevler verlegen. Zur Laichzeit graben sich die Lachse in den Furten und an seichten Stellen des Flusses Vertiefungen, um in denselben ihre Laiche abzulegen. Seinem Naturtriebe folgend, ahnt der Fisch, gleichsam taub und blind, den auf ihn lauernden Jäger nicht, dessen Faust mit der grössten Sicherheit die an einer langen Stange befestigte dreizinkige Harpune schleudert und fast nie seine Beute verfehlt. Auch die Stille der Nacht wird zum Speerfischen benutzt. Grosse Strohfackeln erleuchten die Ufer des Flusses, dessen Furten mit Steinen verlegt sind, über welche der steigende Lachs schnellen will, um in demselben Augenblicke das Opfer des Speerfischers zu werden. Es kommen im Siegflusse bis zu 30 Pfund schwere Lachse vor. In der letzten Zeit hat der Lachsfang in der Sieg und in den anderen Nebenflüssen des Rheins jedoch bedeutend abgenommen, weil in Holland am Ausfluss der Rheinarme zu Viele weggefangen werden, wenn sie das Meer verlassen um flussaufwärts zu steigen.


Zeichnung: Hecht

Als Salmling, Säbling oder Schwarzreiterlein steuert später der junge Lachs, ein Leckerbissen für Feinschmecker, siegabwärts, um mit dem Rheine, seinem eigentlichen natürlichen Aufenthaltsorte, dem Meere zuzuschwimmen, und, ausgewachsen, entgeht er den tausenden ihm in seinem Elemente drohenden Gefahren, wer weiss, auch einmal die Sommer-Rheinfahrt zu wagen.

Der Kölner-Fischerei-Verein sandte im Jahre 1903 an alle Fischereiberechtigten die folgenden Bestimmungen zum Lachsfang an der Sieg:
u.a. Die Schonzeit für den Betrieb der Fischerei in der Sieg und deren Zuflüssen ist durch die Verordnung vom 3. Mai 1897 §3 Nr. 3, außer vom Samstag Abend 6 Uhr bis Sonntag Abend 6 Uhr, auf die Zeit vom 15. Okt. morgens 6 Uhr bis 14.Dezember abends 6 Uhrfestgesetzt. Seitens der Königlichen Regierung in Cöln werden jedoch für diese Zeit zum Fang der Lachse besondere Erlaubnisscheine ausgestellt mit der Bedingung, daß die gefangenen Tiere bis zur Laichreife aufbewahrt und daß die befruchteten Eier abgeliefert werden. Der zum Fang berechtigte muß zu dem Zweck 2 Fischkasten von mindestens 1,50 m Länge, 0,60 m Breite und 0,50 m Tiefe bereit halten. In den Kasten werden Männchen und Weibchen getrennt untergebracht.
Wegen Aufbewahrung und Ablaichung der Lachse hat der Fischereiberechtigte den Anordnungen des vom Kölner Fischschutzverein Beaufragten zu fügen. Für die Zeit vom 4. Nov. bis 15. Dez. stellt der Fischschutzverein 3 Jäger als ständige Aufsichtsbeamte; außerdem läßt derselbe noch durch besonders Beauftragte die Aufsicht ausüben. außerdem lät derselbe noch durch besonders Beauftragte die Aufsicht ausüben. Die Anweisung für die Jäger ist, wie auch die Angabe ihrer Wohnung, beigefügt. Für das Laichgeschäft liefert der Kölner Fischutzverein den Beteiligten emaillirte Eimer von ungefähr 15 L. Inhalt zur Aufnahme von 40.000 Lachseiern, 1 emaillirtes Schöpfgefäß von ungefähr 1 l. Inhalt. 1/2 Dutzend Gänsefedern zum Anrühren der Eier, 1 Zwinge zur Entfernung der Fremdkörper oder schadhafter Eier und Handtücher.
Das Laichgeschäft vollzieht sich wie folgt: Die vom Fischschutzverein zu dem gelieferten Gegenstände sind bereitzustellen; Eimer und Schöpfgerät werden mit klarem Bachwasser gespült und getrocknet.; Zwinge und Gänsefedern werden abgeputzt. Zum Abstreifen selbst sind 3 Mann notwendig. Zuerst kommt der weibliche Lachs an die Reihe. Einer hält den Kopf mittels eines hinter die Kiemen geschlungenes Handtuches fest, ein zweiter wickelt den Schwanz mit einem Handtuche fest ein. Der ganz Fisch wird dann so über den Eimer gehalten, daß die Eier gegen die Wandung fließen müssen.
Das Absteichen besorgt der 3. Mann indem er mit der Hand zwischen Daumen und Handfläche leise langsam vom Kopf unter dem Bauche nach Geschlechtsöffnung hinstreicht. 2 bis 3 Weibchen können hintereinander in 5 Minuten abgestrichen werden. Zur Befruchtung der gewonnenen Eier genügt in der Regel die Milch eines Männchens, bei einer größerern Zahl Eier ist es praktisch, zwei Männchen zur Befruchtung zu nehmen. Die Milch des Männchens, welches in ähnlicher Weise behandelt wird wie das Weibchen, spritzt in weißem Strahle über die Eier. Mehrere solcher Strahlen genügen. Zwischen dem Ablaichen der Weibchen und der Befruchtung durch das Männchen, darf nur wenig Zeit liegen.
Sofort nach dem Aufspritzen der Milch rührt man die Eier mit dem Federkiele sorgfältig um bis alle Eier von der Milch umflossen sind. Alsdann füllt man das Schöpfgefäß mit klarem Bachwasser, gießt 1 bis 2 Liter davon langsam zu und rührt mehrere Male um. Nach einer abermaligen Pause von 5 Minuten kann man jetzt soviel Bachwasser langsam zugießen, daß der Eimer überläuft. Der Kölner Fischschutz-Verein.




Zeichnung: Eisvogel

 

Foto: Eisvogel

 

Für den Freund des Fischfangs sattsame Gelelegenheit, seine Lust zu büssen. Wir werden aber auf unserer Siegfahrt noch oft der Unterhaltungen gedenken müssen, welche die Sieg und ihre Nebenbäche namentlich dem Angler in so reichem Masse bieten.





Zeichnung: Reiher

 

 

 

Quelle: Dies ist ein Textausschnitt aus dem Buch „Das Siegthal“ von Ernst Weyden, zuerst erschienen im Jahr 1865. Das Buch ist nun wieder erhältlich, die Bilder sind Beispielbilder und i. d. R. nicht dem Buch entnommen.

 

 

Die Lachszucht, Anno 1905

 



1905, von F. G. Fischer, Generalsekretär des Deutschen Fischereivereins. Wenn in der guten allen Zeit in der Stadt oder auf dem Land an der Elbe sich Knecht oder Magd verdingte, trafen sie die Abmachung, daß ihnen nicht mehr als zweimal in der Woche Lachs vorgesetzt werden dürfe. So reich war in der Elbe und unsern deutschen Strömen überhaupt der Bestand dieser kostbaren Wanderfische.

Diese Zeiten haben sich geändert, die Schifffahrt und die Industrie haben dafür gesorgt, daß der Lachs auf seiner Wanderung vom Meer zum Oberlauf des Flusses, wo er seine Laichstellen hat, Hindernisse im Weg findet, die ihm das Aufsteigen schwerer machen, als es früher war. Auch die Laichstellen sind nicht mehr so günstig wie in alten Zeiten, so daß der herrliche, silbergepanzerte Fisch kaum noch die Möglichkeit hat, sich auf natürlichem Weg fortzupflanzen. Es hat natürlich nicht an Bestrebungen gefehlt, die Interessen der Fischerei wahrzunehmen Und Deutschlands kostbarsten Wanderfisch zu erhalten. Die Kunst hat eingegriffen, das zu ersetzen, was früher die Natur im ruhigen Kreislauf ihres Wirkens schuf.

Historischer Text

Dies ist ein historischer Text, welcher nicht geändert wurde, um seine Authentizität nicht zu gefährden. Bitte beachten Sie, dass z. B. technische, wissenschaftliche oder juristische Aussagen überholt sein können. Farbige Bilder sind i. d. R. Beispielbilder oder nachcolorierte Bilder, welche ursprünglich in schwarz/weiß vorlagen. Bei diesen Bildern kann nicht von einer historisch korrekten Farbechtheit ausgegangen werden. Darüber hinaus gibt der Artikel die Sprache seiner Zeit wieder, unabhängig davon, ob diese heute als politisch oder inhaltlich korrekt eingestuft würde. Lokalgeschichte.de gibt die Texte (zu denen auch die Bildunterschriften gehören) unverändert wieder. Das bedeutet jedoch nicht, dass die darin erklärten Aussagen oder Ausdruckweisen von Lokalgeschichte.de inhaltlich geteilt werden.

Man darf jetzt wohl sagen, daß es der künstlichen Fischzucht in vollem Maß gelungen ist, ihr Ziel zu erreichen. Internationale Verträge sind abgeschlossen, die festsetzen, daß z. B. dem Rheingebiet alljährlich eine bestimmte Menge künstlich gezüchteter Lachse zugeführt werde. Um von dem Umfang dieser Bestrebungen einen Begriff zu geben, möge erwähnt werden, daß die Menge der dem Rheingebiet alljährlich zugeführten künstlich erbrüteten Lachse über vier Millionen beträgt.

 

Aussetzen der Brut mit einem Schlauch

 

Das Verfahren, das hierbei eingeschlagen wird, ist folgendes: im Herbst von etwa Mitte Oktober an, manchmal auch später – das hängt von den Witterungs- und Wasserstandsverhältnissen ab – werden an geeigneten Stellen die aufsteigenden Lachse gefangen und, sind sie noch nicht laichreif, in dazu geeigneten großen, hölzernen im Wasser des Flusses liegenden Hältern, Männchen und Weibchen getrennt, bis zur Laichreife aufbewahrt. Dem weiblichen Fisch werden, wenn er laichreif geworden ist, die Eier abgestreift, diese befruchtet und die befruchteten Eier alsdann in Brutanstalten verteilt.

Aussetzen der Brut aus der Transportkanne

 

Nach mehreren Wochen, während welcher Zeit die infolge ungenügender Befruchtung etwa absterbenden Eier sorgfältig aus den Brutkästen entfernt werden, zeigen sich an den gut befruchteten Eiern zwei schwarze Pünktchen, die Augenpunkte des werdenden Fischchens. Nunmehr sind diese Eier versandfähig, sie können, in kleinen Rahmen (Abb.) auf beliebig weite Entfernungen verschickt werden, ohne daß sie Schaden leiden. Sie gelangen nun in jene Brutanstalten, die den betreffenden Aussetzungsstellen möglichst naheliegen, und werden in diesen Anstalten weiter erbrütet, bis nach wiederum mehreren Wochen – die Zeit richtet sich nach der Temperatur des Brutwassers – die Fischchen auszuschlüpfen beginnen. Diese kleinen Tierchen sind noch nicht in der Lage, sich selbst ihre Nahrung im Wasser zu suchen, sie nähren sich von dem ihnen noch anhaftenden Dottersack, der allmählich sich verliert. Ist dieser Dottersack beinah ganz aufgezehrt, dann ist das Fischchen reif, dem freien Wasser überantwortet zu werden: es finden nunmehr die Aussetzungen der so künstlich gezogenen Lachse in die dem Strom oder seinen Nebenflüssen zuwandernden Bäche statt. Besonders geeignet sind Forellenbäche, in denen das Fischchen reines Wasser und Untergrund von Kies und Steinen findet, unter denen es Nahrung und Schutz gegen die Strömung und gegen räuberische Genossen findet. Bei der Aussetzung handelt es sich noch darum, die Zahl jener jungen Lachse festzustellen, die in die Gewässer kommen. Da es sich, wie oben schon gesagt, hierbei um große Mengen handelt, die Tierchen klein, etwa 25 Millimeter lang sind, so ist es nicht möglich, durch einfache Zählung festzustellen, wie viel Lachse erzeugt sind und dem freien Wasser übergeben werden. Man hat verschiedene Methoden, die Zahl der erzielten Lachse zu ermitteln, man kann sie nach dem Rauminhalt, den sie einnehmen, und nach dem Gewicht zählen. Die letztere Methode dürfte weitaus die zuverlässigste sein, sie wird praktisch in folgender Weise gehandhabt: aus den verschiedenen Brutkästen der Fischzuchtanstalt nimmt jener, der mit der Abnahme dieser Lachsbrut beauftragt ist, Proben und zählt 200 Fischchen ab. Diese werden auf feiner Wage genau gewogen (Abb.), dieses Wiegen mehrmals wiederholt und so das Durchschnittsgewicht von 200 jungen Lachsen festgestellt. Dann werden die sämtlichen Bruttröge in ein großes Gefäß mit Wasser, das auf einer Dezimalwage steht und dessen Gewicht vorher festgestellt ist, entleert und die gesamte Menge der vorhandenen Brut genau gewogen. Auf diese Weise erhält man durch n einfaches Divisionserempel die Zahl der Fische, die in der Anstalt erbrütet sind, und die nunmehr zur Aussetzung kommen.

Zählen, messen und verpacken von Fischeiern

 

Diese kleinen Fische werden nun in großen Transportkannen (Abb.), deren Verschluß oben einen Behälter für Eis bildet, um das Wasser kühl zu halten, in der Weise verteilt, daß in jede Kanne etwa 5000 Stück Lachsbrut kommen. Die Kannen werden mittels Wagen zur Aussatzstelle, zum Bach, transportiert, wo zunächst durch Aufgießen von Bachwasser in die Kanne die Temperatur des Wassers in der Kanne jener des Bachwassers angenähert wird, um die jungen Lachse vor etwaigen Schädigungen infolge plötzlichen Temperaturwechsels zu bewahren. Dann wird ein unten am Boden der Kanne befindlicher kurzer Rohransatz geöffnet und die Kanne in den Bach gesetzt, so daß aus der Rohröffnung nun die Fische in den Bach gelangen können. Man bedient sich hierbei auch eines Schlauchs, dessen eines Ende auf den Grund gebracht wird, während das andere an der Kanne bleibt, so daß die Fische durch den Schlauch in den Bach gelangen können.

Füllen der Transporkannen



Inneres der Heidelberger Brutanstalt

Ist die Brut gesund und frisch, so sieht man, wie die kleinen rötlichen Fischchen ihrem Naturtrieb, den zu bestätigen sie bisher nie Gelegenheit hatten, folgend, sich gegen die Strömung des Wassers stellen und bald Unterschlupf unter Steinen finden. An einer Stelle, wo bei der Aussetzung Hunderte von Fischchen deutlich sichtbar schwammen, ist in wenigen Minuten keins mehr zu sehen, instinktiv haben sie sich dahin zurückgezogen, wo sie Schutz vor Feinden und Nahrung finden.

Wie die Eier ausgeliefert werden (Inneres der Heidelberger Brutanstalt)

Im Bach findet der junge Lachs reichliche Nahrung und wächst bis zum Herbst zu einem etwa 15 bis 20 Zentimeter langen Fisch heran. Teils im ersten Herbst seines Lebens, teils auch erst im zweiten folgt er seinem Naturtrieb und läßt sich von der Strömung, der er bis jetzt Widerstand geleistet hat, forttreiben vom Bach, seiner ersten Heimat, zum Fluß, vom Fluß zum Strom und in diesem Strom abwärts, bis er das Meer erreicht hat.

Hier wächst er heran, bis ihn die Zeit der Laichreife wieder in die Flüsse treibt und ihn bei seinem Aufsteigen den Menschen in die Hände führt, die sich seiner wieder bedienen, seine Art fortzupflanzen und zu erhalten. Der Lachs ist, wie man sieht, auch insofern ein dankbarer Fisch, als er, mit Ausnahme seiner ersten Jugendzeit, dem Süßwasser keine Nahrung entzieht, sondern diese dem Meer entnimmt. Man hat geglaubt, daß der Lachs an die Stelle stets zurückkehrt, an der er geboren sei, daß also ein im Rheingebiet herangewachsener Lachs aus der See, in die er abgewandert ist, wieder in den Rhein zurückkehre. Wenn auch diese Frage und manche andere noch nicht vollkommen geklärt erscheint, so darf man doch wohl annehmen, daß der Lachs auch andere Flußgebiete wieder aufsucht als jene, in denen er geboren ist.

 

Aussetzen von Lachsbrut unterhalb des Rheinfalls

 

Aus verschiedenen Gründen war es seit längeren Jahren nicht möglich, die Elbe so intensiv mit Lachsbrut zu versorgen, wie das wohl in früheren Jahren geschehen ist. Man sollte also meinen, daß gegen früher der Lachsbestand und der Lachsfang der Elbe zurückgegangen sein müßten; das ist jedoch nicht der Fall; wir sehen im Gegenteil, daß gerade in den letzten Jahren der Lachsbestand in der Elbe sich sehr gehoben hat, daß die Fischer des Elbegebiets ihn als ihren dankbarsten Fisch bezeichnen. Eine Erklärung hierfür ist vielleicht darin zu sehen, daß, während man die Lachszucht im Elbegebiet vernachlässigen mußte, im Ems- und Wesergebiet besonders intensiv Aussetzungen von Lachsbrut stattgefunden haben. Der Lachsbestand im Wesergebiet hat sich nun trotz der starken Besetzung dieses Stroms nicht entsprechend gehoben, und man dürfte wohl die Annahme gelten lassen, daß von den in der Weser ausgesetzten, von dort zum Meer gelangten Lachsen der größte Teil, veranlaßt durch gewisse Verhältnisse – vielleicht durch Strömungen – nicht der heimatlichen Weser, sondern der Elbe zugewandert ist.

Noch gibt’s also Lachse, wenn auch nicht mehr in so reicher Zahl wie früher, in Deutschlands Strömen, und daß auch fernerhin der prächtigste Salmonide nicht aussterbe, dafür sorgt wie bisher, wo die Natur in ihrem Wirken behindert ist, die künstliche Fischzucht, die wir stolz eine deutsche Errungenschaft nennen dürfen.

 


Quelle:
Dieser Artikel erschien zuerst 1905 in Die Woche.
1905, von F. G. Fischer, Generalsekretär des Deutschen Fischereivereins.

Flößerei auf der Sieg - 1641 -

 

 

Flößerei auf der Sieg

 

Nun müssen wir noch einmal rund 250 Jahre zurückgehen, um noch kurz der Arbeit der Flößer auf unserem Siegfluß zu gedenken. Im Jahre 1715 heißt es in einem herzoflichen Berichte, daß "auf der Sieg zwar noch kleinere Schiffe gebraucht werden, womit das Holz den Rhein hinunter nach Cöln gbracht wird" und "um die Früchte des Landes in denen nah dabei gelegenen Städten Bonn und Cöln an mann" zu bringen. Auf der Auer, Schladerner und Dattenfelder Siegfluren (Schlenken genannt, halbmondförmig umflossene Talauen, s. Mauel und Krummauel) stapelte man das Holz auf und band die Stämme zu Flößen zusammen. Der außerordentliche Waldreichtum ließ um Dattenfeld, Hof, Imhausen und Opperzau die "Gesellschaft der Waldraiter(Holzfäller) und Flößer Ansehen gewinnen. Bereits 1641 berichtete ein Pfarrer von den Gefahren des Flößens siegabwärts bis zum 'syberger Teich' (Siegburg). 1852 wurde die letzte Floßfernfahrt bei Hochwasser bis Holland unternommen. Die Flößergesellschaften bestanden bis zum Jahr 1860; dürften aber ihre Tätigkeit nur im Frühjahr und Herbst bei großer Flut ausgeübt haben. Die Kirchenarchive von Dattenfeld und  Leuscheid bringen uns Beweise in dieser Richtung. Die dichten Wälder dieser Marken lieferten wervolles Nutzholz.
Noch vor 100 Jahren konnten die Waldraiter täglich bis zu 20 Silbergroschen verdienen, doch die Fuhrleute brachten es auf 2 Taler.  Der Dattenfelder Flößerzunft gehörten nachweislich auch Rosbacher, Etzbacher und Fürthener Burschen an. Der Hammer Pastor Müller schrieb 1641, also während des drangvollen Dreißigjährigen Krieges in seine Chronik: Auf Elisabeth (11.November) sind unsere Nachbarn mit flosen gefaren, des folgenden Donnerstag kömmt ein mächtig Windsturm und gibt starken Regen, welcher die Flößer auf den Syberger Teich verfolget. Die Flöer zerschlagen, daß etliche 14 Tag zubringen müssen, eh sie die Gehölze eines Teils zusammengebracht. Etliche sind 3 Wochen ausgeblieben..."
1666 lesen wir, daß "Goddert Bastian mit flotzen in 10 Tagen nit einheimisch ist" und 4 % der Dattenfelder Bevölkerung mit Flößerei beschäftigt seien.
"1667 ist ein so groß Geweßer geschehen, dessen bei menschlichem Leben nit gesehen. Undt hatten die im Ampf (Amt) Blankenberg wir auch allhier dies Ampft Windeck de Leuh von wegen Verdernus (Hunger) der Kinger (Kinder Eigen zu Brodt backen müssen". Aus den ausgedehnten Meilerrevieren werden auch Holzkohle auf Nachen siegabwärts verschickt. Durch strenges Verbot des Landesherrn durfte die kostspielige Fracht nicht ins Ausland ausgeführt werden.

Anm: Die ordnungsmäßige Behandlung der Pfarreiwaldungen war den zeitlichen Pfarren als Nutznießern anvertraut und sorgten diese für den Schutz durch gerichtlich vereidigte Personen (Maurer). Durch die modernen Rechtsansichten nahmen auf die durch altesHerkommen geheiligten Einrichtungen keine Rücksicht und die Verwüstung und Vernichtung unserer Heimatwälder begann. So brachten uns die Jahre 1819 bis 1834 die Verwüstung des Heimatwaldes, lagen doch 1834 gleichzeitig 28 Dattenfelder Flöße in Köln vor Anker und einstiger Reichtum schwand gänzlich dahin.

  

Flößerei auf der Sieg

 

 

 

 

 

Quelle: Dattenfeld einst und jetzt, Herbert Bohlscheid,
Vom Urwald zur Waldwirtschaft, Emil Hundhausen,
Heimatbuch für Hamm und Altenkirchen, O. E. Löttgen, 
Maurer, Versuch einber statistischen Darstellung, Waldbröl 1860


 

Die Mühlen in unserer Heimat

Stand: 02.06.2025

Foto: Mühlrad in Altwindeck




Zeichnung: Mühlen in unser Heimat

 

Mercatorkarte von 1575 mit der Engbachmühle und der Pulvermühle

Einleitung:
Aus Wildgras entsteht Getreide, vom Reibestein zum Mahlstein,
schon sehr früh entdeckten Menschen in allen Kontinenten Methoden, Mehl und Getreideschrot herzustellen. Sie lernten, dass sie zwischen zwei Steinen die harten Samen und Getreidekörner zerstoßen und zerreiben konnten. Auf diese Weise bearbeitet, wurden die Körnerfrüchte bekömmlicher, und sie waren erst jetzt in vollem Umfang für die menschliche Nahrung geeignet. Eine Feldbegehung im Jahr 2000 brachte als Zufallsfund bei Troisdorf-Spich zwei Mahlsteine aus der Zeit 4000-3500 v. Chr. zu Tage. Der Bodenfund ist im Rheinischen Landesmuseum in Bonn aufbewahrt.


Im Gebiet zwischen Wupper und Sieg hat es eimal mehr als tausend Mühlen gegeben, man kann ohne Übertreibung sagen " Im Land der tausend Mühlen".
Die Zahl der Wassermühlen war noch wesentlich größer. Die extreme Zertalung des Bergischen Landes und seine hohen Niederschlagsmengen haben schon früh dafür gesorgt, dass die Wasserkraft reichlich genutzt wurde.
Mit einem  ersten Mühlengesetz 1957 und einem zweiten 1962, sowie eine Mühlenstrukturgesetz, 1971 schrieb der Bonner Gesetzgeber Prämie aus für Müller, die ihre Mühlen stilllegten. 1959 wurden in  der BRD noch 14.500 Mühlen gezählt. 25 Jahre später waren es noch 3.010, mit einem Marktanteil von 5 %. die anderen 95 Prozent hatten 590 Grossmühlen  an sich gebracht. Bei den Hammerwerken, Schleifkotten und vielen anderen Wasserkraftanlagen war kein solches Gesetz erforderlich, sie wurden vom Gesetz der wachstumsorientierten Marktwirtschaft hinweggefegt. Hätte man wenigstes die stillgelegten Mühlen zur Stromerzeugug umgerüstet. Selbst unter den Augen des Denkmalschutzes wurden einige der besterhaltensten Mühlen demontiert.  

 
Das alte Mühlenrecht, von Bannmühlen und Mühlenzwang, nach altem deutschen Recht durfte jeder auf seinem eigenen Grund und Boden Mühlen errichten. Bis zum 10. Jahrhundert gehörten die Gewässer meistens den Kleinbauern der Markgenossenschaften, die mit ihrem Besitz an diese grenzten. Jeder Grundeigentümer konnte eine Mühle bauen und so sein eigener Müller sein. Da dies aber sehr kostspielig war, konnte das Recht nur von weltlichen und kirchlichen Obrigkeiten wahrgenommen werden. Für die großen Flüsse bestand dagegen schon früher das Stromregal des Reiches, es wurde im Laufe der Zeit auf alle Wasserläufe ausgeweitet. Ab dem 10. Jahrh. verschwand auch der selbstständige Kleinbesitz der Markgenossenschaften, und an seine Stelle trat der Großgrundbesitz der Grundherren, in deren Abhängigkeit sich die Bauern begaben. Die gesamte ländliche Bevölkerung befand sich nun in wirtschaftlicher und persönlicher Abhängigkeit von adeligen und kirchlichem Grundbesitz. Das Mühlenrecht des Landesherrn, frühe Mühlengesetze - Bannmühlen, 1158 verfügte Kaiser Friedrich 1. Barbarossa das Mühlregal und das Mühlsteinregal, nur der Landesherr hatte das Recht, den Bau von Mühlen zu gestatten, es entstand die Mühlenhoheit, der Platz an dem eine mit einem Mühlenrecht ausgestattete Mühle stand, hieß molenstat.  
Wegen der Einkommensgarantie durch den Mühlenbann hieß es im Mittelalter von den Mühlen: "..ist gar ein geruhiger und feiner nutz". Um das zu garantieren, überwachte der Müller die Einhaltung des Mühlenbanns genauestens. Ließ ein dem Mühlenzwang unterliegender Mahlgast außerhalb des Bannes mahlen, so hatte er den Bann gekränkt. Die Strafen für den Verstoß waren in der Regel sehr hart. Das gesamte Mahlgut fiel an die Bannmühle, Fuhrwerk und Zug- und Tragtiere konnte der Besitzer der Bannmühle beanspruchen. Das Ganze eskalierte, als am 7. April 1614 die Knechte des Arnold von Rotscheroth mit einer Fuhre Mehl aus der Ottersbacher Mühle zurückkehrten. Sie hatten neben ihrem eigenen auch das Getreide der bannpflichtigen Bauern aus der Nachbarschaft zur Ottersbacher Mühle gebracht. Die Fuhrknechte und die beschlagnahmte Fracht samt den zwei Pferden und dem Wagen wurden zum Kellner Johann Wirtz nach Schloss Herrnbröl geschafft, wozu auch die Brölermühle gehörte.

 

Unglücksfälle

Fünf solcher Ereignisse, zwei davon aus der benachbarten Mairie Dattenfeld, die in den Siegdepartements veröffentlicht wurden um die Menschen zu belehren oder zu warnen.
Bekanntmachung am 16. Nov. 1812: Am 19. v. M. geriet in der Engbachmühle bei Dattenfeld ein 12 jähriger Knabe, dessen Mutter und ein anwesender Müllerknecht nicht auf ihn Acht gegeben hatten, zwischen das Kammrad und den Steg und wurde in demselben Augenblicke, ohne daß man einen Laut von ihm hörte, totgequetscht. Erst durch Stillstehen der Mühle entdeckte man diesen Unglücksfall.
Aus dem Polizeibericht des Maire Panthel aus Rosbach können wir folgendes entnehmen. Unterm 19. Okt. 1812 erhielt ich die Nachricht, daß Johann Gerhard Käufer, ein Knabe von 12 Jahren, Sohn der Eheleute Carl Käufer und Anna Catharina Piller, im Tal Windeck in der Engbachsmühle durch Ergreifung des Kammrades verunglückt sei. Der rechte Arm des Knaben war mit dem Kammrad durchgezogen, der Kopf und die Brust zwischen dem Kammrad steckten. Die Mühle sei plötzlich stehengeblieben, und als der Müllersknecht, nach der Ursache zu sehen, heruntergelaufen, habe er leider den toten Knaben gefunden.  



 

Wassermühlen wurden von den Römern nach Germanien gebracht. Mit dem Rückzug der Römer an Rhein und Mosel drangen die Franken vor, und zerstörten zunächst alles Dagelassene der Römer. So kam es, dass die Kirche, vor allem die Klöster, das technische Wissen der Römer weiter gaben. Seit dem 12. Jahrh. trifft man im mittelalterlichen Deutschen Reich  auf oberschlächtige Wasserräder. In den Klöstern wurde mit Arbeitsmaschinen experimentiert. Die Klöster waren Wirtschaftszentralen. Im Hochmittelalter tritt dann die Wassermühle ihren Siegeszug an. z.B. mit Walkmühlen, Eisenhämmern, Papiermühlen, Sägemühlen u.a. Aufgrund des hohen Wertes , den die Mühlen für die Allgemeinheit erlangten, entstand für sie ein besonderer Rechtsschutz, der sogenannte Mühlenfrieden. Sie führten das Recht des Mühlenbauen und des Mahlzwanges ein. Damit schlossen sie jegliche Konkurrenz aus und sicherten sich eine gute Auslastung der Mühle. Das Mühlenrecht ist ein Verbietungsrecht.

Spannteiche, da es in Mitteleuropa im Laufe des Jahres zu Teil erhebliche Schwankungen in der Wasserführung der Flüsse und Bäche gab, sah man sich schon früh gezwungen, eine Art Vorratshaltung zu betreiben, indem man einen Stauteich (Spannteich) anlegte. Denn dann bestand auch die Möglichkeit, mit voller Kraft zu arbeiten und mehr Wasser zu verbrauchen, als der Bach führte. Einige Mühlen hatten sogar mehrere Teiche hinteranander. Die Spannteiche werden oft "Klause" oder "Klus" genannt (von absperren).

An Wasserrädern kommen Unterschlächtige Mittel-, Rückenschlächtige oder Oberschlächtige Wasserräder zum Einsatz und später die Turbinen.


Mühlenantriebe



Bei den Mühlwerken und Getrieben kamen verschiedene mechanische Einrichtungen, je nach Arbeit und Tätigkeit zum Einsatz, in den folgenden Kategorien:
a) Zerreiben und Zerreißen,
b) Zerstoßen, Zerstampfen und Zerschlagen, (Pochmühlen),
c) Klopfen, Kneten, Walke und Pressen, (Papiermühlen),
d) Hämmern und Schmieden,
e) Sägen und Schleifen,
f) Bewegen, Rühren, Pumpen,
g) Schleifen und Polieren,
h) Drehen und Bohren.

 

Getreidemühlen,
bei den Getreidemühlen kommt es auf die Vorbehandlung des Getreides an, durch Grobreinigung bzw. Windfegung oder durch Magnete und Bürsten, Poliermaschinen oder Schälmaschinen.

Der Mahlvorgang dient dazu mit verschieden Werkzeugen aus kleinen Stücken Pulver entstehen zu lassen.
Als Mahlsteine dienen dazu der untere Stein (Bodenstein) ud der obere Stein (Oberstein), der als sogenannter Läufer gedreht wird. 

Werkstoffe für die Mahlsteine waren außerdem: Gelber Prill, blauer Prill, Jourre (blauer Presle), gelber Presle,  Crawinkler, Holländer, Melzer, Sandsteine deutscher Herkunft, Kompressionssteine, oder Quarz für Futterschroten.  
Im 19. Jahrh. begannen die Walzenmühlen, die funktionierten wie die alte Hand-Kaffeemühle, Die Walzen können aus verschiedenen Materialien sei. Zum Mahlen von Mehl nimmt man vorzugsweise Hartgussstahl, zum Auflösen von Grieß und Dunst sind Porzellan oder Grünsteinwalze besser geeignet.

Die Mahlverfahren unterscheiden sich:
a) Schrot (sehr grob gemahlen),
b) Grieß (fein geschrotet),
c) Dunst (Feingrieß),
d Mehl (sehr fein gemahlen). 
 
 
Ölmühlen,
im Bergischen Land gab es besonders viele Ölmühlen. Im Laufe der Zeit ist so ziemlich alles, was ölhaltig ist, in Ölmühlen verarbeitet (zu Öl geschlagen) worden. Namen wie Ölschläger oder Olligschläger erinnern an die Zeit des Ölmüllers und seiner Olligsmüll.

Neben Getreide wurden eine ganze Menge Ölsaaten angebaut, vor allem Raps und Flachs, daneben auch viel Hanf, aber auch Sonnenblumenkerne, Nüsse und Bucheckern lassen sich zu Öl verarbeiten.
Knochenmühlen,
im 19 Jahrh. gab es einen regelrechten Boom auf die Knochenmühlen, da die über viele Jahrhunderte übliche Dreifelderwirtschaft, zur Bodenregenerierung aufgegeben wurde, um  ab 1810 die brachliegenden Flächen mit Düngemitteln zu bestellen. Eine sehr wichtige Rolle als Düngemittel spielte von Anfang an das Knochenmehl. Die Knochen wurden im weitem Umfeld gesammelt.Erst ab 1900 wurde das Knochenmehl durch Thomasmehl verdrängt, und dies bald darauf von Kunstdüngern. Damit neigte sich die Ära der Knochenmühlen ihrem Ende zu.
Pulvermühlen,
schon bald nach Erfindung des Schwarzpulvers tauchten die ersten Pulvermühlen auf. In den Pulvermühlen wurden die Bestandteile von Schieß- und Sprengpulver kleingemahlen, miteinander vermischt und gelagert. Neben der Wasserkraft boten die bergischen Täler den Pulvermachern auch Holz, das als Holzkohle einen Hauptbestandteil des Pulvers bildet. Für Schießpulver bevorzugte man Faulbaumholz, das man häufig in der Nähe der Pulvermühlen findet. Das Ende der Pulvermühlen kam plötzlich 1918/19, als es Deutschland im Versailles Vertrag verboten wurde, Pulver herzustellen. Die wesentliche Einrichtung der Pulvermühlen bestand zunächst aus Stößeln (wie Öl oder Knochenmühlen), die das Mahlgut zerstießen, später ging man aber fast überall zu Kollergängen und Mahlsteinen über, die das Mahlgut zerrieben. Es entstand viel Staub, der leicht entzündlich war. 
 
 

Mühlen in unserer Heimat:
Anm: Heinrich Joesten, der letzte Amtmann von Windeck berichtet in einer statistischen Erhebung von Anno 1792 für
das Herzogtum Berg: 
18 Stabeisen Hämmer, 13 Papiermühlen, 18 Pulvermühlen, 11 Tabakmühlen, 57 Stahlkotten, 8 Amboshämmer, 40 Rohstahlhämmer, 9 Sensenhämmer, 163 Schleifkotten, 7 Eisenhütten, 4 Bleihütten,  6 Kupferhütten, 4 Kupferhämmer,
35 Lohmühlen, 72 Ölmühlen, 20 Walckmühlen, 6 Farbmühlen, die ergeben jährlich ca. 255.334 rtl.
Anno 1556 berichtet das Kloster Merten von einem Kellner Johann von Dattefelt (Dattenfeld), Müller des Klosters.

Anno 1581 Besitzungen des Klosters Herchen

 
 

Mühlen in Windeck:

Schleifkotten und Getreidemühle in Übersetzig ,
von dieser schönen Mühle ist noch fast alles erhalten. Sie war die Dorfmühle des Ortes Übersetzig, der vor allem durch das große, quer durch die Sieg verlaufene Wehr geprägt ist, das für diese Mühle errichtet wurde. Es ist noch ein unterschlächtiges Wasserrad vorhanden, das vor einigen Jahren rekonstruiert worden ist, allerdings nur als kleine Attrappe, die dem ursprünglichen Original in keiner Weise gerecht wird. 



Foto: Alter Schleifkotten (1898) bei Übersetzig



Foto: Fährmann an der Übersetziger Mühle


Zeichnung: Wassermühle in Übersetzig




Zeichnung der 2 Wassermühlen in Übersetzig

 



Mühle in Übersetzig

 

Göpel Mühle in Altwindeck,
im Heimatmuseum Altwindeck steht eine mühlentechnische Rarität, die hier nicht übergangen werden darf: eine Ross- bzw. Göpelmühle in einer Scheune. Ein großes Kronrad wird durch ein Pferd, bzw. durch Ochsen angetrieben und greift mit seinen Holzkämmen in das Hohltrieb einer stehenden Welle, die wiederum in das Ritzel eines Mahlganges auf dem Mahlboden eingreift. Die 120 cm Steine laufen mit einer Geschwindigkeit von 120 U/sec. Fast die gesamte Getriebe-Einrichtung sowie alle Zähne und Kämme bestehen aus Holz. Diese hochinteressante Anlage, die aus dem nahen Herchen stammt, glänzt nicht nur durch ihre Kuriosität, sondern auch durch ihren guten Erhaltungsgrad. Die stehende Welle treibt mittels Hohlstock-Triebes, das als "Kläpper" dient, eine Sichtmaschine, die auch eine Kuriosität bildet. Sie ist das Gehäuse eines altertümlichen Beutelwerks aus der Irsermühle. Es wird jedoch kein Beuteltuch mehr geschüttelt, sondern ein Drahtsieb, das Mehl und Kleine trennt. Da es kaum noch Pferde gibt, die den Dienst in einem Göpelwerk kennen, und gewohnt sind und außerdem das Klappern der Sichtmaschine ertragen können, kann die Anlage auch elektrisch angetrieben werden. Der zuständige Müller ist Herr Alois Schneider aus der Irsermühle.
 
 
 Foto : Göppelmühle in Altwindeck vom Ottohof in Herchen
 
 
Mühle in Altwindeck, am Altwindeckerbach, seit 2003 dreht sich an einer alten Scheune unweit des Museumsareals ein Wassermühlrad.
Unter Verwendung alter Teile aus der historischen Irsermühle wurde hier eine vermutete Situation wiederhergestellt, denn wahrscheinlich stand in dieser Flur früher bereits einmal eine Mühle.
 
   
 
Foto: Mühle in Altwindeck  
   
   
   

Schleifmühle in Stromberg, seit 1676  ( Bericht von Stefan Scheffels),
namensgebend für das Gewässer war eine Mühle, dessen damaliger Standort heute nicht mehr eindeutig auszumachen ist. Die Schummerungskarte weist im unteren Bachlauf jedoch einige Vertiefungen und langgezogene Senken auf, die die Funktion eines Mühlengrabens hätten erfüllen können.

Auf der Tranchot-Karte sowie der Preußischen Uraufnahme, die zusammen den Zeitraum von 1801 bis 1850 abdecken, befindet sich, im Gegensatz zur Herchener Mühle, kein Eintrag, was auf einen früheren Betriebszeitraum schließen läßt.

Ein Flurstück im Bereich der Mündung trägt auf der Deutschen Grundkarte den Namen „In der Schleif-mühle“.

Der Zweck dieser Mühlenart war das Schleifen bzw. Schärfen von Waffen und Werkzeugen aber auch das Sägen und Polieren von Naturstein. Dazu wurde ein Mühlrad durch einen gestauten Wasserlauf angetrieben, dessen Bewegungsenergie über ein simples Getriebe an einen Schleifstein oder eine Sägevorrichtung weitergegeben wurde.

Ähnlich wie die oben erwähnte Mühle zwischen Herchen und Röcklingen, hätte sich eine hiesige Schleifmühle ebenfalls gegenüber des nahegelegenen Ortes und fernab einer größeren Siedlung befunden.

Der unlängst verstorbene Heimatforscher Hans Deutsch konnte aus alten Dokumenten jedoch das Vorhandensein einer Lohmühle, welche seit 1676 in Betrieb genommen wurde, nachweisen. Ab dem Jahr 1717 sollte eine weitere Ölmühle an das Gebäude angeschlossen werden, für diese der Müller Peter Lohe eine Genehmigung beantragte. In seinem Buch „Eitorfer Mühlen – Neunhundert Jahre Mühlengeschichte im Herzogtum Berg“ verortet Deutsch das Gebäude in den Bereich eines Weges, der den Mühlenbach überquert und von Rodder kommend auf die Höhenlagen der Leuscheid führt. 

 
 
Vermuteter Standort der Mühle, (Karte aus dem Buch von Hans Deutsch)  
 

Das Mühlenbachtal ist in wenigen Minuten fußläufig vom Ringwallparkplatz aus zu erreichen.

Nach dem Betreten des Waldes und dem unmittelbar darauf folgenden Überqueren des Kesselbaches, führt ein Abzweig des Hauptweges talabwärts in Richtung Sieg.

Auf der anderen Seite des Kesselbaches lassen sich hier die verfallenen Ruinen der zum Campingplatz gehörenden Gebäude auffinden . 

Der beidseitig der Sieg verlaufende Campingplatz erstreckte sich auf dieser Siegseite fast bis zu der an die Wiesen anschließende steile Felswand. Einige Relikte, wie Betonfundamente oder die Restbestände eines  Kinderspielplatzes sind bis zum heutigen Tag vorhanden geblieben.

Neben der Mündung des Kesselbachtals führte eine Furt durch die Sieg. Nach dem Übersetzen aus Stromberg kommend, verlief der Weg vor dem Jahr 1800 bergauf über die rechtsseitig abgehenden Hohlwege, die sich im Laufe jahrhunderterlanger Nutzung tief in Erde eingegraben haben.

 
 
Die Tranchot-Karte zeigt den damaligen Verlauf dieses Wegenetzes.  Beginn des Hohlweges.  
   
   
   

Göpel Mühle auf dem Ottohof 1866,
eine Göpel- oder Roßmühle war dagegen in hiesiger Gegend eine Seltenheit. Im Jahre 1866 war eine solche auf dem Otto-Hof bei Herchen in Betrieb. Von dort wanderte sie nach Engelsbruch, wo sei 1988/89 von dem Förderer und Freundeskreis des Heimatmuseums zu Altwindeck abgebrochen wurde, um sie am Museum wieder neu aufzurichten. Diese Mühlen waren in der Landschaft nicht zu erkennen, da sie von einer gewöhnlichen Scheune nicht zu unterscheiden, ähnlich einem früheren Karussell wurden sie von Pferden oder Ochsen angetrieben.

 

Die Knochenmühle im Rosbachtal,
stand unterhalb der Bachmühle im Rosbachtal. Ihr Besitzer Christian Stöver war unter dem Spitznamen „Elektrescher Chrestian“ weithin bekannt, da er nach Aufgabe seiner Knochenmühle einen Dynamo betrieb und die Lungenheilstätte sowie den Ort Rosbach so recht und schlecht mit Strom versorgte.
  

 
   
   
   

Pulvermühle im Elisenthal bei Windeck

 


Pulvertransport mit Pferdegespann



Pulvertransporte der Fa. Spieß von Elisenthal bis in den Westerwald

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



Reste der Pulvermühle im Elisenthal

   

 
   
Kaltbachmühle bei Hoppengarten, Gesteinsmühle, Getreidemühle.
Die Familie Etzbach hatte das Mutungsrecht über die Kaltbachmühle
 
 
Foto: Kaltbachmühle  

 

Ackerermühle in Wilberhofen, Getreidemühle, 
gelegen am Rosseler Bach, diese Mühle war für den Bereich Rossel und Wilberhofen zuständig. Sie lag kurz vor der Mündung des Rosseler Baches in die Sieg. In der Topografischen Karte von 1896 ist sie noch eingezeichnet.
Im Adreßbuch von 1911 ist Peter Groß als Mühlenbesitzer eingetragen.
 
 
Engbachmühle in Wilberhofen, Getreidemühle,
Nahe bei Dattenfeld mündet der aus dem Nutscheid kommende Engbach in die Sieg und betrieb kurz vor der Mündung die versteckt im Tal liegende Engbachmühle, die für Dattenfeld eine wichtige Funktion hatte. Sie soll noch nach 1950 gemahlen haben. Im Adreßbuch von 1885-88 wird H. Schopp als Besitzer genannt. 


Foto: Engbachmühle
 
 
 
Walk- und Ölmühlen Herchener Mühle Richartshohn,
die älteste "Walck Moehl" (1581) gehörte dem Kloster Herchen: diese Filzmühle diente dem Lockern der Gewebefäden. Die Kirchedort beklagte (1581), daß aus dem "mullenhandwerk wenich nutz und geringe renten" fließe; der Kloster- "moilner Mant" bekam (1468)  eine Entlohnung von 6 Marc, ihm unterstellt war wohl auch die Badestube in der Mühle!
 
Dahlhausener Mühle, Getreidemühle, Feldmühle der Fa. Feld,
Antrieb mit Elektromotor, Hier konnte jeder Bauer sein Getreide selber mahlen, diese wurden erst in den 20 oder 30 er Jahren gebaut.

Foto: Dahlhausener Mühle
 
 
 
Obere Bachmühle bei Rosbach, Getreidemühle,
hier stehen noch Gebäude und Wasseranlage. Die Mühle muss zuletzt eine Turbine bekommen haben. die sich offenbar noch im Wohnhaus befindet, wie man am Einlauf erkennen kann. 1850 erfahren wir, dass sie einem Jung gehörte, der in diesem Jahr die Vierbuchermühle kaufte. Im Adreßbuch von 1911, wird als Besitzerin angegeben "Wwe. Heinrich Jung, Müllerin, Wirtin und Ackerin".  Untere Bachmühle, Von dieser Mühle ist weder etwas zu sehen, sie muss wohl schon länger fort sein.
 
 
 
 
Wirths- oder Pochermühle bei Rosbach, Knochenmühle,
die ehemalige "Wirthsmühle",  die spätere Pochemühle um 1927/28. 1843 kaufte August Wirths aus Rosbach das von den Herren Rompe und Scheibler (Besitzer der Silberhardt) 1825 erbaute Pochwerk und verwandelte es in eine Mal oder Lohmühle. Später erwarb diese Mühle Wilhelm Krämer, der im Volksmund "d´r Poche-Wellem genannt wurde. Er (mit Papiere) und sein Sohn Karl betrieben aber in der Hauptsache mit der Wasserkraft des Gierzhagener Baches (1575 Mittelbach) genannt ein Sägewerk. Im Vordergrund sein Sohn Wilhelm, der ein bekannter Tanzlehrer und Feuerwehrhauptmann war. Von diesen Gebäuden steht heute nur noch das Wohnhaus, wo 1889 Anton Kammerich, der Eigentümer des Eisenwerkes in Schladern wohnte.
 


Poche- oder Wirthsmühle in Rosbach
 


Poche Karl aus Rosbach
 
 
 
 Maueler Mühle, auch Etzbachs Mill, Getreidemühle.
Foto: Burg Mauel
 
 
 
Vierbuchermühle bei Rosbach, Getreidemühle,
Gewässer Schnörringer Bach, Sie wird 1576 im Homburger Mühlenverzeichnis erwähnt "Mühle zu Birbicher", war aber offenbar schon vorher da. Über ihre Geschichte ist weniger bekannt. 1850 wurde sie verkauft an Jung aus Bachmühle. Das heutige Wohnhaus stammt von 1858. 1945 wurde bei Umbauten das Mühlengebäude abgerissen. Vor der Gaststätte, die heute im Wohnhaus ist, stehen Mühlsteine, von denen einer die Inschrift "CB 1873" trägt. 
 


Foto: Mühlrad der Vierbuchermühle
 
 
 
Die Mühlen bei Eitorf: 
Ottersbacher Mühle bei Eitorf in Niederottersbach, Getreidemühle, gelegen am Köttinger Bach


Altes Foto der Ottersbacher Mühle um 1919 mit Mühlenteich
 
 
Mühlengetriebe der Ottersbacher Mühle
 


Müller Hochzeit von Philipp Schiefen und Ehefrau Katharina in Niederottersbach
 

Im Jahre 1884 (1882 ?)  kaufte Matthias Christian Schiefen die Halfter und ein halbes Jahr später die Ottersbacher Mühle. Er führte die Unkelmühle wie bisher als Pachtmühle weiter und wohnte auch wie bisher mit seiner Familie in der integrierten Wohnung dieser Mühle. Als Matthias Christian Schiefen Anfang der 1890 er Jahre starb, erbte seine Frau Katharina die Mühlen. Sein gerade einmal 20 Jahre alter Sohn Heinrich I. übernahm den Betrieb mit den drei Mühlen, wobei ihm bald seine Brüder Peter und Anton halfen. Katharina Schiefen erschien ab jetzt in den Gewerbesteuerakten als Besitzerin der Halfter Mühle. Wie das Einwohnerverzeichnis der Gemeinde Eitorf aus dem Jahr 1894 ausweist, wohnte auch der vierte Sohn Karl in der Mühle. Die resolute Frau betrieb die drei Mühlen mit Hilfe der Söhne bis zu ihrem Tod. Danach erbte Peter Schiefen die Ottersbacher Mühle und Heinrich Schiefen die Halter Mühle, während der unverheiratete Bruder Anton als Mühlenknecht in der Haltermühle wohnte und arbeitete. Vorbildlich regelten sie weiterhin die bewährte gemeinsame Wassernutzung des Ottersbach, indem sie den Betrieb der beiden Mühlen aufeinander abstimmten.

Die Unkelmühle pachtete Heinrich Schiefen weiter, bis sie im Jahre 1921 abgerissen wurde und dem Bau des Elektrizitätswerkes an dieser Stelle Platz machen musste.

In der Unkelmühle wurde im Jahr 1903 dem Müller Heinrich Schiefen die Tochter Gretchen geboren. Es folgten im Jahr 1905 die Tochter Anna und im Jahre 1908 sein Sohn Heinrich II. Ein Jahr später, 1909, zog die Familie in die Halfter Mühle um, anlass war das in diesem Jahr außergewöhnlich heftige Hochwasser, welches große Schäden in den Orten an der Sieg angerichtet hatte und auch die Müllerwohnung in der Unkelmühle verwüstete.

Peter Schiefen I. wurde am 14. Dez. 1876 in Alzenbach geboren. Im April 1899 heiratete er Elisabeth Ollig aus Mittelottersbach. Seine Frau Elisabeth (Ließchen) hat ihrem Mann, dem Müller Peter Schiefen I., neun Kinder geboren. Sie stammte aus einer alten Ölmüllerfamilie aus Mittelottersbach. Außer ihrem Elternhaus hat sie von ihren Eltern umfangreiche Ländereien geerbt. Die Familie Peter Schiefen I. wohnte zunächst im früheren Olligs-Hus in Mittelottersbach, das durch einen Umbau erheblich vergrößert worden war. Erst nach dem Tode seiner Mutter erbte er die Ottersbacher Mühle. Später, als das Elternhaus und die Ländereien seiner Frau in andere Hände übergegangen waren, zog die Familie in einen kleinen Anbau des Mühlengebäudes. 1921, als die jüngste Tochter ein Jahr alt war, starb die Mutter. Nun übernahm deren ledige Schwester Katharina, "et Olligs Tring", Mutters Stelle im Haushalt. Der Witwer Peter Schiefen I. blieb unverheiratet. Wie später auch seine Brüder, arbeitete der 1899 geborene Sohn Philipp als Müllergeselle mit in der Mühle. Er heiratete Katharina Hönscheid, die aus Niederottersbach stammte. Die junge Familie zog mit der ledigen Tante zusammen, an der Straße nach Wilbertzhohn. Hier wurde 1924 der Sohn Peter II. und 1925 die Tochter Katharina geboren. Zu dieser Zeit arbeitete Philipp Schiefen als Mühlenknecht bei dem Mühler Lindenberg in Herrenbröl, wohin er täglich bei Wind und Wetter mit dem Motorrad fuhr. 1935 übernahm Philipp Schiefen Mühle und Bäckerei von seinem Vater Peter I. Zwei seiner Brüder halfen ihm bei der Arbeit und wohnten in seinem Haus zusammen mit seiner Familie. Der Bruder Hannes erledigte neben der Arbeit in Mühle und Backstube auch noch eine kleine Landwirtschaft.
Philipp Schiefen hat die Mühle nur bis 1946 geführt. Dann übernahm sein Sohn Peter III. den Betrieb, wobei sein Schwager Bernhard Broda eine Zeit lang half.



Foto: Mühlenhochzeit in Niederottersbach, Peter Schiefen heiratet Liesel geb. Raab
 
Peter Schiefen III. heiratete Liesel geb. Raab aus Rossel. Mitte der 50 er Jahre wurde dann der Mahlbetrieb eingestellt. Nach über 350 Jahren standen die Räder still. In den ungenutzten Räumen wurde ein Cafe eingerichtet, das später zu einem Restaurant erweitert wurde. Als die genossenschaftliche Siegtal-Bäckerei gleich neben der Mühle gebaut wurde, beteiligte sich Peter Schiefen III. an diesem Unternehmen.
Danach führte sein Sohn Heinz Peter den Betrieb weiter, und belieferte mit seinem Verkaufswagen die Kunden in weitem Umkreis. 
 


Foto: Ottersbacher Mühle
 
 
 
 Unkelmühle, Getreidemühle, später Stromgewinnung, größtes Kraftwerk an der Sieg. 
 


Zeichnung: Unkelmühle um 1601, das Bild hing in der Gaststube, und nach Abriss im Turbinenraum des Elektrizitätswerkes
 


Zeichnung: Unkelmühle (Roidkin), bei Stromberg / Eitorf
 


Foto: Unkelmühle bei Stromberg vor dem Abriss um 1985
 
Am rechten Ufer der Sieg gelegen, war die Unkelmühle eine der traditionsreichsten Eitorfer Mühlen. Das Mühlengebäude stand direkt am rechten Siegufer an einem durch eine langgestreckte Insel abgetrennten Nebenarm des Flusses. Bedingt durch sie unterschlächtigen Mühlräder lag das Untergeschoss nur wenig über dem Wasserspiegel der Sieg. Robert Link schreibt in "Alte Mühlen im früheren Amt Blankenberg": Die Unkelmühle wird in der Urkunde von 1597 Hewmühle genannt, sie lag "ober Alzenbach am Unkellfort auf der Siegen". Schon 1612 begann ein Streit der Mahlgenossen mit dem Müller, der sich in seiner Not an den neuen Besitzer Graf Adolph von Nesselrode zu Ehreshoven um Hilfe wandte. Die zu dieser Zwangsmühle gehörenden Bauern wollten die Verpflichtung nicht anerkennen, dass sie alle Reparaturen an der Mühle und Wehr auszuführen hätten und auch noch Baumaterial und Holz stellen sollten. 
1715 erscheint die Unkelmühle erstmals auf einer Landkarte. Der Geometer und Kartenzeichner Erich Philipp Ploennies zeichnet sie in seine Topographia Ducatus Montani (Karte des Herzogtums Berg).  Als Graf von Nesselrode im Jahre 1726 alle seine Besitztümer von dem belgischen Wandermaler Renier Roidkin zeichnen ließ, war auch die Unkelmühle unter seinen Blättern.
Zu dieser Zeit, 1757, war der Mühlenpächter ein Müller namens Ennenbach, ein Sohn des Eitorfer Müllers Peter Ennenbach.  Als Pächter der Ottersbacher Mühle wurde 1747 ein Johann Willhelm Ennenbach aufgeführt. Mit dem Ende der Feudalzeit ging die Unkelmühle in bürgerlichen Besitz über. 1814 leiht sich der damalige Müller Johann Gerhard Löwen zu Unkelfurt bei dem Geldverleiher Pter Wilhelm Komp aus Eitorf die hohe Summe von 1500 Rheichsthalern, diese Summe zahlte er an die Gräfin von Nesselrode Ehreshoven als Kaufpreis. Im Laufe der Zeit wechselten die Besitzer der Unkelmühle, bis 1870 der Müller Matthias Christian Schiefen aus Alzenbach die Mühle pachtete, gleichzeitig auch die Halfter und Ottersbacher Mühle.

 

Obereiper Mühle, gelegen am Eyper Bach, Ölmühle,
die historische Mühle lag am östlichen der beiden Quellbäche des Eipbaches, dem Wohmbach. Im Jahr 1644, also gegen Ende des 30-jährigen Krieges, lernen wir die ersten Besitzer kennen. Johann Stein war ein wohlhabener Halfe mit großem Grundbesitz, der im Schatzbuch des Herzogtums Berg 1655 mit der hohen Summe von 9 Thalern veranlagt war. Irgendwann ist dann die Mühle in den Besitz der alt eingesessenen Obereiper Bauernfamilie Reisbitzen übergegangen. Seit dieser Zeit sind die Reisbitzen aus Obereip über Jahrhunderte in den Kirchenbüchern nachgewiesen. Das Einzugsgebiet der Obereiper Mühle war außergewöhnlich groß, da es für Ölmühlen keinen Mühlenbann gab. Erst 1795 hören wir wieder von der Existenz einer Mühle. In diesem Jahr wurde in Obereip der Müller und Ackerer Heinrich Reisbitzen geboren. Die Ölmühle erhält ein weiteres Mühlrad und einen Mahlgang. Schon im Mühlenkataster von 1837 sehen wir dann, dass die Mühle außer dem Mahlgang für Mehl und dem Kollergang zur Verarbeitung der Ölfrüchte auch eine Schälmühle für Hafer und von Gerste zu Graupen hatte. Im Jahre 1859 wurde der gleichnamige Sohn Johann II Reisbitzen geboren, er setzte die Familientradition als Müller und Bauer nicht fort. Nach dem Tod des alten Müllers Johann Reisbitzen (1898) waren die Mühle und die Ländereien verpachtet. 1920 pachtet der Müllersohn Peter Küpper aus Lüttersmühle bei Neunkirchen die Obereiper Mühle. Im laufe der Zeit wechselten die Besitzer der Mühle. Im Jahr 1955 wurden der Mahlbetrieb und der Handel mit Mehl und Getreideprodukten eingestellt. Ein großes neues Gebäude wurde an der Stelle der Mühle gebaut und ein Restaurantbetrieb eingerichtet.

 
Foto: Obereiper Mühle vor Umbau
 
 
 
Mahlmühle in Mühleip, gelegen am Eyper Bach,
In der Karte des Jordan van der Wayse aus dem Jahr 1607, die in der Abhandlung über die Obereiper Mühle abgebildet wurde, ist der Ort "In der Moel Eyp" zu finden. Die Mühle ist im Jahr 1644 bestätigt, und soll im Besitz des Schultheißen Johann Schmitz aus Eitorf gewesen sein. 
 
 Foto: Mühleiper Mühle
 
 
 
Hombacher oder Schmelzer Mühle, Pochwerk, Mahl und Ölmühle am Hombacher Bach,
1817 kauften Philipp Heinrichs und der Kaufmann und damalige Besitzer der Halfter Mühle, Peter Wilhelm Komp, von dem gescheiterten Bergwerksbesitzer Johann Metzger die gesamte Anlage mit der Absicht, das im Jahre 1808 errichtete Gebäude in eine Fruchtmühle umzubauen. Am 20. Nov. 1819 wurde dem Antrag stattgegeben. Das war die Geburtsstunde einer Kornmühle an Stelle der bisherigen Schmelze. Die beiden Bauherren haben die vorhandenen Einrichtungen, wie Gebäude mit Mühlrad, sowie Mühelngraben und Kluse, für den Betrieb des Mahlganges genutzt. Die beiden Besitzer haben die Mühle nicht selber betrieben, sondern an einen Müller verpachtet. Sehr wahrscheinlich war von Anfang an der im Jahre 1796 geborene Nikolaus Kisteneich aus Bourauel Pächter und Betreiber der Hombacher Mühle. Er hat die Mühle dann auch bald käuflicher erworben. Im Laufe der Jahre wechselten die Besitzer der Mühle, 1895 der Eitorfer Holzhändler Hubert Klein, 1918 betrieb der Müller Patt die Mühle. 
 


Hombacher Mühle bei Eitorf
 
 
 
Halfter Öl- und Mahlmühle, Getreidemühle,


Die Halfter Mühle um 1919
 
 
 Mühlrad Halfter Mühle
 
 
 Müller Heinrich Schiefen vor seiner Mühle in Halft
 

Gelegen am Köttinger Bach, von der zur Ortschaft Halft gehörenden Mühle sind noch Wohnhaus und Obergraben zu sehen. Auch sieht man die Stelle, wo sich das Wasserrad befand.

Die Überlieferung besagt, dass ein "Graf von Halft", zwischen 1350 und 1360 die Mühle erbaut haben soll. Der erste Besitzer war Junker Adolf Quad zu Isengarten. Die Burg der Familie Isengarten lag in der Nähe von Waldbröl. Adolf Quad zu Isengarten war unter dem Amtmann des Herzogs von Berg Vogt zu Windeck und Blankenberg. Er hat die Mühle 1504 gebaut, bzw. wieder aufgebaut.

Peter Wilhelm Komp, der zeitweilige Besitzer der Halfter Mühle, baute die Mühle um und erweiterte sie 1822 um einen Mahlgang.

Der Land- und Mühlenbesitzer Otto aus Stromberg  (Göpelmühle Ottohof) übernimmt die Halfter Mühle, ab 1848, ist er als Besitzer und Selbstbenutzer der Mühle eingetragen.

Ab 1870 war der Müller Matthias Schiefen aus Alzenbach Pächter der Hensgen-Koch`schen Mühlen - der Halfter und der Unkelmühle. In letztere zog er mit seiner Familie ein. Im Jahre 1884 kaufte Matthias Schiefen die Halfer und ein halbes Jahr später die Ottersbacher Mühle. Er führte die Unkelmühle wie bisher als Pachtmühle weiter und wohnte auch wie bisher mit seiner Familie in der integrierten Wohnung dieser Mühle. Als Matthias Christian Schiefen Anfang der 1890 er Jahre starb, erbte seine Frau die Mühlen. Sein gerade einmal 20 Jahre alter Sohn Heinrich I. übernahm den Betrieb mit den drei Mühlen, wobei ihm bald seine Brüder Peter und Anton halfen. Seine Mutter Katharina Schiefen erschien ab jetzt als Besitzerin der Halfter Mühle. Auch der vierte Sohn Karl wohnte mit in der Mühle. Die resolute Frau betrieb die drei  Mühlen bis zu ihrem Tod. Danach erbte Peter Schiefen die Ottersbacher Mühle, und Heinrich Schiefen die Halter Mühle. 
Heinrich Schiefen d. Ältere heiratet Anna Elisabeth, ihre Kinder Margarthe, gen. Gretchen  (geb.1903), Heinrich (geb.1908) und Anna (geb.1905). 
Die Landwirtschaft war ein wichtiger Erwerbszweig der Familie Schiefen, in unmittelbarer Nähe der Mühle an der Hofseite lag ein Gebäude, in dem der Müller seine Nutztiere hielt und die Futtervorräte einlagerte. Da die Viehhaltung in Ölmühlen nie so rigide durch Gesetze reglementiert war wie bei bei dem Mahlmühlen, gehörte zur Mühle seit jeher eine Landwirtschaft, die jedoch klein war.  So wurde immer schon Land zugepachtet.

Heinrich Schiefen stellte 1910 einen Antrag an den Bürgermeister der Gemeinde Eitorf. Dieser Eingabe wurde stattgegeben und er durfte in seiner Mühle eine Tür mit Rampe in 1,20 Meter Höhe über dem Boden als Eingang zu dem Geschoss mit den Mühlsteinen bauen. Hier konnten nun die Bauern mit den Fuhrwerken anfahren und die oft zwei Zentner schweren Getreide- und Mehlsäcke ein- und ausladen.
Bis zu dieser Baumaßnahme mussten die Getreide und Mehlsäcke durch die Tür in der Mitte etwa acht Stufen hoch getragen werden.
1921 setzte Heinrich Schiefen auf das alte Obergeschoss aus Eichenfachwerk ein weiteres Stockwerk, dessen Fachwerk aus Fichtenbalken errichtet wurde. 
Im Alter von 29 Jahren machte 1937 der Sohn des Müllers, der ebenfalls Heinrich hieß, die Meisterprüfung im Müllerhandwerk und übernahm danach den Betrieb von seinem Vater. Er war als Müller für seine Rechtschaffenheit bekannt. Als er 1947 aus russischer Gefangenschaft kam, übernahm er sofort wieder den Betrieb der Mühle. 

In den Jahren nach dem ersten Weltkrieg wurde in der Halfter Mühle als Nebenprodukt zum Mahlen Elektrizität erzeugt. Zu dieser Zeit wurde nur der Zentralort von dem Generator der Firma Schoeller mit Strom versorgt. Wurde Getreide gemahlen, gab es auch Strom. Gelegentlich, wenn der Wasservorrat im Mühlenteich reichte, oder der Ottersbach Hochwasser führte, wurde auch außer der Reihe Strom erzeugt, obwohl die Mühlsteine still standen.


Aus der Geschichte der Halfter Mühle:
1350/1360 berichtet Willi Hönscheid von einer mündlichen Überlieferung, dass ein Graf von Halft die Mühle erbaut haben soll. Vielleicht könnten es die Herren von Rennenberg gewesen sein. Diese hatten 1279 ihr Anwesen in Probach und besaßen laut Urkunde 1417 schon eine Ölmühle auf ihrem freiadeligen Gut.
1504 - Besitzer und Erbauer war der Junker Quad von Isengarten, geb. 1444 in Thürnich. Er war Vogt zu Windeck und Blankenberg.
1832 - Zu dieser Zeit passierte in der Mühle ein tragisches Unglück. Am 15. Dez. 1832 geriet der 38-jährige Bartholomeus Feld vom Weyerhof in das Räderwerk der Mühle und kam dabei zu Tode. Zu seinem Gedenken wurde an der Mühle ein massives, schwarzes Eichenkreuz angebracht.
1833 - Heinrich Wilhelm Otto und sein Bruder Theodor Otto werden im Adressbuch als Besitzer von Frucht und Ölmühlen genannt und im Steuerverzeichnis aufgeführt ( siehe Göpelmühle auf dem Ottohof).
Im Laufe der Zeit wechselten viele Besitzer die Mühle.
1870 - der Müller Matthias Christian Schiefen pachtet  von Heinrich Hensgen die Ottersbacher Mühle und die Unkelmühle. Er wohnt in der Unkelmühle.
1872 - der spätere Müller Heinrich Schiefen I. wird am 26.Juli in der Unkelmühle geboren. Er stirbt in der Halfter Mühle 1960.
1883 - am 31. Oktober brennt die Halfter Mühle - wird aber noch rechtzeitig gelöscht. 
1884 - Matthias Christian Schiefen, Alzenbach, Landwirt und Mühlenpächer, kauft von dem Besitzer Hensgen die Halfter Mühle
1890 - Matthias Chr. Schiefen stirbt, die Witwe Katharina Schiefen erbt die Halfter Mühle und ist 1894 nach Steuerunterlagen die Betreiberin.
1908 - Heinrich Schiefen II., der spätere Müller der Halfter Mühle, wird in der Unkelmühle geboren.
1909 - Matthias Chr. Schiefen zieht in die Halfter Mühle. Nach seinem Tod seiner Mutter erbt Heinrich Schiefen I die Halfter Mühle.
1937 -  Heinrich Schiefen II. geb. am 24.6.1908, macht die Prüfung als Müllermeister und übernimmt die Mühle von seinem Vater.
1940-47 - Heinrich Schiefen II. hat die Mühle gerade übernommen, als er Soldat werden muss. Der 68 jährige Vater Heinrich I. hält den Betrieb während der Kriegszeit aufrecht.
1977 - Die Halfter Mühle stellt ihren Betrieb ein. Mit 69 Jahren geht Heinrich Schiefen in den verdienten Ruhestand.

Mertener und Bacher Klostermühle,
die Mühle war am rechten Ufer der Sieg errichtet, sehr wahrscheinlich unterhalb der Stelle, wo heute die Brücke an das Ufer stößt. Über Jahrhunderte hatte die Mühle hier gestanden. Die Mühle war nächstmöglich zu Kloster und Burg errichtet worden. Die Mühle wurde 1555 durch einen Eisgang an der Sieg zerstört. Die neue oberschlächtige Mühle wurde wenige Meter oberhalb der Mündung des  Krabaches in Niederbach errichtet.  Das Kloster Merten besaß 1644 eine Kornmühle auf dem Krabach, in der Nähe des Hofes Bach. Sie hatte keinen Zwang. Es mahlten hier das Kloster, das Dorf Merten sowie der Hatzfeldsche Adelssitz, und Nieder- Mittel- und Oberscheid.
1739 lernen wir zum ersten mal einen Pächter der Mühle kennen. Der Junggeslle Francisco Patt und seine zukünftige Hausfrau, die später Elisabeth Koch erwähnt wurde, übernahm die Mühle in Erbpacht.
1803 - Unter dem katholischen Landesherrn Kurfürst Max Josef von Bayern wurde das Kloster in Merten aufgelöst. Es verlor alle Besitzungen und Güter, wozu auch die Mühle in Bach gehörte, so ging eine siebenhundertjährige Ära zu Ende. Später wurde die Mühle an Heinrich Patt verkauft.
1866 - die Mühle ist in der Neujahrsnacht abgebrannt. Die neue Mühle ist in der Nähe an einer anderen Stelle wieder aufgebaut worden. Die neue Mühle ging nach dem Tod von Heinrich Patt an seine Tochter Anna Maria Patt.
Der Müller in der neuen Mühle war der Pächter und Mühlenbetreiber Franz Josef Katterbach.
1895 wird Wilhelm Pütz in Bach als Mühlenbesitzer genannt.
 
 
Mühle um  1866
 


Die Mühle Mitte der 30er Jahre
 
 
 
Linkenbacher Mühle, gelegen am Eyper Bach
 
 
Lageplan der Linkenbacher Mühle
 
 
 
"de ahl Möll", Mühle im "Wiesental" zwischen Oberbohlscheid und Nannenhohn, die alte Mühle im Wiesental,
Niederschrift im Blankenberger Rent- und Lagerbuch: 174..? Februar 10. Kaufcontrakt seitens des Verkäufers Henrich Hönscheid, Geschworener in Eitorf des Halfter Gesezes, über die genannte Mühlenklause für 15 Rthr - Käufer ihre Hochgräfliche Exelence von Nesselrode Rittersitz Welterode: "Wir tun kund......."
 
 
Lageplan "De ahl Moel"
 
 
 
Welterode, Rittersitz und Mühle,Mahl und Ölmühle des Rittergutes,
diese Mühle war über die Jahrhunderte eine Eigenmühle. In der Mühle des Gutes ließen nur die zum Burghof gehörende Landwirtschaft und die zugehörigen Pachthöfe ihr Getreide mahlen und ihr Öl pressen. 1644 gegen Ende des 30 jährigen Krieges wird im Rent- und Lagerbuch des Amtes Blankenberg unter den anderen Eitorfer Mühlen auch die Kornmühle bei Burg Welterode genannt. Sie war damals im Besitz des Grafen Bertram von Nesselrode zu Ehreshoven, der jährlich 4 Foeder (1 Malter und zwei Sümmer), Futterhafer für die Pferde des Herzogs von Berg liefern musste. Im Oktober 1690 wurden die Banngebiete in Eitorf neu geordnet. Ab jetzt mussten die umliegenden Dörfer in die Welteroder Mühle mahlen lassen. Die Mühle hatte damals einen Mehlgang und eine Ölpresse. In der Wiebekind-Karte von 1790 sind die Mühlen von Eitorf und die von Haus Welterode eingezeichnet. Nach der Katasterkarte besaß die Mühle zu dieser Zeit zwei Mühlräder. 
 
 
Mühle an der Burg Welterode in Eitorf
 
 

Kornmühle- und Ölmühle am Eitorfer Bach, Graf v. Nesselrode zu  Ehreshoven erwirbt die Eitorfer Mühlen, 1837 ist die alte Mühle noch im Mühlenregister eingetragen: "Die Eitorfer Mühle am Eitorfer Bach,  Gemarkung Eitorf, Flur III 452, Betreiber Wilhelm Pütz, Eigentümer Graf v.  Nesselrode zu Ehreshoven, die Mühle hat zwei Mahlgänge für Mehl, ein Mühlrad, ein Gerinne.
Weil der Bauzustand der alten Mühle sehr schlecht war, blieb den Grafen v. Nesselrode zu Ehreshoven nur die Möglichkeit, diese Mühle aufzugeben und eine neue Mühle auf aktuellem technischen Stand zu bauen. Diesen Entschluss fasste er schon 1937. Am 23. April 1837 begann man mit dem Bau der neuen Mühle. Besonderen Wert legte der Mühlenbauer Büllesbach auf die hohe Qualität der Mühlsteine. Schon am 30. Juli 1838 sucht der gräfl. Rentmeister Komp im Amtsblatt nach einem neuen Pächter. Die neue Mühle hatte  einen Mühlenteich und eine Wasserzuführung erhalten.

 
 
Lageplan alte Eitorfer Mühle
 


 Zeichnung von 1726 malte Roidkin die Alte Eitorfer Mühle
 
 
Lageplan Alte und Neue Eitorfer Mühlen
 
 
 

weitere Mühlen in unserer Umgebung: 

Spurkenbachermühle, Getreidemühle


 


Foto: Spurkenbacher Mühle vor dem 1. Weltkrieg
 
 
 
Hausener Mühle von 1747, Getreidemühle 


Hausener Mühle
 


Foto: Hausener Mühle von 1747, Instandsetzung vom Wassergraben
 
 
 
Pulverfabrik Hamm am Seelbach 
 


Foto: LKW der Pulverfabrik Hamm in Thalhausen, 1926
 


Foto: Pulvermühle bei Hamm
 
 
 
Mühle in Leidhecke bei Leuscheid
 Foto: Standort der Mühle in Leidhecke v. Stefan Scheffels  
 
 
 
 
Irsener Mühle, Getreidemühle, Besitzer Alois Schneider
Löschbach Mühle, in Imhausen /Hundhausen
Löschbach Mühle, in Leidhecke
Mühlenbacher Mühle, Getreidemühle
 
 
 
Fürthener Mühle, 1946, Olligmühle, Öl aus Bucheckern
Krahwinkeler Mühle, Getreidemühle
Opperzauer Mühle, Getreidemühle
Baumer Mühle im Pochetal,
Pochwerk / Getreidemühle, von der Bäumeler Mühle ist nur eine Wüstung übrig geblieben.
 


Foto: Baumer Mühle
 
 
 
Riemgartener Mühle, Name existiert heute nicht mehr, Getreidemühle
Werfermühle, Getreidemühle
Auermühle, 1619,
zunächst Mahlmühle, ab 1791 als Pulvermühle betrieben.
Ehrentalsmühle, Getreidemühle
Opperzauermühle, 1457,
erwähnte Mühle könnte ein auffälliger Beweis sein, denn Grabenreste und Bodenfunde haben mit Sicherheit den Beweis für ein unterschlächtiges Zellenrad erbracht. (Löttgen, Dorf an der Grenze, 7f).
 
 
 
Oelmühle bei Holpe, Ölmühle, Säge und Getreidemühle.
Holpermühle bei Holpe,
mitten im Ort stand diese Mühle, über deren Anfänge man wenig weiß. 1875 steht "Heinrich Wilhelm, Oelmüller, und "Johannes Wilhelmi, Inhaber einer Knochenstampfe.
Kohlberger Mühle, Getreidemühle,
sie wurde 1912 gebaut. Ihre Motoren wurden zunächst mit einem Naphthalin-Benzin-Benzol Gemisch betrieben, doch wurde 1929 auf Strom umgestellt.
 


Foto: Kohlberger Mühle
 
 
 
Bruchhausener Mühle bei Holpe,
diese Mühle muss vor 1682 bereits bestanden haben.1715 ist sie auf einer Karte eingetragen, es gehörte auch zeitweise eine Ölmühle dazu.
Neuhöfchenmühle bei Holpe, Getreidemühle
Seifer Mühle bei Holpe, Säge und Getreidemühle
Wassermühle, Wissen, Getreidemühle.
Hammer Mühle bei Hamm, Hammerwerk, 1575,
wurde dieser Hammer konzentriert als Erweiterung einer "Hütte Seiffen" (die 1508 erwähnt wird). 1749 ist von einem Stahlhammer die Rede.
 
 
Die Mühlen an der Bröl :
Müschmühle, Getreidemühle,
direkt an der Brölmündung lag die Müschmühle, die dem heutigen Ort den Namen gegeben hat.
Ingersauer Sägemühle, Sägemühle.
Ingersauer Mühle, Getreidemühle,
sie wird 1645 erwähnt als Besitz des Junkers Baexen zu Veyau und des Wimar auf dem Schöneshof. Sie war eine Zwangsmühle. Heute ist in den Gebäuden eine Gaststätte, die "Pfannkuchenmühle".
 
 
Schlossmühle Herrnstein, Getreidemühle,
diese alte Mühle war früher eine Zwangsmühle, die zum Schloss Herrnstein gehörte, sie wurde später von einer günstigeren neuen Mühle abgelöst. 
Foto: Die frühere Mühle (später Fabrik) unterhalb von Schloss Herrnstein
 
 
 
Herrnsteiner Mühle, Getreidemühle, Hammerwerk, Sägemühle,
unterhalb vom Schloss Herrnstein, liegt die wahrscheinlich im 19. Jahrh. gebaute Mühle. Sie wurde im Laufe der Zeit erweitert zu einem Hammerwerk. 1805 wird dieses Hammerwerk erwähnt als einfacher Stabhammer, der dem Grafen Nesselrode zu Ehreshoven gehörte. Zuletzt wurde eine Turbine eingebaut die noch heute gut zu sehen ist. Heute stehen die Gebäude, die noch nach 1945 als Sägemühle und zuletzt als Fabrikbetrieb genutzt wurden, leer.
Herrnbröler Mühle, Getreide- und Sägemühle,
aus den 20er Jahren existieren Fotos, auf denen Teile dieser Anlage zu sehen sind. Die Sägemühle, die später wohl als zweites Standbein gegründet worden war, hatte eine Horizontalsäge.
Ziegenharther Mühle (Waldfrieden), Getreidemühle,
die Gebäude sind ziemlich zerfallen, der Besitzer hieß Romünder. Früher vor dem Bau der Kirche, war die Mühle das Ortszentrum von Zigenhardt. Heute ist davon keine Spur mehr zu finden. Sie war bis 1926 in Betrieb. 1939 wurde sie abgerissen., 1488 war sie erbaut worden.
 


Foto: Arbeiter am Mühlenrad der Ziegenhardter Mühle 
 


Zeichnung der Mühlräder der Mühle in Ziegenhardt
 
 
 
Ruppichterother Sägemühle, Sägemühle,
der Ifanger Bach war früher zu einem großen Teich aufgestaut, aus dem zusammen mit der Bröl die Sägemühle in Ruppichteroth ihr Wasser bezog. Später wurde eine Turbine eingebaut, die von der Firma HUWIL noch bis in die 60er Jahre genutzt wurde.
Velkener Mühle, Getreidemühle und Sägemühle,
viel erfährt man über diese Mühle noicht. In der topografischen Karte von 1896 ist sie jedoch eindeutig als Sägemühle ausgewiesen worden.
Brölauer Schreinerei,
in Brölau gab es früher eine Schreinerei, die mit einem Wasserrad die Wasserkraft der Bröl nutzte, um die Maschien des Betriebes z.B. die Drechselmaschinen, Sägen.
Oelerother Mühle, Getreidemühle,
Bäche: Bröl, Heringsbach, Dörgener Bach. Diese Mühle war geschickt angelegt, da sie das Wasser von 3 Bächen nutzte. Sie hatte einen langen Obergraben (der das Wasser der beiden Bröl-Nebenbäche aufnahm) und zusätzlich einen Teich. Sie ist vollständig verschwunden.
Pulvermühle Velken (Röddermühle), Pulver und Getreidemühle,
diese Anlage erbaut 1725 in einem unscheinbaren Gebäude, das eher einem altem Schafsstall gleicht, ist ursprünglich eine Pulvermühle gewesen, die dem oberhalb gelegenen Ort seinen Namen gab. In der Urfassung des Messtischblattes von 1845 ist sie als "Untere Pulvermühle", also als eine der Benrother Pulvermühlen vermerkt. Sie ist damals als Doppelmühle eingetragen.
 


Foto: Pulvermühle bei Velken 
 
 
 
Benrother Pulvermühle im Bröltal, Pulvermühle,
um 1831 finden wir diese um 1790 gegründeten Pulvermühlen im Besitz der "Justus Milchsack et Konsorten zu Nümbrecht". Es waren insgesamt sechs Produktionsstätten, die in größerem Abstand zueinander angelegt waren. 1918 wurde die gesamte Anlage stillgelegt, die Gebäuden wurden zerstört und abgebrochen. Als Mühle überlebte nur die zuvor genannte Pulvermühle bei Velken, da sie in eine Kornmühle umgebaut wurde.
 


Zeichnung der Benrother Pulvermühle
 
 
 
Benrother Hammer, Hammerwerk,
der Benrother Hammer wurde 1593/94 erwähnt.
Benrother Lohmühle 1,
in einer statistischen Erhebung der Bürgermeisterei Marienberghausen von 1829 erscheint unterhalb von Benroth eine Lohmühle.
Hillesmühle, Öl, Säge und Getreidemühle,
sie wird 1576 erwähnt als "Ollichsmuelen zu Berchenraidt (Berkenroth), 1759 erfolgte der Umbau zur Getreidemühle.
Berkenrother Hütte, Hütte/Hammerwerk,
diese Hütte an der Bröl wird 1593/94 erwähnt.
 
 
 
Berkenrother Lohmühle,
am Gößchen, ein winziger Bröl-Nebenbach, sie erscheint 1844 am Gößchen, "am Hofe Berkenroth".
Rossenbacher Mühle, Getreidemühle,
sie wird 1749 erwähnt, und 1809 ist sie im Mühlenverzeichnis der französischen Verwaltung eingetragen.
Beuinghausener Mühle, Schleif und Getreidemühle, 1576,
wurde sie im homburgischen Mühlenverzeichnus als "Schleiffmul" erwähnt. 1715 ist sie noch einmal auf der Ploennies-Karte eingetragen.
Ruh-Mühle, Ölmühle/Hütte,
sie wird 1576 erwähnt als "Ollichsmuelen zu Rohe".
 
 
 
Brenzinger Mühle, Getreidemühle, 1409,
wird sie erwähnt, wird aber wohl älter gewesen sein. Sie ist schon früh verschwunden.
Winterscheider Mühle, Getreidemühle,
gelegen am Dehrenbach, seit langem bekannt ist die Winterscheider Mühle, eine bekannte Gaststätte, bei der an die Mühle nur noch das Wasserrad und die Teichanlage erinnern. 
 


Postkarte Winterscheider Mühle
 


ausgebautes Mühlrad an der Winterscheidermühle am: 22.8.2024
 
 
Paulinenthaler Pulvermühle in Ennenbach, Pulvermühle,
diese Pulvermühle lag südlich von Ruppichterroth am Ennenbach. Vermutlich gehörte sie zu dem großen Komplex der Benrother Pulvermühlen, sie ist im März 1900 explodiert.
Heringsthaler Lohmühle,
der Heringsbach mündet in Oeleroth in die Bröl. Noch heute veraten ein paar Fischteiche an den Standort einer alten Mühle.

Weitere Arten der Mühlen:

Walkmühlen, Filzmühlen

Eisenhämmern 

Papiermühlen

Sägemühlen

Flachsbrechmühlen

Zwirn- und Drahtmühlen

Papiermühlen

Lohmühlen,
Oehlerhof bei Waldbröl, im Keller wurde eine Lohmühle mit Wasserkraft betrieben. Die Lohkuchen dienten als Heimaterial für Dampfkessel und mit dem Petroleum (Steinöl) getränkt als Fackeln bei Sedansfeiern

Hammerwerke

Bohrmühle

Senfmühlen

Gewürzmühlen

Tabaksmühlen




Olivenmühle

Blaufärbemühlen

Gipsmühlen,

Glasschleifmühlen

Glasschleifmühlen

Poliermühlen 

Die Tretmühle wurde von Menschen oder Tieren in Bewegung gesetzt, wie wir es im Kreismuseum zu Hachenburg noch sehen können. Sie wurde zum Inbegriff für den täglichen Arbeitstrott.

 

Mühlen Wissen
 
 
 

 

Autor des Textes: Karl L. Raab
Quellen: B e r g i s c h e M ü h l e n, H e r b e r t N i c k e
Stefan Scheffels
H a n s  D e u t s c h, E i t o r f e r M ü h l e n

Quellenverzeichnis

 

 

 

Wohlstand und Fortschritt durch den Eisenbahnbau

 


Bau der Eisenbahnverbindung Köln-Gießen -1845-

Eisenbahngeschichte von Hoppengarten bis Schladern

  1. Pulvermühle im Elisenthal
  2. Stürmerstraße in Wilberhofen -1939-

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