Infrastruktur der Orte Rossel und Wilberhofen ab Anno 1506
Autor: Karl Ludwig Raab
Als ein viermotoriger Flieger abstürzte
Als ein viermotoriger amerikanischer Flieger abstürzte (B17).
Wahrscheinlich am 22. Februar 1944 hatten amerikanische Bomber einen Großangriff auf einen süddeutschen Bereich (wahrscheinlich Schweinfurt] geflogen.
Ohne die Bombenlast waren sie auf dem Rückflug. Sie flogen in Pulks zu je 12 Maschinen, alle B17 Bomber mit je 10 Mann Besatzung, sog. Fliegende Festungen (Aying fortress). Wir standen alle draußen und schauten dem Rückflug von hunderten Bombern zu, wurden jedoch durch das Dröhnen der schweren Flugzeugmotoren mit Angst erfüllt. Der Boden zitterte.
Dann geschah etwas für uns Unvergessliches. Ein deutsches Jagdflugzeug kam blitzschnell an einen Pulk heran, schoss einen der Bomber heraus und verschwand wieder blitzschnell. Die angeschossene/abgeschossene Maschine löste sich aus dem Verband und begann zu trudeln. Sie verlor zusehends an Höhe und konnte nicht mehr die Fahrtrichtung halten. Dann kam ein schnelles Ende: der Absturz.
Nur konnten wir von hier aus nicht erkennen, wo der Absturz erfolgt war, jedenfalls in westlicher Richtung. Wir konnten auch nicht sehen, wie Besatzungsmitglieder mit dem Fallschirm absprangen. Es sind 8 gewesen, denn nur 2 lagen tot bei den Trümmern des Flugzeugs.
Am nächsten Tag liefen wir, Peter Lutz und ich, nach der Schule in Eitorf los, um den abgestürzten Bomber zu sehen.
Denn mittlerweile war der Ort des Absturzes bekannt: Niederrieferath. Natürlich kamen wir zu dem Platz - dicht hinter einem Bauernhaus. Reste brannten noch, im Heck konnte man einen Toten erkennen, und neben dem Rumpf lag ein Toter, dessen Bild ich nie vergessen werde: hünenhafter Soldat (wahrscheinlich ein Offizier), Stierkopf auf der Brust der Ledermontur, schöne Goldringe an der Hand.
Die 2 Toten wurden in Herchen begraben, aber später nach Amerika heimgeholt.
Nachdem wir alles genau besehen hatten, mussten wir uns auf den Heimweg machen. Das muss man sich heute mal vorstellen: 13 Jahre, zu Fuß von Eitorf nach Rieferath und dann nach Dattenfeld. Und unsere Mütter? Es war doch Krieg!
Nachtrag:
Der deutsche Jagdflieger war ein Oberleutnant König, der bald nach dem besagten Angriff selbst verwundet wurde und im Krankenhaus Siegburg lag, später jedoch ist auch er gefallen .
Autor: Karl Ludwig Raab
Quelle: Ersfeld, Eitorf, Willi Schröder, Dattenfeld was so einst war.
Kriegsgeschichte in Rossel und Wilberhofen
Front an der Sieg
Kriegsberichte aus Rossel und Wilberhofen
Nach einem Bericht von Ralf Anton Schäfer aus Betzdorf, Herausgeber des Buches : Kriegsende in der Heimat.
Im Laufe der vergangenen Jahre habe ich das Glück gehabt, viele Veteranen beider Seiten befragen zu können, hierunter auch den ehem. Leutnant Werner Hohmann, welcher als Angehöriger der 11. Panzerdivision mit Resten des 111. Panzergrenadierregiments die Sieg bei Eitorf überquert.
Vor seinem Tode sind wir einmal in Wilberhofen gewesen und haben uns die Örtlichkeiten angeschaut. Anhängend einmal der Bericht Hohmanns zu Wilberhofen: „Bei EITORF mit etwa hundert Mann und drei Haubitzen am 30. März 1945 die Sieg überquert.
Im Wald nördlich Wilberhofen in Stellung gegangen. (Anmerkung – nicht bei Rossel, sondern im Bereich des „Kesselsiefen“)
Befehl vom Regimentsstab: alle Jungen und Gesunden sollen eine Kompanie bilden. Wie soll das ermöglicht werden? Jung sind die meisten, aber alle sind krank! Wer nicht an Durchfall leidet ist an der Psyche erkrankt, andere können keinen Fuß mehr vor den anderen setzen, da diese stark geschwollen oder blutig sind.
Hauptmann Schneider ist sehr erregt darüber, will gar niemanden gehen lassen.
Da die Angelegenheit nicht schnell genug vonstattengeht kommt am Nachmittag Oberstleutnant Rücker in Begleitung des Feldarztes und zwei Sanitätssoldaten.
Man nimmt uns die Entscheidung zur Auswahl ab - damit auch die moralische Verantwortung. Es ist ein „Schlussmachen mit der Durchfall-Kompanie“. Fronttaugliche sollen in den Einsatz. So schlimm ist es geworden. Knapp 70 Männer werden trotz Gegenwehr und Einwände durch Hauptmann Schneider für den letzten Waffengang ausgewählt, die Geschütze gibt man ihnen nicht mit; Infanterieeinsatz.
(Anmerkung – die Soldaten wurden durch Hauptmann Fritz Rose, Chef einer Kampfgruppe der 363. Volksgrenadier Division übernommen und in dieFrontverteidigung entlang der Sieg zwischen Schladern und Hoppengarten eingegliedert).
Am 31. März 1945 erstes Ausschlafen, dann Geschütze in Stellung gebracht, festgestellt dass eine der Haubitzen wohl durch Fliegerbeschuss stark beschädigt worden ist, eine Reparatur kommt nicht in Frage, Ersatzteile gibt es nicht. (Anmerkung – Hierfür sollte Hauptmann Schneider zur Rechenschaft gezogen werden, da er die Verantwortung über die Geschütze trug.
Durch den Einsatz und Vorreden der Hauptmänner Rose und Mascher würde Schneider nicht in eine „Frontbewährungseinheit“ gesteckt sondern konnte bei seinem Haufen bleiben.
In Wilberhofen musste er sich der Verantwortung gegenüber dem Regimentskommandeur (Oberst Burst in Vertretung des Oberst Kielmannsegg) stellen und sollte selbst als Artillerist an die Front. Mascher und Rose kontaktierten darauf den Divisionskommandeur General Weber, welcher darauf selbst in Wilberhofen tätig wurde und Hauptmann Schneider vor Burst in Sicherheit brachte.

Hotel - Restaurant Hotel Zum Bahnhof
Im Gefechtsstand müssen Worte gefallen sein wie „Heute Abend sind sie besser gefallen!“ Dies ereignete sich in einem Gasthaus gegenüber des Bahnhofes.
Die Artilleriegeschütze waren an einem in südwestliche Richtung grenzenden Wald in Stellung gebracht worden. Leider konnten wir 1999 nicht mehr in Erfahrung bringen wo das war.
Außer Lufthoheit der Amerikaner ist von der Existenz des Krieges nicht viel zu spüren. Man hört nur die Kämpfe jenseits der Sieg, sonst trägt es den Charakter eines Aufenthaltes auf einem Truppenübungsplatz, feindliches Arifeuer im Wesentlichen nur auf direkten Frontraum.
Der Gefechtslärm nimmt allerdings stetig zu. Hinter uns rollen eigene Panzer, darunter auch Tiger, nach Osten, ziehen also aus dem Brückenkopfgebiet ab.
So gut es geht wird mit dem verbliebenen Rest noch Ausbildung betrieben und in Fünfergruppen Erholung befohlen. Mittels Lastkraftwagen wird am Abend neben Granatmunition auch Verpflegung für 100 Mann aus dem nahen Ruppichteroth angefahren, wir sind aber nur 30 und können nun einmal Leben wie Götter; endlich wenn auch nur vorübergehend ein Ende der monatelangen Entbehrungen!
Hptm. Schneider nimmt Auszeichnungen vor, Wille und Balock erhalten das EK I, Gutmann, Zauder und Koch werden mit dem EK II beliehen.
Kampmann bekommt als erster in der Abteilung die Nahkampfspange in Silber. Bis zum 1. April in abwartender Stellung gelegen.
Für Geschütze ist Munition vorhanden, wird aber nicht eingesetzt. (Anmerkung – Teile der Munition wurden zurückgelassen bei dem nächsten Stellungswechsel)
Soviel erst mal zum Bericht des Leutnants Hohmann. Nachdem diese dort abgerückt waren, wurden die Ortschaften zum Kampfgebiet.
Es war die Zeit nach dem 2. 4. 45. Die Amerikaner verstärkten ihre Stoßtrupptätigkeiten und hier und da kam es zu Gefechten.
Etwa am 2. 4. 45 oder 3. 4. 45 verließ das Pz.Gren.Regt. 111 Wilberhofen und die Grenadiere der 363. VGD richteten sich dort zur Verteidigung ein.
Als der „Abschied“ zwischen 111 und 363 gekommen war, verabschiedete sich Oberst Burst mit den Worten „Und wenn ich euch wieder sehe, dann seid ihr alle Tot oder aber die Sieg-Front in Wilberhofen hat gehalten!“
Zum Glück war Burst nur stellvertretender Kommandeur des Regimentes und wurde durch den Stab der 363. VGD (hier insbesondere durch Major Pauls) im Auge gehalten und es wurden heldenhafte Dummheiten verhindert. Als Kielmannsegg (der eigentliche Kommandeur des Pz.Gren.Regt. 111) wieder zurück war, gab es ein Gespräch zwischen ihm und Major Pauls, wo gesagt wurde: „Auch als Offizier – gerade in dieser
späten Stunde – muss man seinen Untergebenen gegenüber erst recht noch Mensch bleiben!“
21 cm Mörser gab es nur wenige, welche an der Siegfront zum Einsatz (auch Feuerkampf aufnahmen) gekommen sind:
- Werferregiment 55
- Heeresartillerieabteilung
- Volksartilleriekorps
- Volksartilleriekorps
Von den oben erwähnten Einheiten streiften alle den Raum Eitorf, teils nördlich, teils südlich der Sieg, nur aber das Werferregiment 55 ging am 27. 3. 45 noch südlich und nördlich der Sieg in Stellung und führte den Feuerkampf. Mir ist bekannt, dass eine der Abteilungen bei Zitat: „Südlich von Ruppichteroth“ mit zwei 21cm Mörsern in Stellung gegangen waren. Nur konnte ich nie den genauen Ort bestimmen.
Ich glaube, dank Ihrer Mail, dem nun ein großes Stück näher gekommen zu sein! Danke dafür! Hier einmal die Stellenbesetzung der 15. Volkswerferbrigade am 30. 3. 45 :
Stellenbesetzung 15. Volkswerferbrigade
| Kommandeur | Generalmajor | Leo von Zanssen |
| Werferregiment 85 | Oberstleunant | Ewald Kraus |
| 1. Abteilung | Major | Günter Kleinewitz |
| 2. Abteilung | Hauptmann | Resch |
| Verbindungsoffizier | Leutnant | Matern |
| Vorgesch.Beobachter | Leutnant | Thomas |
| Abteilung 15cm PZ.Werfer 42 | Hauptmann | Gustav Berndes |
| Kommandant Sdkfz. 1 | Leutnant | Georg |
| Nahschutzkompanie | Leutnant | Hoffmann |
| Werferregiment 55 | Oberstleutnant | Schneider |
| Führer der Munitionskolonne | Oberschirrmeister | Walther |
| Batterieoffizier 2. Batterie | Leutnant | Mylius |
Die Brigade erhielt am 31. 3. 45 den Befehl, den vor Siegen stehenden Amerikaner zu bekämpfen und wurde darauf in den Raum Siegen verlegt.
Hierher kommen also vermutlich die beiden 21cm Geschütze.
Dank an den Berichterstatter Ralf Anton Schäfer aus Betzdorf
Autor: Karl Ludwig Raab
Autor des Textes: Ralf Anton Schäfer, Betzdorf, Kriegsberichterstatter
Der amerikanische Bomber

Der Zeitzeuge G. Lutz aus Rossel berichtet:
Es war in den letzten Kriegstagen als eine endlose Schlange von verlassenen Militärfahrzeugen, auch Panzer, entlang der alten Straße von Rossel nach dem Roth standen. Die Besatzungen waren geflohen und hatten ihre Fahrzeuge dort abgestellt. Der Augenzeuge berichtet, wie er in Rossel einen großen amerikanischen Bomber aus Richtung Schladern kommend anfliegen sah. In der Befürchtung, dass der Bomberpilot nicht wusste, dass es sich um abgestellte, verlassene Fahrzeuge handelte, überkam ihn die Angst, dass der Bomberpilot den kompletten Ort noch bombardieren könnte.
Dann aber wackelte der Bomberpilot mit beiden Flügeln seiner Maschine hin und her als Zeichen, dass er die Lage erkannt hatte und flog weiter in Richtung Eitorf. Der Ort Rossel entging somit in den letzten Kriegstagen einer großen Katastrophe.
Zeitzeuge G. Lutz aus Rossel
Autor: Karl L. Raab
V1 und V2 Raketen Geschichte aus dem Oberbergischen

Die Vergeltungswaffe-1, die V-1, wurde in einjähriger Arbeit von der Luftwaffe entwickelt. Sie war ein unbemannter Flugkörper, mit 1000 Kilo Sprengstoff gefüllt, der von Startrampen oder Flugzeugen abgeschossen wurde.
Die V-1 flog in Höhen zwischen 200 und 2000 Metern und hatte eine Fluggeschwindigkeit von 650 Kilometern in der Stunde; eine relative Fluggeschwindigkeit, die Jägern und Flak die Möglichkeit bot, die V-1 abzuschießen.
Als die Front an die Grenze Deutschlands zurückgefallen war, mußten auch die V-1-Abschußstellen zurückverlegt werden.
In der zweiten Septemberhälfte des Jahres 1944 kam der Stab des FlakRegiments 155, der den Einsatz der V-1 leitete, in das ehemalige Arbeitsdienstlager Seelbach bei Siegen. Kommandeur des Regiments war Oberst Wachtel.
Die I. Abteilung des Regiments erkundete im Raum Gummersbach-Wipperfürth, und die III. Abteilung im Raum Weyerbusch-Altenkirchen einen neuen Abteilungsgefechtsstand. Jede Abteilung (a 4 Batterien) hatte dazu 16 neue Stellungen, sowie Ausladebahnhöfe, Gerätelager und Batteriegefechtsstände einschließlich Zwischenunterkünfte zu erkunden. Die Erkundungen standen unter militärischer Geheimhaltung und wurden von kleinen Trupps durchgeführt, die von der Zivilbevölkerung kaum bemerkt wurden. Der Ausbau der Stellungen wurde von der Bau-Organisation Todt, oft in Verbindung mit örtlichen Baufirmen und unter Einsatz von Fremdarbeitern, durchgeführt. So entstanden im bergischen und oberbergischen Land, auf einsamen Höhen, in der Stille der Wälder, betonierte Vierecke für fahrbare Abschußvorrichtungen. Bereits im Oktober 1944 wurden von solchen Betonplatten die ersten V-1 auf Brüssel und Antwerpen, dem Nachschubhafen der Angloamerikaner, abgefeuert. Aber noch waren nicht alle Kinderkrankheiten der neuen Waffe beseitigt. Von 337 Schuß waren 47 Abstürze und Kreisläufer. Dazu vermerkt das Kriegstagebuch des Flak-Regiments 155 unter dem 5. Januar 1945:
„Durch Frühabstürze und Kreisläufer haben sich in jüngster Zeit mehrfach Unglücksfälle auf deutschem Boden ereignet, die unter der Zivilbevölkerung ihre Opfer forderten. Diese Tatsache und ein besonders schwerwiegender Fall, bei dem 5 deutsche Frauen und Männer ihr Leben einbüßten, veranlaßten den Regimentskommandeur, Oberst Wolf (Tarnname für Oberst Wachtel), zu folgendem Tagesbefehl an die Soldaten des Regiments:
„Heute erreichte mich die Meldung, daß wieder ein Geschoß aus den Stellungen der III. Abteilung auf deutschem Gebiet abgestürzt ist. Seit Beginn der Einsätze der II. Abteilung (aus den Stellungen in der Eifel. Anmerkung des Verfassers) fallen Geräte, die im Kreisflug zurückkehren, in Städte, Dörfer und Gehöfte in einem Ausmaß, das erschreckend ist. Viele dieser Abstürze liegen im Ruhrgebiet und bringen dort Angst, Verstörung und Lebensgefahr der Bevölkerung, die durch den Bombenterror unserer Feinde mehr als genug getroffen worden ist.
Der Befehl fordert dann von allen Soldaten des Flak-Regiments 155, bei den Startvorbereitungen und bei der Einstellung der Zielgeräte äußerste Sorgfalt walten zu lassen, „um einen ordnungsgemäßen Flug zu gewährleisten. Nur dann werden Sie vor sich selbst bestehen können! "

Fast gleichzeitig mit der V-1 war auch die Vergeltungswaffe-2, auch A-4 genannt, fertig. Die V-2 war eine Mittelstreckenrakete mit Alkohol-SauerstoffAntrieb, die in zehnjähriger Arbeit vom Heer in Peenemünde entwickelt wurde. Sie trug 1 Tonne Sprengstoff und hatte wie die V-1, eine Reichweite von 350 Kilometern. Die V-2 flog mit 5500 Stundenkilometern und erreichte eine Höhe von 90 Kilometern, und war damit weder von Jagdflugzeugen noch von Flak abzuschießen. Die V-2, die von den deutschen Raketenspezialisten von Braun und Dornberger entwickelt wurden, leitete das Zeitalter der Raketen ein, die als größten Triumpf, Menschen zum Monde trugen.
Am 8. September 1944 wurde die erste V-2 aus dem Raum Den Haag (Niederlande) auf London abgefeuert. Die schreckliche auch moralische Wirkung veranlaßte Montgomery und Churchill zur Land- und Luftlandeoperation auf Arnheim, deren Ziel es auch war, die deutschen V-Waffen-Basen in den Niederlanden auszuschalten, weil sie glaubten, den Londonern keinen neuen Winter mit den Schrecken der V-2 zumuten zu können. Die Operation Arnheim schlug fehl und so wurden die V-2 Abschußbasen am Ijsselmeer erst im Frühjahr 1945 zur Verlegung ins Reichsgebiet gezwungen. Die V-WaffenDivision (Armeekorps z.V.) wurde zunehmend von der alliierten Luftwaffe
angegriffen und als die letzte Offensive ins Herz Deutschlands bevorstand, verlegte man sie in den Raum Meschede im Sauerland. Dort erfolgte die Unterstellung aller V-Waffen unter einheitlicher Führung von Generalleutnant der Waffen-SS, Dr. Ing. Kammler.
Diese Ausführungen zur Erklärung der Zusammenhänge mit den „Geisterzügen", die auf fliegergedeckten Eisenbahnstrecken im Oberbergischen, im Sauerland und im Westerland abgestellt waren. Sie waren mit Teilen von V Waffen beladen, die auf Spezialfahrzeuge umgeladen und an die Abschußstellen transportiert wurden. Dort wurden sie zusammengefügt und startklar gemacht.
Aus einer Stellung bei Winterscheid, zwischen Hennef und Ruppichteroth, wurden V-1 abgeschossen. Weitere Stellungen wurden bei Marienberghausen und Drabenderhöhe gebaut. In diesem Zusammenhang erfolgte ein Jaboangriff auf den Kleinbahnhof Nümbrecht, als Hauptmann Blank von einer V-Waffen-Einheit am hellen Tage V-Waffenteile verladen ließ. Dabei wurden mehrere Güterwagen, sowie das Dach des Hauses Fuchs, der Kohlenschuppen von Holländer und eine Autogarage zerstört.
Die V-Truppe beschlagnahmte rigoros Maschinen und Geräte, die sie zum Bau von Stellungen und zum Unterhalt der Abschußrampen benötigte. Auf den benachbarten Bahnhöfen wurde nachts Material ein- und ausgeladen. In Niederbierenbach wurde eine Werkstatt eingerichtet, in der auch die 12 Meter langen mobilen Abschußwagen repariert wurden. Von der Abschußstelle Kreuzheide (bei Windhausen-Marienberghausen) wurde am 7. März 1945 ein einziger Probeschuß abgefeuert, der als Irrläufer um 15.45 Uhr zwischen Bickenbach und Niederbröl eingeschlagen ist. Der Trichter war zwei Meter tief und hatte einen Durchmesser von zehn Metern.
Die V-Waffen wurden in unterirdischen Produktionsstätten im Harz hergestellt und zerlegt mit der Eisenbahn zu den Abschußbasen gefahren. Beispielhaft dazu ein Bericht des Morsbacher Heimatkundlers Christoph Buchen, der über den Transport von V-Waffen auf Rungenwagen, die mit großen Planen abgedeckt waren, berichtet:
„Vom Bahnhof Volperhausen nach dem Bahnhof Hermesdorf hat Albert Katzenbach aus Appenhagen einmal nachts einen V-Zug als Rangierer begleitet. Fünf Güterwagen, mit V-Waffen beladen, wurden an eine Lok, die jeden Abend von Dieringhausen kam, angehängt. Die V-Waffen wurden im Bahnhof Hermesdorf auf Lastkraftwagen umgeladen und dann in Richtung Waldbröl abgefahren. Als dann der Bahnhof Dieringhausen bombardiert und die Drehscheibe zerstört wurde, konnten die Fahrten nicht mehr durchgeführt werden. "
Quelle: Bis zur Stunde Null, von Wilhelm Tieke












B-17 bei Altenherfen




