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  1. Chronik

Anno 1247 - Die Grafen von Nesselrode

 

Die Grafen von Nesselrode

 

 


 

In den Urkunden des Grafen Heinrich III. von Sayn (+ 01.01.1247) vom 16. Oktober 1241 ausgestellt in Herchen a.d. Sieg und Mechthild (* v. Landsberg + 12.11.1285) ehemalige Gräfin von Sayn vom 16. Februar 1249 im Hof der Gräfin in Köln, wird ein Zeuge Heinrich Fleck (Vlekko / flecko) von Holstein, abgegangene Wasserburg bei der späteren Burg Homburg bei Nümbrecht (Oberbergischer Kreis) erwähnt.

Das Geschlecht wird erstmals mit dem Ritter Heinrich genannt Flecke von Nesselrode als Lehnsmann der Abtei Deutz im September 1303 in einer Urkunde genannt.

Eine Abstammung von Albert Sobbe von Leysiefen ist wahrscheinlich. Namen gebender Stammsitz war die Burg Nesselrath an der Wupper bei Leichlingen. 1335 wird der Sohn von Heinrich Flecke von Nesselrode, Flecke von Nesselrode, Lehnsmann des Grafen Rainald II. von Geldern.

1368 erscheint der Ritter Johann von Nesselroide, der als Lehnsmann der Grafen von Berg auftritt und siegelt.

Wilhelm von Nesselrode († 1389 oder 1399?) heiratete Jutta von Grafschaft, Tochter des Adolf von Grafschaft zu Ehreshoven und Jutta von Sayn. Er wurde durch diese Ehe Herr von Ehreshoven bei Engelskirchen im
heutigen Oberbergischen Kreis und Mitherr von Stein. Seine Söhne Johann der Ältere zum Stein und Johann der Jüngere zu Ehreshoven waren Stammväter der zwei Hauptlinien Stein-Reichenstein und Ehreshoven.

Angehörige der Stein-Reichensteiner Linie erhielten bereits 1481 das Erbmarschallsamt und das Erbkämmereramt des Herzogtums Berg. Der Sohn von Johann dem Älteren von Nesselrode zum Stein und der Katharina von Gehmen, Wilhelm († 1499), heiratete Elisabeth Nyt von Bürgel und erhielt 1478 die Reichsgrafschaft Rheydt. Seine Urenkel, die Reichsfreiherren Bertram und Johann Matthias von Nesselrode, begründeten zwei weitere Zweige der Familie. Bertram († 1678), Herr auf Herten, Stein und Ehrenstein, kurkölnischer Geheimrat und Statthalter des Vest Recklinghausen, war der Stammvater der Reichensteiner Linie. Er war mit Lucie Gräfin von Hatzfeld verheiratet.

 


Burg Herrnstein im Bröltal

 

 

 
Portrait Willi Hönscheid/Eitorf-Forst


Johann Franz Josef Graf von Nesselrode-Reichenstein, Herr zu Mechernich, Burgfey, Grimberg, Herten, Stein, Bürgel, Ehrenstein, Dahl, war vor der Franzosenzeit Kur-kölnischer Geheimer Extra-Konferential-Rat und Hofrats-Präsident, Obrist-Kämmerer, Statthalter der Veste Recklinghausen, Amtmann zu Kempen und Oedt, Erbmarschall und Erkämmerer des Herzogtums Berg und Erbdirektor der Bergischen Ritterschaft. Zwischen 1806 und 1813 bekleidetete er im Großherzogtum Berg das Amt des Innen- Justiz- und Kriegsministers. Er wurde am 21. September 1755 auf Burg Vondern geboren, heiratete am 22. Juli 1777 Johanna Felicitas Gräfin von Manderscheid und starb am 24. Oktober 1824.

 

 


Foto: Westfälisches Amt für Denkmalpflege, Münster

 

Johann Wilhelm Carl Franz Graf von Nesselrode-Reichenstein, ältester Sohn des großherzoglich.bergischen Innen- , Justiz und Kriegsministers, geb. am 5 Juli 1778, 1795 Leutnant in österreichischen Diensten, 1797 östrreichischer Rittmeister, 1806 Übertritt in großherzogliche-bergische Dienste, Oberst und Eskadronchef der Kavallerie, kämpfte in Spanien und Russland, 1815 Oberst und Kommandeur des Ersten Rheinischen Landwehr-Ulananen-Regiments,1821 Generalmajor, verstorben am 31. März 1822 in Münster/Westfalen.

 

 
Foto: Westfälisches Amt für Denkmalpflege, Münster

 

Johann Maximilian Friedrich Franz Graf von Nesselrode, Sohn des großherzoglich-bergischen Innen- , Justiz- , und Kriegsministeres, kämpfte im Sachsen-Feldzug auf österreichischer Seite u.a. auch gegen die bergischen Lanziers. Er wurde am 26. Februar 1783 geboren, trat in österreichische Dienste und war 1812/13 kaiserlicher Kämmerer und Major bei den Lichtenstein-Husaren. Am 26. August 1813 wurde er in der Schlacht bei Dresden tödlich verwundet und starb am 1. September 1813 in Prag.

 


Der Begründer der Landscroner Linie Johann Matthias war mit Elisabeth von Wylich vermählt. Aus dieser Ehe entstammte der Freiherr Johann Wilhelm von Nesselrode, der durch Heirat mit Franziska Margaretha 
von Brempt, Erbtochter des Johann von Brempt aus dem Adelsgeschlecht derer von Brempt, die Herrschaft Landscron erhielt. Sein Enkel Graf Johann Wilhelm († 1800) konnte nach dem Erlöschen der Reichensteiner Linie 1776 deren reichsunmittelbare Besitzungen erwerben und den Sitz im westfälischen Grafenkollegium erben. Die Linie starb 1824 mit Franz Joseph (* 1755) im Mannesstamm aus.

Aus der Linie kamen u. a. eine Ur-Ur-Urgroßmutter der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, Johanna, die 1670 Bernhard III. von Droste-Hülshoff (1634–1700) heiratete. 

 


Einquartierungsverordnung von 1686

 

Rittersitz Obermarkelsbach I.

Obermarkelsbach ist schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrh. im Besitz der Familie Nesselrode in Ehreshoven.
Im Erkundigungsbuch vom Jahre 1555 wird Joh. von Nesselrode zu Obermarkelsbach genannt, und im Ritterzettel heißt es: Johann von Neßelrod, Amptmann zu Windeck von wegen des hauß Over-Markelsbach.
Schon 1529 war Bertram von Nesselrode (aus einer Nebenlinie), vermählt mit Anna Stecke, Erbin zu Herten, im Kirchspiel Much begütert. Der obengenannte Johann von Nesselrode war der Sohn des Wilhelm (verst. 1540), Amtmann zu Windeck, und der Agnes von Palant. Johann war der Amtmann von Windeck (gest. 11. Dez. 1561) und heiratete Sophia von dem Bongard. Sein Sohn Wilhelm (gestr. 19. April 1608), Amtmann zu Windeck und Blankenberg, heiratete Elisabeth von Schwarzenberg zu Gimborn.
1581 heißt es: Markelsbach ist ein alter Strunk (Ruine) in einem Wassergraben und ist den Kindern von Nesselrodt zu Ehrißhoven zuständig. Wenn hier von Kindern die Rede ist, wird auch noch der Bruder Wilhelms, Bertram, vermählt mit Maria von Willich, in Betracht kommen, der auch im Ritterzettel (Amt Windeck) 1583 genannt wird.

Wilhelms Sohn war Adolf, Amtmann zu Windeck. Er heiratet Anna Katharina von Soetern. Dessen Sohn Bertram, ebenfalls Amtmann von Windeck, heiratet Maria Magdalena von Hatzfeld.
Die Glocke zu Much vom Jahre 1657 trägt die Inschrift: "BETRAM, FREYHERR VON NESSELRAT ZU EHRESHOVEN; HERR ZU THUMB, ERBMARSCHALK DES FÜRSTENTUMES BERG, ZUR ZEIT AMTMANN ZU WINDECK".

Von seinen Söhnen wird 1655 Johann zu Obermarkelsbach genannt. Dessen Neffe war Karl Franz. Er war der Sohn des Philipp Wilhelms, welcher mit Maria Adiana, Freiin von Leerodt, vermählt war und von Kaiser Ferdinand III. am 3. Aug. 1655 den Reichsfreiherrnstand bekommen hatte. Karl Franz erhielt von Kaiser Joseph I. am 4. Sept. 1705 mit Zulegung und Vereinigung des Ehreshovenschen Wappens die Reichsgrafenwürde und am 20. Nov. 1729 das Indigenat (Staatsbürgerrecht) in Ungarn. Derselbe (verst. 10. Juni 1750) hinterließ aus der Ehe mit Maraia Theresia Sophia Elisabeth, Freiin von Schorlemer zu Oberhagen, außer mehreren Kindern, zwei Söhne, Karl Franz und Maria Julius Wilhelm, welche das Geschlecht fortsetzten.

Ihr Bruder Johann Wilhem Franz Ludwig, Graf von Nesselrode, wurde am 21. Sept. 1730 auf "Merchelsbach" bei den bergischen Landtagen auf geschworen. Wappen: in Rot silberner Gegenzinnenbalken, Helm: rotes Brackenhaupt, um den Hals belegt mit Schildbild. Decken: rot-silbern.

Karl Franz wurde aufgeschworen, wegen des Hauses Merkelsbach am 24. Nov. 1754, 1776 der Sohn von Karl Franz, Franz Karl Alexander, und 1779 dessen Bruder Johann Franz Felix. Fahne nennt noch einen Franz Bertram, Reichsgraf von Nesselrode, Herr zu Merkelsbach geboren 1. Dez. 1783, der 1816 Maria Luise von Harleben heiratete.

In einem Berichte vom Jahre 1750 heißt es: "Im Kirchspiel Much sind drei Güter des Namens Markelsbach, nämlich Obermarkelsbach, von denen das eine beständig vom Landtag beschrieben worden und dem Hofkammer- und Geheimrat Grafen von Nesselrode zuständig ist.  

 

  • - Französische Revolution und Preußens Gloria um das Amt Windeck 

    - Das Amt Windeck, die Rittersitze, Burgen, Höfe, Klöster und Schloss in Windeck 
  • - Die Burgen und das Schloss von Windeck

    - Rittersitz Stockhausen

    - Bertram von Nesselrode und seine Besitzungen in Rossel

    - Kloster Herchingen (Herchen)

    - Anno 1597 Mühlenstreit mit Adolph von Nesselrode

    - Mühle und Rittersitz Welterode in Eitorf

    - Herrnsteiner Mühle 

 

Quellenverzeichnis

Anno 1400 - Ritter Huhn und die Familie von der Lippe, genannt Huen

 


Wappen der Ritter Huhn und die Familie von der Lippe, genannt Huen und die Rittersitze Wilbringhoven und Broich.

 

 


Wappen der Ritter Hoen


Zur Schreibweise: 

Verbindung der Ritter von Huen mit dem Sachsenstamme von der Lippe siehe: Die Huensche Burg zu Wilberhofen.

Was die Schreibung des Namens angeht, so findet man bald den vollständigen Namen, bald nur den Beinamen Hoon (so in der Kapelle zu Hoppengarten),  in den Fenstern zwei Wappenscheiben:

1. LOUISA CATHARINA VON DER LIPP GENANT HOEN, FREYFRÄULEIN VOM HAUS BRUCH UNDT EISENGARTEN, D. D. I 7 5 I .

2. JOANN BERTRAM WEYNANT D. D. I 7 5 1 .

Hon (Kapelle zu Tal-Windeck), Hoyn oder Hoin, Huen (Kirche zu Friesenhagen), Hoen, Hoeyn, Huhn, Hoyne, Hone, Hoene, Hune, Hoyngen.

Die Aussprache mag wohl immer Hun oder Hune gewesen sein, wie sich im Munde des Volkes in Sagen und Erzählungen nur der Name Huhn erhalten hat.

Zu den Aussichtspunkten an der Sieg, die einen malerischen Rundblick bieten, gehört auch unstreitig der Hoppengartener Berg.

Das Landschaftsbild, das durch die Ruine Windeck abgeschlossen wird, zeigt an einer bedeutenden Krümung der Sieg zwischen den Dorfschaften Hoppengarten und Dattenfeld die Ortschaft Wilbringhoven, in gesegneter Flur an den Berg gelehnt.

Wilbringhoven wie auch die in der Nähe zwischen Dattenfeld und Tal-Windeck dicht neben der Eisenbahn liegenden Ruinen des Hauses Broich erinnern an zwei adelige Sitze, deren Geschichte uns hier beschäftigen soll.

Von dem Burgsitz Wilbringhoven, der in der Mitte des gleichnamigen Dorfes lag, sind nur noch ein Brunnen und das ehemalige Stallgebäude übrig, welches gegenwärtig als bäuerliches Wohnhaus dient.

Von dem Hause Bruch oder Broich sind noch Grundmauern vorhanden. Zwei viereckige Plätze erheben sich in einer flachen Talmulde. Der größere, dicht an der Eisenbahn gelegen, ist 55 Schritte lang und 50 Schritte breit, der dahinter gelegene kleinere etwa 30 Schritte lang und 50 Schritte breit. Der erstere, der noch ringsum Reste einer Umfassungsmauer zeigt, mag Stallungen und Ökonomiegebäude enthalten haben. Der letztere zeigt außer der Umfassungsmauer noch Trümmer des ehemaligen Burghauses. Vorplatz und Burgplatz werden von breiten, jetzt trocken gelegten Wassergräben umgeben und durch einen 20 Schritt breiten Graben voneinander getrennt. Auch Spuren von Brücken, die zum Burggelände und vom Vorplatz zum Burgplatz führten, sind noch erkennbar. 

Beide Burgsitze waren seit dem 14. Jahrhundert im Besitz der Familie von der Lippe, genannt Huen. 

Anm: Um 1500 wurden die Ritter von den Grafen Hatzfeld mit Gut Ellingen belehnt und trugen den Beinamen „genannt Ellingen“.

Der Stammsitz in Diezenkausen wurde verkauft an die Herren „von der Lipp, gen. Hoen“ (Ritter Huhn), die ihren Sitz bei Dattenfeld hatten.

Oberhalb des Hofes Stein, Gauchel gegenüber, an dem Wege von Mauel nach Dreisel, liegen auf der unteren Terrasse des Grengel- Gruelberges bedeutende Steinmassen, welche an etlichen Stellen das Vorhandensein einiger Türme andeuten.

Die Überlieferung im Munde des Volkes bezeichnet dieselben als die Trümmer des Stammhauses der Familie Huen oder Hun.

Die obere Terrasse wird als der Burggarten angesehen. Der ganze Bergabhang nebst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrh. im Besitz des Grafen von Velbrück zu Mauel war. Der Burgsitz der Familie Huen wurde am Ende des Jahrhunderts zur 
Wiederherstellung der Burg Mauel abgetragen.

Broich wird schon im Jahre 1273 genannt. Nach einer Urkunde musste Graf Adolf von Berg an das Kloster Nonnenwerth von seinem Hofe Broich einen jährlichen Zins bezahlen, welchen er auf das Kloster Altenberg gegen mehrere Schenkungen übertrug.

Ein Johann von Broich besiegelt 1363 die Urkunde, mit welcher Graf Wilhelm II. von Berg den Fronhof der Abtei Altenberg abtritt.

Die Familie von der Lippe war reich begütert, vorzugsweise im Bergischen, Saynischen und Geldrischen. Nach den Forschungen des obengenannten Freiherrn von Hoiningen-Huene ist N. von Hoen, der mit N. von Milen vermählt war, der älteste Ahnherr der Familie.

Dessen Sohn Roland, der als Besitzer von Wilbringhoven und Broich angegeben wird, und N. von Gerendorf (bei Friesenhagen) heiratete, lebte am Anfang des 15. Jahrhunderts. Dieser wird es auch sein, der als Hoen von der Wintegge (Windeck) sich im Jahre 1433 unter den Adeligen befindet, welche durch Herzog Adolf von Berg gezwungen werden, die Fehden, Verwüstungen und Brandstiftungen gegen den Erzbischof von Köln und dessen Land einzustellen.

Das Vorhandensein von drei Söhnen des Roland  veranlasste die Teilung des Geschlechts in drei Linien:

  • Reinhard wurde Stammvater am Niederrhein und an der Maas.

  • Philipp ist Stammvater der Linie an der Sieg, von der im folgenden die Rede sein wird.

  • Johann wurde Gründer der Linie zu Hartenfels.

Philipp kaufte Wilbringhoven, welches Reinhard auf seinen Sohn Reiner, der 1518 starb und Schultheiß von Siegburg war, vererbte, von diesem seinem Neffen. Broich hat er von seinem Vater erhalten. Er hinterläßt diese Güter seinem Sohn Mauritius, der mit N. von Schlenderhan verwählt war. Mauritius kommt bei der Ritterschaft im Lande Blankenberg 1551 und 1557 vor.

Zu der Ritterschaft von Blankenberg ist auch die des Amtes Windeck zu rechnen; denn letztere ist in dem Ritterzettel nicht besonders aufgeführt. Mauritius wird erst 1579 gestorben sein, denn in einer Erkundigung vom Jahre 1581 heißt es:

Im Kirchspiel Dattenfeld sind zwei adelige Seeß, Wilberthowen und Broich, unter Windecken gelegen, welche beide, nach dem Mauritius von Lipp genannt Hoen inwendig zweien Jahren verstorben ist, so durch dessen Sohn Wilhelm von der Lipp genannt Hoen besessen.

Im bergischen Ritterzettel von 1555 heisst es: Bertram Hoen, Drost zu Mörs, hat vor kurzem das „hus uf dem Broich“,   Wilhelm Quaide zu Isengarten verkauft und besitzt ist der Halfmann dasselbig.

Im Ritterzettel vom Jahre 1557 ist auch von diesem Verkauf die Rede, doch wird hier nicht das Haus, sondern das „gut uff dem Broich“ genannt, das Wilhelm Quad von Isengarten erhielt. Bemerkt wird noch, dass das Gut ein Mannlehen des Herzogs von Berg war.

Demnach scheinen alle drei Linien noch Ansprüche auf die Güter gemacht zu haben. Der Verkauf durch Bertram von Hoen hat dann zu Streitigkeiten Anlass gegeben, denen durch die Teilung ein Ende gemacht wurde. Auch die Spitzenburg bei Dattenfeld gehörte zu den Hoenschen Gütern. Im Jahre 1555 wird Mant Hoen als Besitzer derselben angegeben.

Möglicherweise hat er bei dieser Teilung die Spitzenburg erhalten, während Mauritius aus der zweiten Linie Haus Broich behielt und Bertram, der Sohn des obengenannten Schultheißen Reiner, die Güter auf dem Broich bekam.   

In einem amtlichen Berichte des Rentmeisters Reinhard Stappenhover vom 3. Nov. 1577, der eine Aufzeichnung der adeligen Personen im Amte Windeck enthält, werden Mauritius von der Lippe zu Wilbershoven und Wilhelm von der Lippe, genannt Hoen, zu Haus Bruch angegeben. Vielleicht hat der Vater Mauritius (wenn wir 1579 als Sterbejahr annehmen) schon vor seinem Tode Broich an seinen Sohn Wilhelm abgetreten. Wilhelm wird schon 1567 und 1574 zum Landtag beschieden. Während nach dem Tode beide Rittersitze wieder in einer Hand vereinigt wurden.

Wilhelm von der Lippe, genannt Hoen, zu Wilbringhoven und Broich, verheiratet mit Agnes Drempt, Tochter von Everhard zu Daennhof und N. von Ingenhaef, macht am 18. Okt. 1591 sein Testament. Aus dem geht hervor, daß er nur Broich und nicht Wilbringhoven besaß.  Wilhelm überlässt seiner Frau freie Verfügung über den Besitz, verlangt aber von derselben standesgemäßen Erziehung seiner Söhne Moritz und Friedrich Wilhelm. Dagegen wird auch die Befugnis eingeräumt, einen oder beide Söhne zu enterben, wenn sie entarten sollten. Freiherr von Hoiningen nimmt an, dass Wilhelm 1612 gestorben sei, und Wilbringhoven an Moritz und Broich an Friedrich Wilhelm gekommen sind.

Wilhelm ist wahrscheinlich 1624 verstorben, er wird in diesem Jahre zum letzten Male im Ritterzettel genannt.

Sein Sohn Friedrich Wilhelm, der obengenannte Friedrich, wird 1625 zuerst als Besitzer von Wilbringhoven und Broich zum Landtag beschrieben.

Moritz (Mauritz Heinrich) zu Wilbringhoven ist nach den Dattenfeldern Kirchbüchern am 16. Febr. 1620 gestorben.

1619 ist ein Philipp Wilhelm von der Lippe, genannt Hoen, und 1620 Friedrich von der Lippe Amtsverwalter von Windeck.

Friedrich (Friedrich Wilhelm) zu Broich und Wilbringhoven, Drost zu Hörde und Lünen, heiratet Anna von Effern, gen. Hall zum Busch, 1623.

Seinem erstgeborenen Sohne Wilhelm Bertram gab er, als sich dieser mit Elisabeth von Romberg in Brunninghausen verheiratete, Haus Broich nebst den zugehörigen Gütern mit „für die Quote des Söhnchens unter Vorbehalt der genaueren Abrechnung“.

Wilhelm Bertram hat im Lande der Mark gewohnt, war hessischer Kapitän und fiel bei Coesfeld am 22. Aug. 1644.

Der vierte Sohn Ernst, verheiratet mit Joh. Magd. von Hall, Tochter des Johann Degenhardt von Hall zu Ophoven und der Kath. Maria von Brempt, wird 1656 bei der bergischen Ritterschaft von seinem adeligen Sitz Wilbringhoven aufgeschworen.

Er verkauft am 28. Januar 1661 an Hermann von Heinsberg und dessen Ehefrau Nieghausen 25 Taler erblicher Jahresrenten für 500 Taler und verpfändet dafür insbesondere seinen freien Zehnten im Kirchspiel Hamm.

Da Ernst von Hoen ohne Kinder starb und die Söhne seines Bruders Friedrich, Karl Mauritius und Ernst Friedrich, 1679 und 1680 in Schweden gestorben waren, fiel Wilbringhoven an Wilhelm Bertrams  Sohn, ebenfalls Wilhelm Bertram geheißen (gest. 1689),  der mit einer nichtadeligen Anna Sophia Schüler vermählt war.

Der Burgsitz Wilbringhoven wurde 1695 an Guido Jos. Heinrich Frhr. d Óryo und am 27. Okt. 1721 für den Preis von 2500 Rtlr. Kölnisch an den Syndikus Adam Max von Ley verkauft. Nach dessen Tode kam Haus Wilbringhoven durch seine Tochter Maria Jos. Ferdinande an deren Gemahl Ernst Hamm aus Dusternau, Rat und Syndikus der Reichsstadt Köln.

Von dessen Kindern scheint dann der Rittersitz an Max Kaspar J. Venn, Notar und Bürgermeister in Waldbröl, und von diesem an dessen Kinder Joseph und Klara Venn gekommen zu sein. Um 1860 ist das Besitztum in andere Hände übergegangen.

Die zum Rittersitz Wilbringhoven gehörige und sich auf 13100 Morgen erstreckende Jagdgerechtigkeit stand auch dem obengenannten Max Kaspar J. Venn zu und vererbte sich ebenfalls auf dessen Kinder, wurde jedoch der Familie infolge des Jagdgesetzes von 1848 und 1851, das die Jagdgerechtigkeit lediglich dem Eigentümer des Grund und Bodenszustands und nur eine zeitlich beschränkte Verpachtung der Jagd zuließ, ohne Entschädigung genommen.

„Un den Namen des Ritters Huhn oder Bruch“  knüpfen sich in der Erinnerung alter Leute noch manche Erzählungen über die Jagdabenteuer, Zechfahrten und munteren Schwänke des gar lustigen Kumpans, eines Musters bergischer Ritterschaft aus dem Ende des 17. Jahrhunderts.

Überlieferung:

1705 - die Burg Windeck war inzwischen zerstört, es sollten die bergischen Ämter ihrem Kurfürsten Jan Wellem eine neue Steuer zahlen, und um zu prüfen, was der Boden hergab, sollte jeder Amtsvorsteher ein Brot nach Art des Landes seinem Kurfürst zeigen. Der Windecker Vertreter, ein Ritter Huhn, ließ sich aus Haferschrot und Kleie einen derben Kloben backen, der den noblen Düsseldorfern überhaupt nicht munden wollte. Ob er sich denn lustig mache über sie, mußte er sich fragen lassen. Doch der Ritter aus dem fernen Siegtal schwor Stein und Bein, Besseres brächte der karge Boden nicht hervor. Und weil Jan Wellem gerade mit Spanien kriegerisch verstrikt war, bezeichnete er denkargen Landstrich als "Haferstrich". Das trug dem Windecker Ländchen zwar den unfreundlichen Beinamen "Haferspanien" ein, aber mit dem Spott konnten die Bauern schon leben, dafür hatten sie den Schaden nicht zu tragen, die Steuer fiel überaus gering aus.

Autor: Karl Ludwig Raab
Texte:
Reinhard Zado, Burgen - Schlösser - Adelssitze
Weyden, Das Siegtal,
Genealoge Wilhelm von Cortenbach zu Cortenbach.

Anno 1448 - Die Huensche Burg zu Wilberhofen



Ritter Huhn und die Fam. von der Lippe

 

Die Huen'sche Burg liegt auf der linken Seite der Sieg, gegenüber von Gauchel, (Spitzenburg, Burg Broich) welches sich etwa 10 Minuten unterhalb der Ruine  Windeck befindet.

Aus den bewaldeten steilen Berghängen-( Grengel- oder Greuelberg genannt ) treten zwei übereinander liegende Terrassen hervor, große Berghalden ähnlich. Auf der unteren befinden sich bedeutende Steinmassen, welche, an einigen Stellen eiförmig,das frühere Vorhandensein, einiger Türme andeuten.

Diese Steinmassen und Mauertrümmer bezeichnet man als die Rest der Huen'schen Burg, welche erst Ende des vorigen Jahrhundert ganz abgebrochen, und zur Reparatur des benachbarten Hauses Mauel verwendet worden ist.

Die Güter von Mauel gehörten zum Rittersitz Wilbringhoven. Damit war eine Jagdgerechtigkeit über 13000 Morgen Feld und Wald verbunden.

Dieses Recht stand ums Jahr 1448 dem damaligen Besitzer des Gutes ,Wiilbringhoven, dem Caspar Max Venn, zu und vererbte sich auf dessen Kinder.

Laut Jagdgesetz von 1854 wurde dieses Privilegium jedoch vom Staate aufgehoben und lediglich dem Eigentümer des Grund und Bodens zuerkannt.

Die Huen'sche Burg war seit dem 10. Jahrhundert von den Rittern von Huen bewohnt, die sie zur Zeit Kaiser Heinrichs I. errichtet hatten, um ihre Besitzungen und ihre Dienstleute vor dem Feinde zu schützen, der damals an die Pforten des Reiches  anklopfte. Die Huen waren tüchtige Vasallen der Gaugrafen im Auelgau. Im 11.Jahrhundert waren die Pfalzgrafen die Herren am Rhein und im Oberbergischen.

Diese kamen mit großem Gefolge auch an die Sieg, um die Verwaltung des Landes zu ordnen und sich in den weiten,ausgedehnten Wäldern der Jagd zu erfreuen. Da gab es manches frohe Pestgelage in den Bergen, wo Ritter und Edelfrauen mit den Gästen aus dem Sachsenland bekannt wurden.

In diese Zeit fällt die Verbindung der Ritter von Huen mit dem Sachsenstamme von der Lippe, die sich nun als von der Lippe gen. Huen von der Lippe bezeichneten.

Dieses Geschlecht breitete sich im 11.und 12.Jahrhundert an der Sieg, im Oberbergischen und im Westerwald weit aus und stand  bei den aufstrebenden Grafen von Windeck in hohem Ansehen.

Die ersten neuen Besitzungen waren die Rittergüter Broich und Wilberhofen im Bereiche der starken Landsburg Windeck.

Im Bergischen Amte Windeck nahmen die Ritter von Huen eine hervorragende Stelle ein.

Autor: Karl Ludwig Raab 

Anno 1721 - Die Familie von Ley

 

Wappen derer von Ley



Foto: Adam von Ley

Hinter dem Oberlicht der Vikarie zu Dattenfeld fand man nach Renovierungsarbeiten im Oberlicht der hinteren Haustüre zwei Wappenscheiben, worauf geschrieben stand: 

Herr Adam Maximilianus von Ley, Doktor beider Rechte und Syndikus (Rechtsbeistand) der Freien Reichsstadt Köln, Ehefrau Gerrud von Sanders haben dies gestiftet. 

Auf der anderen Scheibe stand:

Herr Franz von Ley, Doktor beider Rechte und Kanoniker im Kapitel von St. Andreas in Köln hat dies gestiftet 1741.

Es sollte nicht unerwähnt bleiben eine Familie von Ley, die zwar nicht hier gewohnt hat, aus Ellingen bei Morsbach stammte, aber in unserer Heimat Besitz und Einfluß hatte. Nach Oswald Gerhard kauft am 27. Okt. 1721 der Syndikus Adam Max von Ley den Rittersitz Wilbringhoven (Wilberhofen) für 2500 Kölnische Reichtstaler. Dieses Burganwesen hatte ursprünglich wie auch das Haus Broich vom Rittersitz Broich in Windeck (heute Altwindeck) der Familie Hoen gehört und bestand noch bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts.

Als 1731 die Huldigungsliste erstellt wurde, fehlte A. Max von Ley: „Herrn Statt Collnischen Doctor Leyen, Halbwinner zu Wilbringhoffen“  (E.Hundhausen, in Romerike Berge, 1967/68, Heft 1, August 1967, S.14).

Derselbe von Ley war auch um 1730 im Besitz des größten Teils der Spitzenburg, die in Dattenfeld v. Berg gestanden hat.

Adam Max von Ley war am 21. Okt. 1678 in Ellingen geboren und hatte in Köln hohe Ämter inne. 1744 schickte ihn der Rat der Stadt Köln als Gesandten nach Wetzlar, wo er schon am 1. August 1744 starb und im Chor der dortigen Pfarrkirche begraben wurde.


Autor: Karl Ludwig Raab 

Textauszug aus Dattenfeld 895-1995

Die Dattenfelder Rittersitze und das Dattenfelder Kirchspiel


Die Geschichte des Amtes Windeck und seiner Burgen ist auch die Geschichte  der Pfarre Dattenfeld, wenigstens für viele Jahrhunderte gewesen.

Waren doch die drei Kirchspiele Dattenfeld, Rosbach und Much die Hauptbestandteile des Amtes Windeck, es als Teil des Herzogtums Berg mit seiner stolzen Burg die ganze mittlere Sieg beherrschte.

Und diese Burg, deren Ruinen noch heute ins Tal der Sieg herniederschauen und von vergangener Herrlichkeit künden, lag inmitten der Pfarre Dattenfeld, umgeben von einer Reihe kleinerer Rittersitze, von denen heute nur noch die Namen im Volksmund leben, deren Orte aber bald der Vergessenheit anheimfallen werden.

Blättert man aber in den ältesten Kirchenregistern von Dattenfeld, so begegnen einem die Namen dieser Rittersitze Wilberhofen, Broich, Spitzenburg und Niedeck gar oft, sei es im Geburts-, Trauungs- oder im Sterberegister. Wenn nun in den folgenden Ausführungen die sich auf die Bewohner dieser Burgen beziehenden Eintragungen gebracht werden,  so soll dies keine lückenlose Familienchronik darstellen, sondern die alten Geschlechter sollen vor unseren Augen wieder auferstehen, es soll in uns gestärkt werden die Liebe zu unserer Heimat, dem schönen Siegtale, und zu unserem deutschen Vaterlande.

Autor: Karl Ludwig Raab
Autor des Textes: Bruno Althoff

 

 

  1. Rittergeschlecht von Broich
  2. Französische Revolution und Preußens Gloria um das Amt Windeck

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