update: 05.06.2025
Um 1800 wurde der erste Schulunterricht erwähnt, jedoch handelte es sich nicht um eine Schule im heutigen Sinne.
Ein Lehrer besuchte abwechselnd die Orte Hoppengarten, Rossel und Wilberhofen und unterwies die Kinder in einer Wanderschule. Der Schulmeister bekam seine Beköstigung da, wo er jeweils Unterricht erteilt.
Bald mietete die Gemeinde in Rossel ein Haus, welches nun als Schulsaal für die Kinder der eben erwähnten Orte benutzt wurde. Wilberhofen gehörte aber nur bis zum Selbach zum Schulbezirk Rossel.
In diesem gemieteten Öpferchen Haus in Rossel, später Sträßerschen Haus unterrichteten bis 1822 die Lehrer Sinzig und Schmeis.
In verhältnismäßig gutem Zustand wird bis heute das erste Schulgebäude Rossels von Frau Peitz und Familie Josef Ottersbach bewohnt. Lehrer Schmeis wirkte lange in Rossel. 1850 erwähnte ihn Landrat Danzler in einer Bekanntmachung. Schmeis war damals in eine Kommission gewählt worden, die sich mit der Ablösung von Reallasten ( Steuern ) zu befassen hatte.
1820-1822 erbaute die Gemeinde das erste planmäßige Schulhaus. Baumeister waren Gerhard Hundhausen aus Windeck und Zimmermann Rötzel aus Dattenfeld. Viele ältere Leute erinnern sich noch gut an dieses Gebäude. 1917 wurde es wegen Baufälligkeit abgerissen. Es lag zwischen dem heutigen Dienstgebäude und der Straße.
Seit dem Schulneubau 1878 war es Dienstwohnung der Lehrer gewesen.
Am 1.5.1878 bot die Regierung der Gemeinde Dattenfeld 12000 Mark an, wenn sie in Dreisel und Rossel ein neues Schulhaus errichte. Im Jahre vorher hatte der Schulneubau in Dattenfeld begonnen, die Arbeiten an der Pfarrkirche liefen ebenfalls an.
Die beiden Schulen in Rossel und Dreisel wurden in Auftrag gegeben. Baumeister Ludwig Poppel erstellte den Neubau Rossel.
Welch eine Aufgabe für die Gemeinde in der damaligen Zeit! Denkwürdig sind die Tage der Einweihung der drei Schulen.
Dattenfeld und Dreisel am 27.10.1879, Rossel am 28.10.1879. Das alte Haus diente fortan als Wohnung für die Lehrer.
Heute stehen wir in den Tagen, da auch die damalige „neue Schule“ als „alte Schule“ abgeschrieben ist.
Seit 1879 gehört der ganze Ort Wilberhofen zum Schulbezirk Rossel. Im Jahre 1907 wurde in der Schule eine Schulbücherei mit 158 Bänden neu eingestellt. Ist soeben von einer Vergrößerung des Einzuggebietes der Schule gesprochen worden, so ist am 4.1.1909 eine Verkleinerung desselben zu verzeichnen, denn an diesem Tage erhält der Nachbarort Hoppengarten eine eigene Dorfschule.

Schulklasse in Hoppengarten von 1912

Schulklassen in Hoppengarten von 1960 mit Lehrer Bollig, Vater von Lehrer Günter Bollig
Das nun fast 100 jährige Schulhaus, seit etwa 40 Jahren Lehrerwohnhaus – wird in den Jahren 1912 bis 1916 durch ein neues stattliches Dienstgebäude ersetzt, welches heute noch in gutem Zustand ist. Für 760 Mark verkaufte man die alte Schule zum Abbruch. Vom Schulleben ist aus den letzten Jahrzehnten wesentlich Einschneidendes nicht zu berichten.
Lehrpersonen und Schüler kamen und gingen. Neue Zeiten brachten neue Einrichtungen: nach dem 1. Weltkrieg die Elternbeiräte, nach dem 2. Weltkrieg die Schulpflegschaften. 1935 wurde das Schulhaus einer gründlichen Renovierung unterzogen.
Im letzten Krieg unterlag der Schulbetrieb ähnlichen Einschränkungen, wie sie schon für die Zeit 1914-1918 geschildert wurden – aber in stärkerem Ausmaß. Seit geraumer Zeit beschäftigen sich die maßgeblichen Stellen damit, das nunmehr 80 jährige Schulgebäude durch ein neues zu ersetzen. Gerade in diesen Tagen stehen wir im Anfangsstadium des Neubaus, des 3. Schulbaues für den Schulbezirk Rossel.
44 Lehrerinnen und Lehrer haben bis jetzt an der Schule unterrichtet.
Von den ehemaligen hauptamtlichen Lehrpersonen leben noch die Damen L. Schneider, J.Rosendahl und die Herren F. Lückeroth, J. Linden, P. Schonauer, B. Zaremba und A. Tondar. Wegen ihrer langen Dienstzeit in Rossel sollen ins Gedächtnis zurückgerufen werden: P. Frickel und J. Frickel, W. Herdes, F. Mühlemeier.
In den späteren Jahren folgten Lehrerin Becker, Lehrer Walter Bönisch und Schulleiter Willi Schröder.
Ein Bericht von Herrn Willi Schröder aus Dattenfeld, Heimat aus dem Jahre 1961.
1. Schulgebäude in Rossel (Haus Peitz)

Haus Ottersbach, heutige Rückansicht der 1. Schule in Rossel
2. Schulgebäude in Rossel wurde 1917 wegen Baufälligkeit abgerissen

Lageplan der 2. Schule, Anm: siehe das Rosseler Kreuz
3. Schulgebäude in Rossel, die Bruchsteinschule

das heutige Haus Kiesgen
4. Schulgebäude in Rossel

Die Lehrer an den Schulen von Rossel ab 1800
Die Schulklassen in Rossel ab 1882
Die Schulen in Dattenfeld, Dreisel und Rossel ab -1877-
Wie es zum Neubau der Volksschule in Rossel kam
Autor: Karl Ludwig Raab
Autor des Textes: Ein Bericht von Herrn Willi Schröder aus Dattenfeld, Heimat aus dem Jahre 1961



