Der Auelgau, seine Grafen, das Amt Windeck mit den Rittergeschlechten von Windeck und ihre Burgen
Der Auelgau

Einleitung:
In der germanischen Urzeit zerfiel das Volk in vier Geburtsstände: Adelige, Freie, Hörige und Unfreie. Der Ursprung des ersteren verliert sich in dem Dunkel der Jahrhunderte. "Er setzte sich zusammen aus den Mitgliedern derjenigen Geschlechter, aus denen man die Könige, die Fürsten, die Priester zu nehmen pflegte." Unter dem Einflusse der politischen und wirtschaftlichen Wandlungen verschmolz der alte Geschlechtsadel zum Teil mit dem durch das fränkische Königstum aufgenommenen Dienstadel. Der später im Mittelalter vorhandene Geschlechtsadel istvon anderer Beschaffenheit und kann deshalb nicht für eine unmittelbare Nachkommenschaft jenes deutschen Uradels angesehen werden.
Der landständische Adel umschloß alle diejenigen, welche im Mittelalter Militares, Ritterbürtige, Schildbürtige - zum Schild - geborene - genannt wurden.
Die ritterbürtigen Personen waren gewissermassen zu einer Innung verbunden, die man Schildamt nannte. Zur Aufnahme in diese war eine Lehrzeit erforderlich, weshalb jinge Leute Schildträger, Wappener, Junker, Knechte, Knappen oder Buben des Ritters wurden. Im 14 Jahr. gegnügten sich viele Ritterbürtige, selbst Fürsten und angesehene Kriegsmänner zeitlebens mit der geringeren Würde, oder sie schoben doch den Ritterschlag bis in ein höheres Lebensalter auf.
So erscheint Wilhelm Stael von Holstein, der am 12. Mai 1388 mit der Verwaltung des Amtes Windeck betraut wird, im Jahre 1366 ersten Male mit dem Titel Knappe.
Aus den Urkunden des 13. Jahrh. ist ersichtlich, daß die Grafen von Jülich und Berg bei ihren Regierungshandlungen den Rat oder die Zustimmung gewisser Personen einholten. So ist von ministeriales und officiales, ferner von fideles (Ritterbürtigen) die Rede.
Wer der Vorrechte des Geschlechtsadels teilhaftig werden sollte, mußte erforderlichenfalls seinen Adel beweisen können. Als Grundlage diente die Ahnentafel, welche die Abstammung einer Person in aufsteigenden Linien väterlicher- und mütterlicherseits darstellt. Der Beweis der Ritterbürtigkeit wurde dadurch erbracht, daß jede in der Ahnentafel angegebene Person "zu Helm und Schild geboren", d.h. ein geborener Edelmann sei.
Zu den persönlichen Vorrechten im älteren Sinne, die allen Edelleuten zukommen, gehört das Recht, Wappen mit Helm und Schild zu führen. Die Ausbildung der eigentlichen Wappen, welches ursprünglich "Waffen" bedeutet, gehört dem Mittelalter an.
Den einzelnen Kämpfenden erkennbar zu machen, war notwendig geworden, als Helme in Gebrauch genommen waren, die vom Gesicht nichts mehr sehen ließen. Die westentlichen Bestandteile der Geschlechtswappen sind also der Schild mit seiner Wappenfigur und der Helm mit der Helmzier.
Die adeligen Familien bilden einen in sich geschlossenen Stand. Ein weiteres dem alten Geschlechtsadel eigenes Vorrecht bestand in der Zulassung zu den Ritterorden. Bei der Stiftung der Älteren waren Frömmigkeit und Tapferkeit maßgebend, die neueren Orden sind meistens durch die Prachtliebe der Höfe entstanden.
Zwei wesentliche Eigenschaften sind es, die den Begriff "Rittersitz" ausmachen: die Befestigung und der adelige Stand des Besitzers.
Unter einer Burg versteht man den mittelalterlichen Wohnsitz eines Grundherren. Im 9/10 Jahrh. wechselte man von den Talburgen (Motte) zu den Höhenburgen, vielfach auf Felsnasen oder Bergrücken mit Burgplätzen wie auch in Alt Windeck. Im 10. / 11. Jahrh. waren die Adelsgeschlechter auf Herrenhöfen im Altsiedelland ansässig, umgeben von hölzernen Palisaden, schlichte Ein- oder Zweiräumige Holz oder Steinhäuser. Mit dem wachsenden Repräsentationsbedürfnis des Adels ließen sie ihre Wohnsitze in Höhenlagen errichten, als Distanzierung von der unteren Bevölkerung.
Die Burgruinen Alt Windeck und Neu Windeck wurden im damaligen Auelgau errichtet. (Reichsburg).
Bei der Burg Dattenfeld hat es sich um einen königlichen Versorgungshof gehandelt für die Burg Windeck. Diese Burg hatte im 7. und 8. Jahrh. schon ihre richtige Funktion des Grenzschutzes gegen die Sachsen.
Der Pfalzgraf und seine Bedeutung für den Auelsgau.
Unser jetziger Heimatkreis gehörte zwei verschiedenen Gauen an. Der größere südliche Teillag im Engersau (Angir = Engers, Angar = freie Ebene), während der nördliche Teil dem Auelgau (Aueler = Töpfer- Auelgasse in Siegburg).
Das Amt Windeck mit den Kirchspielen Leuscheid und Much gehörten zum Herzogtum Berg, das sich von der Ruhr bis zur Sieg und vom Rhein bis zur heutigen Provinzialgrenze gegen Westfalen erstreckte. Nach einer 1555 aufgestellten Übersicht enthielt es damals 18 Verwaltungsbezirke (Ämter oder Vogteien), 4 Hauptstädte: Lennep, Ratingen, Düsseldorf, Wipperfürth, welche allein mit den adeligen Besitzern der freien Gütern, seit dem 15. Jahrhundert Rittergüter genannt, den Landtag beschickten, um die jährlichen Steuern und andere allgemeine Angelegenheiten zu ordnen, 6 andere Städte: Blankenberg, Radevormwald, Solingen, Gräfrath, Mettmann, Gerresheim, 6 Freiheiten : Monheim und Erkrath mit Stadtrecht, Hückeswagen, Burg, Beyenburg und Angermund mit Landrecht, sowie 288 Landgemeinden, welche unter 78 Gerichte verteilt waren.
Ämter:
Windeck
Blankenberg
Vogtei Siegburg
Löwenberg
Lülsdorf
Steinbach
Porz
Odenthal
Scheiderhöhe
Miselohe
Monheim
Angermund
Landsberg
Mettmann
Elberfeld
Solingen
Hilden und Haan
Beyenburg
Die Burgen, Ringwallburgen, Burgruinen, Burgstadel, Motten, Rittersitze, Nennburgen und ein Nennschloss in Windecker Ländchen.
Der Auelgau lag zwischen Siegmündung und Ahrmündung im Westen und Attendorn und Hachenburg im Osten.
Nachbarn waren Deutzgau (Tuzihgowe), Engersau (Engerisgowe), Haigergau (Heigeregowe) und Westfalengau
(Westfalongowe) .
In merowingischer Zeit waren die Grafen die Oberbeamtem der Zentenaren. Am stärksten war die Grafschaftsverfassung in Gallien verankert.
Im fränkischen war ein Gau ein Verwaltungsbezirk, an dessen Spitze ein Graf (comes) der Gaugraf stand.
Der Gaugraf musste nach dem Willen des Kaisers für Recht und Ordnung sorgen.
Der Gau gliederte sich wiederum in Hundertschaften (Hohnschaften) auf. Sie gingen bis ins 19. Jahrh. in unsere Gemeinden über.
Auch hatte die Hundertschaft dafür zu sorgen, dass Räuber und Diebe dem Bezirk der Hundertschaft fernblieben.
Auf der Thingstätte, die oft unter einer großen Eiche stand, war der Richtstuhl des Gaugrafen.
Ersterwähnung des Auelgau 722/723 -aualgawe- als im Bonner Traditionskodex von cassele die Rede ist.
Die 2. Erwähnung des Auelgau ist bei einer Schenkung an das Bonner Cassiusstift.
Die frühereren Auelsgaugrafen als Besitzer der Burgen, früher als Robertiner genannt, später über Erbgang an die Popponen 722/723.
Robertiner genannt von Graf Rupert I., um 750 Graf im Oberrhein, Sohn von Lambert II. 706/715 706/715 Graf in Neustien.
Rupert Cancor, Sohn von Rupert I, 745 Graf im Oberrheingau.
Heinrich, 778 Graf im Lahngau, Sohn von Rupert Cancor.
Heimerich, 802/812 Graf im Oberrheingau, Sohn von Heinrich.
Popponen von Poppo I, 818/839, Gaugraf, Sohn von Heimerich, Graf im Lahngau.
Heinrich I., Markgraf der Franken, Sohn von Popo I.
Heinrich II., Gaugraf im Auelgau bis 902, auch Helmrich genannt, Sohn von Heinrich I.
Schon 722 gehört das Gebiet des unteren Westerwaldes zum Auelgau.
Anm. Karl der Große hat ab 772 bei seinen Heerzügen die alte Heerstrasse benutzt, und auch der fränkische Kaiser Ludwig I, der Fromme (ein Sohn Karls des Großen) im Jahre 840 der auf der alten Heerstrasse die durch den Westerwald zog.
Die Hohe Straße war für ihn die beste Verbindung von Köln zu Kloster Hersfeld und zu den Kaiserpfalzen im Osten des Reiches.

Wappen der Grafen von Thüringen
Der Auelsgau ist von den Popponen an die Konradiner gefallen.
Konrad der Ältere, 886 Graf im Oberlahngau, Markgraf in Thüringen, 903 Graf im Auelgau .
Konrad I., 881/918 Deutscher König bis 911 Graf im Auelgau. Sohn des Konrad des Älterern , Graf im Auelgau.
Erbfolge durch Eberhard, Bruder von Konrad I.,
Hermann I. von Schwaben, Vetter von Konrad I.
Eberhard III., Verwandter von Hermann I., nach desssen Tod fiel der Auelgau an die Ezzonen ,er hatte 2 illegitime Söhne, Konrad und Eberhard.
Konrad, Burggraf auf Alt-Windeck, dieser soll im Jahre 1147 mit in einen Kreuzzug gezogen sein.
Ezzonen, Gottfried, 966/970 Graf im Auelgau, hat den Auelgau vom Fiscus übernommen, nach der Enterbung der Konradiner Konrad und Eberhard.
Da die Burg Windeck im Auelgau lag, ist anzunehmen, dass die Ezzonen dadurch auch die neuen Besitzer der Burg wurden, und die Konradiner nur noch Burggrafen waren.
Hermann, Neffe von Gottfried, gest.996, Ezzo Graf im Auelgau, Sohn Hermanns, gest. 1034
Heinrich (gen.Furiosus), Neffe von Ezzo, gest. 1060
Hermann II., Sohn von Heinrich, gest. 1085., Auelgaugraf unter Vormundschaft von Kurköln
1064 als Auelgraf abgesetzt, Zerfall der Gaugrafschaften.


Wappen der Grafen Saffenberger
Nach dem Zerfall der Gaugrafschaften fiel Alt Windeck an die Saffenberger,
Hermann IV., Graf zu Saffenberg, aus der Ezzonen / Berger Linie.
Später dann an die "Werner" ,
Mathilde Werner verheiratet mit Giso III. v. Hollende. in 1. Ehe. In 2. Ehe mit Adabert Hollende verheiratet.
Als Mathilde v. Hollende 1110 verstarb, erbte ihr Sohn Giso IV. - Alt-Windeck-
dann an die Gisonnen - Bielsteiner und Thüringer (Die von"Hollende" werden als Gisonnen bezeichnet,
Giso IV. von Hollende 1085/1090, durch seine Heirat mit Kunigunde v. Bilstein gingen die Besitzungen Windeck in die Altenwieder über.


Wappen der Grafen von Bielstein
Kunigunde von Bilstein, Vater Ruker II. von Bielstein.
Kunigunde heiratete Giso IV. von Hollende. Kunigunde heiratete zum 2. Mal den Heinrich I. (Raspe) von Thüringen ,1138 Urkunde, lies sich auf dem Michelsberg in Siegburg begraben.
Hedwig, Tochter von Kunigunde aus 1. Ehe mit Giso I. von Hollende erbte Altenwied und Alt-Windeck,
heiratete Ludwig I. Lgr. von Thüringen
Durch ihre Heirat wurden die Windecker u. Altenwieder vereinigt.
Heinrich Raspe II., zweitältester Sohn von Ludwig I.,
Ludwig II, Sohn von Ludwig I., Sohn Heinrich Raspe III. erbte Altenwied und Neu-Windeck.
Ludwig III., Sohn von Ludwig II., seine Tochter war Jutta von Thüringen, heiratete zum 2. Mal Dietrich von Landsberg, aus dieser Ehe wurde Mechthild von Landsberg geboren. Sie heiratete Heinrich III. zu Sayn.
Die Schwester von Dietrich von Landsberg war die Mutter der heiligen Hedwig, und eine Tante der heiligen Elisabeth. Was Hedwig für Schlesien und Elisabeth für Thüringen bedeutete, das war Mechthild, die auf Windeck geborene Tochter Jutta , für die Sieggegend und darüber hinaus bedeutend war. Unbestritten ist sie eine der bedeutensten Frauen des 13. Jahrhunderts.
Im Jahr 1145 starb Graf Gerhard von Bonn, Vogt des Bonner Cassiusstiftes im Auelgau. In Eitorf hatte er seinen Landsitz.
Gräfin Mechthild von Landsberg bedachte im Testament von 1284 auch ihre Nonnen im Zisterzienser Kloster von Herchingen (Herchen).
Die rivalisierenden Mächte an der Sieg, Sayn und Thüringen, verkörpert durch die Burgen von Blankenberg und Windeck, versöhnen sich durch die Vermittlung des Papstes und durch die Vermählung zwischen Heinrich III. von Sayn und Mechthid von Landsberg. Mechthild v. Landsberg vermachte Windeck dem Kölner Erzbischof Konrad v. Hochstade und dem Erzstift Köln für 2600 Mark (um das Jahr 1200 = 600 kg Siber). Darüber erhielt sie bis zu ihrem Tod (+1291).
41 Jahre lang eine Rente von 170 Mark jährlich. Das Vermächtnis war ein Teil ihres thrüringischen Erbes. Sie wollte vermeiden, dass auch ihr Land an den Sponheimer fiel. Die mächtigen Kölner Erzbischöfe und Kurfürste Konrad v. Hochstaden und später Engelbert I. v. Berg garantierten der Witwe darüber hinaus Schutz innerhalb der Mauern von Köln. Ihre Ehe hat das Siegtal zeitweise geeint und zu einer großen Blüte geführt.
Nach dem Tod Gisos IV. und bis zu ihrer Heirat mit Heinrich Raspe I. ist Windeck und Altenwied wieder an Kunigunde gefallen.
Kunigunde v. Hollende 1130/1140 erbte Altenwied und Alt-Windeck.
Ab 1125 übernahmen die Grafen von Berg die Herrschaft über große Gebiete im Auelgau.
Sie wurden Vögte von Siegburg und der Abtei sowie der Bonner Stifte (vor allem St. Cassius). Überall besaßen sie Allode. 1363 fielen auch Burg und Amt Blankenberg an Graf Wilhelm II. v. Berg. Sein Herrschaftsgebiet erstreckte sich nun von der Hohen Straße bis weit nach Norden bis zur Ruhr. Die Grafen und Herzöge von Berg regierten in unserer Heimat bis zum Jahre 1806.
Etwa ab 1139 gehörten Blankenberg und Eitorf zum Gebiet der Grafen Heinrich I. und Eberhard I. v. Sayn. Diese sahen sich als die Rechtsnachfolger der Ezzonen. Mit dem Ende des Gaugrafentums hatten sie sich als Territorialherrscher des Unteren Westerwaldes das angrenzende Gebiet des südlichen Auelgaus, Eitorf und Blankenberg, angeeignet. Die junge Dynastie baute in Blankenberg eine gewaltige Burganlage.
Östlich , nur wenig entfernt, begann das Gebiet der Landgrafen von Thüringen, von diesen gesichert durch die festen Burgen Freusburg, Windeck und Altenwied.
Auf einem Hoftag zu Koblenz vermittelte Erzbischof Albero von Trier 1152 einen Frieden zwischen den Kontrahenten. Mit dem Erwerb der Vogtei Bonn und der Bonner Stifte St. Cassius erhielten die Sayner einen bedeutenden Machtzuwachs im nördlichen Westerwald.
1275 Erbliches Lehen an den Kurköln von Alt Windeck, Adolf IV. v. Berg, Herr von Windeck.
1363 fielen auch Burg und Amt Blankenberg an Graf Wilhelm II. von Berg. Sein Herrschaftsgebiet erstreckte sich nun von der Hohen Straße bis weit nach Norden bis zur Ruhr.
Regententafel von Berg bis zum Aussterben des Pfalz-Neuburgischen Hauses:
Das altbergische Haus:
Adolf von Berg um 1068, und Eberhard
Adolf I, Sohn von Adolf, Graf von Berg, gest. 1152
Adolf II, Sohn von Adolf I, Graf von Berg, gest. 1160
Engelbert, Sohn von Adolf II.,
Engelbert Sohn von Engelbert, Stifter der märkischen Linie, die 1398 in Kleve, 1511 in Jülich und Berg zur Herrschaft gelangt, Erzbischof von Köln, ermordet 1225,
Adolf III., Sohn von Engelbert, gest. 1218,


Wappen der Herzöge von Limburg
Herzöge von Limburg:
Tochter Irmgard, von Adolf III., vermählt mit Heinrich von Limburg,
Sohn Adolf IV., gest. 1259
Adolf V., Sohn von Adolf IV., Der Sieger bei der Schlacht von Worringen,
Heinrich von Windeck, Sohn von Adolf IV.
Wilhelm I., Sohn von Adolf IV.
Adolf IV., Sohn von Heinrich von Windeck,
Margarethe von Ravensberg, Tochter von Heinrich von Windeck
Wappen Herzöge von Jülich Berg
Herzöge von Jülich-Berg
Die Grafen im Jülichgau

Margarethe und Gerhard I. am Altenberger Dom
Margarete von Ravensberg-Berg, Tochter von Margarete von Ravensberg , vermählt mit Gerhard I. von Jülich, gest. 1360, Sohn des Grafen Wilhelm V. von Jülich.
Wilhelm II., Sohn von Gerhard I. , Herzog von Berg, gest. 1408
Adolf VII., Sohn von Wilhelm II,
Wilhelm III., Sohn von Wilhelm II.
Die Grafen ud Herzöge von Berg regierten in unserer Zeit bis zum Jahr 1806.
Foto: Gräfin Margarete von Windeck
Gräfin Margarete von Windeck, vermählt mit Heinrich dem Eisernen, dadurch wurde sie zur Gräfin von Waldeck, ihre Eltern Gerhard der I. von Jülich, Berg und Ravensberg und Margarete.
In einer alten Bibel zu Windeck fand man einen handschriftlichen Zettel, wobei es sich um die Abschrift eines Zeitungsartikels aus dem Jahre 1877 handelte, dessen Worte hier folgen möge "Die Entdeckung des herrlichen Fresko Gemäldes unter dem Kalkanstrich der Düsseldorfer Lambertuskirche ist die Auffndung der lebensgroßen Statue einer Bergischen Landesfürstin, der Margarete von Windeck vorangegangen und wurde wegen der himmelsblauen Farbe ihres Gewandes im Munde des Volkes die blaue Margarete genannt. Es war die 1384 verstorbene Tochter des Grafen Heinrich II. von Windeck, welcher auf des noch erhaltenen Schloss Windeck an der Sieg wohnte. Eben dort geboren, vereinigte Margarethe als mit dem dem Tod ihres Oheims des Grafen Adolfs von Berg die männliche Nachkommenschaft des Bergischen Stammes aus dem Hause Limburg erlosch, als Ertochter die Herrschaften Berg und Windeck und wurde Stammtochter von Jülich und Berg.
Mit seiner Frau Margarete hatte Adolf IV., Sohn von Heinrich von Limburg, 4 Söhne. Konrad, Adolf V., Wilhelm und Heinrich von Windeck.

Grabmal der Gräfin Margarete von Windeck (gest. 1384)
Er hatte einen Sohn Adolf V., er wurde in der kaiserlosen Zeit in manche Fehde verwickelt. So waren die Herren von Dattenfeld im Schauplatz eines heftigen Kampfes zwischen ihm und Konrad von Elvervelde verwickelt, unter den Rittern hatte er sich besonders ausgezeichnet.
Schlacht bei Dattenfeld auf dem Breitenfeld, gegen den Grafen Konrad von Elvervelde, so dass "man bis zum Knie im Blute gewatet".
Das Amt Windeck mit den Rittersitzen und Burgen in Windeck
Autor des Textes: Karl. L. Raab
Das Großherzogtum Berg
200 Jahre Großherzogtum Berg (1806)
Die territoriale Entwicklung des Herzogtums Berg

Karte Rheinprovinz, Prof. Dr. Hermann Aubin, Köln / Bonn 1926
Die Entstehung des Großherzogtums, zuvor Herzogtum, war eine Folge der der französischen Revolution mit der Folge, dass Napoleon Kaiser eines liberalen Frankreichs wurde, in dem der Adel entmachtet worden war.

Napoleon Bonaparte, Kaiser der Franzosen
Französische Revolution und Preußens Gloria um das Amt Windeck
Wappen der Grafschaft Wildenburg
Betroffen waren in der Region die Reichsherrschaft Gimborn-Neustadt sowie ebenfalls die Grafschaften Wildenburg und Sayn- Homburg.
Mit Dekret vom 28. 3. 1806 wird allen bergischen Einwohnern erklärt, dass die Herrschaft gewechselt habe.
Daneben hatte es bereits früher Veränderungen gegeben. Zur früheren Herrschaft, d.h. dem Hause Wittelsbach, gehörte ehemals
noch das Herzogtum Jülich. Dieses war aber seit 1794 schon französisch besetzt, seit 1801 annektiert und der französischen Republik einverleibt. Seine Einwohner waren nun französische Staatsbürger.
Erinnerung an die Wittelsbacher in Düsseldorf: Statue mit Jan Wellem vor dem Rathaus.
Das Entstehen eines strategisch wichtigen Pufferstaates auf dem rechten Rheinufer.
Der siegreiche erste Konsul Napoleon kann infolge seiner Siege den Besiegten gegenüber nun seine Ideen durchsetzen und dazu gehört auch die Errichtung eines Pufferstaates auf dem rechten Rheinufer, der Frankreich von der östlichen Großmacht Preußen trennen sollte. Preußen hatte sich 1805 klug abseits gehalten, als der mittlerweile aus eigener Machtfülle zum Kaiser der Franzosen aufgestiegene Napoleon in der Drei- Kaiser-Schlacht von Austerlitz die Gegner Österreich und Russland bezwang. Es folgen auf dem eingeschlagenen Weg weitere Umwälzungen: Bayern tritt Berg ab, später gibt Preußen Kleve dazu und fertig ist ein passables Territorium. Es geht an den treuen alten Mitstreiter und Verwandten Murat , der nach einer Belohnung lechzt und neben dem die ehrgeizige Schwester des Kaisers, Karoline, steht.
Die diplomatischen Ränke sind grotesk. Eigentlich hat Napoleon zugestanden, dass er Berg an einen deutschen Reichsfürst geben kann. Darüber setzt er sich hinweg und übergeht diese anfängliche Klausel, indem er „den Fürsten Joachim“ beglückt. Als Reitergeneral ist dieser zwar nicht gerade ein Fachmann für Staatsverwaltung und Reformpolitik, wie sie dem Kaiser vorschweben, der ihm deshalb Fachminister aus Paris zugesellt, die ihn beraten, aber ebenso kontrollieren sollen. Denn alle Verwandten, die er auf Throne setzt, sind eigentlich seine Statthalter, Vertreter französischer Interessen.
Die neue bergische Verwaltung. Murats Expansionsgelüste.
In Berg kann sich der neue Regent, der am 24.3.1806 in seine neue Hauptstadt Düsseldorf einzieht, neben den französischen Beratern auch auf bewährte Beamte des vorigen Regimes stützen. Es sind Fachleute, die das Land und seine Institutionen kennen. Sie sind den eindringenden französischen Ideen von Umgestaltung nicht abgeneigt oder unterwerfen sich den neuen Machtverhältnissen. Am 15. 3 waren sie vom Treueeid gegen König Max von Bayern in München entbunden worden.
Die folgenden zwei Jahre nutzt Murat, um Macht, Einfuß und Einkommen ständig zu erweitern. Mit dem anfänglichen Herrschaftsbereich war er nämlich unzufrieden. Auch nach Ansicht seiner Frau hatten andere besser abgeschnitten. Immerhin waren ja drei neue Königreiche entstanden, in Holland für den Kaiserbruder Louis und für die Verbündeten in Bayern und Württemberg. Das Erweitern und Arrondieren nahm gleich von Anfang an seinen Lauf, wie die Besitzergreifung der an Berg angrenzenden kleinen Herrschaften zeigt, die am 28.3.06 befohlen wurde. Der Erwerb von Berg, von dem sich Bayern trennen konnte, bedeutete ja keineswegs, dass die Anrainer gleich mit kassiert werden konnten. Murat konnte zu seiner Entschuldigung – die keiner von ihm verlangte – allenfalls vorbringen, dass Bayern es mit seinen Anrainern ebenso machte. Der Habsucht waren unter dem Schlagwort Mediatisierung und Säkularisation alle Tore geöffnet.
Autor des Textes: Karl L. Raab
Frühgeschichte
Durch die Römer wurde Gallien erobert und der linksseitige Rhein gegen die freien Germanen rechts des Rheins befestigt.
Hierbei entstand neben anderen die römische Garnisonstadt Bonn. Während die hiesigen Sugambrer durch römische Vorstöße vernichtend geschlagen wurden, siedelten sich andere germanische Stämme wie die Ubier später friedlich links des Rheines an und bekamen gegen Wehrdienste Land zugewiesen. Während der Römischen Kaiserzeit gehörte der heutige linksrheinische Teil des Rhein-Sieg-Kreises zur römischen Provinz Niedergermanien, während der rechtsrheinische Teil zum Gebiet des „freienGermaniens“ gehörte.
Im 5. Jahrhundert wurden die Römer durch die Franken verdrängt. In dieser Zeit begann die Besiedlung des heutigen
Kreisgebietes, später erfolgten die ersten Dorfgründungen und die Christianisierung.
Im Mittelalter gehörte das heutige Kreisgebiet zunächst zum Bonngau und zum Auelgau, später zu verschiedenen Herrschaften.
Linksrheinisch war das im Wesentlichen das Erzstift Köln, rechtsrheinisch die Grafen von Sayn mit den Burgen Löwenburg, Blankenberg und Windeck und vor allem die Herzöge von Berg. Daneben gab es noch zahlreiche Freiheiten für Klöster oder Freiherren, die in den einzelnen Kommunen näher erläutert sind.
Ab 1794 wurde das linksrheinische Gebiet von Frankreich besetzt, von 1798 an gehörte der linksrheinische Teil des heutigen Kreises zum Rhein-Mosel-Département. Unter französischer Verwaltung wurden am 12. Dezember 1808 die Leibeigenschaft und am 11. Januar 1811 das Lehenswesen abgeschafft. Neben der Neueinteilung von Verwaltungsgebieten Kantone und Mairien kam es auch zur Einführung der Hausnummern und der bürgerlichen Personenstandsregister (1798 linksrheinisch, 1810 rechtsrheinisch).
Der rechtsrheinische Teil gehörte von 1806 an zum Großherzogtum Berg.
Autor: Karl Ludwig Raab
Die Rittergeschlechte von Homburg
Im 12. Jahrhundert bildete sich an der Bröl die Herrschaft von Homburg heraus. Während das ganze Oberbergische Land im Jahre 1152 den Grafen von Sayn zugefallen war, wurde aber bald der Besitz
durch eine nachlässigte Verwaltung immer kleiner.
Die Grafen von Berg drangen von der Burg Windeck aus immer weiter an der Wiehl und der Bröl vor. Da entstand an der Bröl ein neues Rittergeschlecht von Homburg, das den Erweiterungsbestrebungen der Bergischen Grafen, der Herzöge von Berg machtvoll entgegegentrat. Die Ritter von Homburg gaben Teile ihres immer wachsenden Grundbesitzes an andere Gutspächter zu Lehn und machten diese dienstpflichtig.

Wappen der Grafen von Wittgenstein
Durch Heirat erwarben sie 1257 das Amt Nümbrecht, 1360 die Grafschaft Wittgenstein, 1385 die Herrschaft und Vogtei Wiehl.
Als aber im 16. Jahrhundert die Versuche der Bergischen Räte auf Burg Windeck, das Land Homburg unter Bergischen Einfluß zu gewinnen, immer unerträglicher wurde, kam im Jahre 1604 eine Teilung der Herrschaft Homburg zustande.
Die Kirchspiele Waldbroel und Morsbach wurden bergisch. Die Kirchspiele Wiehl, Nümbrecht und Dattenfeld blieben Homburgisch.
Zum Kirchspiel Wiehl gehörte das Ordensland Marienhagen mit den zahlreichen Ortschaften in der Umgebung und an der Agger, so auch Remmelsohl. Der Orden war damals abgezogen,als dasKirchspiel Marienhagen protestantisch geworden war. Von nun an bildet das Homburgische eine geschlossene Grafschaft mit zentraler Verwaltung auf dem Schloss Homburg. Das Kirchspiel Marienhagen hatte 200 Jahre lang eigene Schultheißen, Steuerrezeptoren und Kirchmeister. Ja, sogar ein Kaiserlicher Notar hatte seinen Sitz in Marienhagen.
Als im Jahre 1815 das Homburgische dem Königreich Preußen einverleibt wurde, bildete das Kirchspiel Marienhagen einen Teil der politischen Gemeinde Wiehl.
Autor: Karl Ludwig Raab
Das Amt Windeck, die Rittersitze, Burgen, Höfe, Klöster und Schloss in Windeck
update: 13.06.2025
Das heutige Wappen von Windeck

Dieses Sandsteinwappen zierte die Ostseite des Schlosses Windeck
Der Gemeinde Windeck ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten in Köln vom 4. Mai 1972 das Recht zur Führung eines Wappen verliehen worden. Das Gemeindewappen zeigt einen schreitenden roten Löwen mit blauer Krone, blauer Zunge und blauen Krallen. 
Das Wappen der Ritter von Huen und der Familie von der Lippe
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Im Amt Windeck hat es 3129 beglaubigte Ritter und Sattelgüter gegeben: Diese sind in der Mercatorkarte verzeichnet: Mercatorkarte Sattelgüter: Andersartige Güter:
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Amtmänner von Windeck: 1362 Gerhard von Wildenburg
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Herrlichkeit Windeck Grafen von Nesselrode
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Der erste Anfang des Amtes ist im Burgbezirke Windeck zu suchen. Die Burg hatte anfänglich einen vorwiegend militärischen Zweck. Der Befehlshaber der Burg, dem eine gewisse Anzahl von Burgleuten und niederer Mannschaften unterstand, hatte für den Schutz derselben Sorge zu tragen. In besonderen Fällen konnte eine noch größere Besatzung für die Burg aufgeboten werden. Der Verwalter, nach der Bildung des Amtes Amtmann geheißen, ein Ritterbürtiger, war vom Burgherrn, dem Grafen von Berg, mit der oben bezeichneten Pflicht eingesetzt. Von der Burg (castrum oder castellum) erhielt er den Namen catellanus, welcher Name jedoch in der Hälfte des 14. Jahrh. außer Gebrauch kam, auch die Burgleute wurden castellani genannt. So werden erwähnt 1174 die castellani des neuen Schlosses Windeck.
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722 |
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1131 |
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Spitzenburg in Dattenfeld, Burg Broich und Niederungsmotte in Altwindeck |
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Versorgungshöfe und Klöster |
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Burgsitz, Freigut Allmende zu Röcklingen |
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1870 |
Haus "Burgwiese" in Altwindeck, wie der Name es schon sagt, gehörten der Grund und auch das Haus früher zur Burg. Es wurde von einem Herrn Fugger etwa 1870 erbaut. der jetzige Besitzer erwarb es nach dem Krieg. Auf der Wiese dürften früher auch Pferdeställe gestanden haben, bevor die Alte Burg, vermutlich im Dreißigjährigen Krieg, endgültig zerstört wurde. |
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Rossel, Roßauwel, Roß und auwell von Ebene, Rossel auf der Mercatorkarte 1575, vermutlich Pferdewiesen der Ritter, auch von der Burg Windeck. |
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1461 |
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Die Motte am Beuel in Dattenfeld
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