Die Alte Postuniform
Es war in den letzten Kriegstagen, als die Amerikaner vom Westerwald her mit einer Infanterieeinheit Soldaten kommend nach Rossel einzogen.
Die Soldaten näherten sich dem Ortskern sehr vorsichtig, nach rechts und links mit Gewehren sichernd, da sie noch aktive deutsche Einheiten in der Umgebung vermuteten. Es wurde jedes Haus Keller für Keller durchsucht.
Der Augenzeuge G. Lutz berichtet, wie er das erste Mal in seinem Leben einen farbigen Soldaten sah, der in seinen Keller ging. Ein plötzliches Geschrei und die Soldaten kamen mit entsicherten Gewehren herbei.
Der Soldat hatte eine alte deutsche Uniform mit goldenen Abzeichen gesehen und eine Militäruniform eines höheren Ranges vermutet.
Der Bruder des Augenzeugen konnte damals schon etwas Englisch und erzählte den Soldaten, dass es sich um eine Postuniform wäre.
Die Soldaten lachten und schenkten den jungen Burschen Kaugummis und zogen weiter mit ihrer Truppe in Richtung Höhe.
Zeitzeuge G. Lutz aus Rossel
Autor: Karl Ludwig Raab
Geschichten und Anekdoten aus Rossel und Wilberhofen
| Das Verkaufsgenie |
| Ein geistlicher Rat |
| Ein Landbriefträger |
| Ein Elektrofahrrad |
| Omas Geburtstag |
| Pater Josef Koch als Witzeerzähler |
Autor: Karl Ludwig Raab
Ein geistlicher Rat
Pater Josef Koch traf auf seinem Spaziergang durch das Dorf die alte Frau Lütz, die Mutter von Rudolf Lütz.
Er erkundigte sich nach ihrem Wohlbefinden.
Sie antwortete ihm, dass sie so einen furchtbaren Durchfall hätte. Pater Koch sagte ihr, das er ein gutes Mittel dagegen hätte. Wenn er zurück im St. Josef – Krankenhaus wäre, würde er es ihr runter schicken.
Nach einer Stunde kam ein Bote und brachte es ihr. Es war eine Plastiktüte voll Weinkorken verschiedener Größen.
Ob das Mittel geholfen hat, entzieht sich meiner Kenntnis.
Autor: Karl Ludwig Raab
Autor des Textes: Bruno Althoff
Ein Verkaufsgenie
Karl Fiebig war ein so guter Verkäufer, dass er es fertig gebracht hätte einem Bauern eine Melkmaschine zu verkaufen und dabei die einzige Kuh die der Bauer besaß, in Zahlung zu nehmen. Deshalb hatte ihn auch Josef Ottersbach aus Rossel engagiert, um mit ihm ins Sauerland zufahren um dort sein Obst zu verkaufen. Es hatte auch alles wunderbar geklappt, bis die letzte Käuferin nach der Abrechnung bemerkte:
„Da sind aber doch einige Faule drinn“. Die kann man doch raus lesen, antwortete Karl und ließ den Worten Taten folgen, ohne natürlich Geld zurück zugeben.
Autor : Bruno Althoff
Ein Landbriefträger
Willi Schröder aus Wilberhofen war von Beruf Briefträger, heute das das Postzusteller. Er hatte zeitweise die Post täglich in den Orten Windeck, heute Altwindeck, Jucht, Höhnrath und alle zwei Tage in Kölschbach, Ommerroth, Hahnenbach und Gierzhagen zuzustellen.
Er fuhr dann morgens los nach Schladern um dort die Post abzuholen, ging dann damit zu Fuss nach Windeck, weiter den Berg hoch zur Jucht weiter über Höhnrath nach Kölschbach dann schräg runter über das sogenannte Briefträgerwegelchen ins Ommerother Tal, von dort hoch nachOmmeroth. Von hierrüber nach Hahnenbach, dann weiter über Schönenbach; Rommen nach Gierzhagen, den letzten Ort der Zustellung von hier zurück nach Schladern.
Was ein „Päädswäh“ ich weiss von wo ich rede, ich bin ein paarmal die Tour mit ihm gegangen.
Autor: Karl Ludwig Raab
Autor des Textes: Bruno Althoff
