update: 31.5.2025

 

Innenansicht der Burg Windeck im Jahre 1884, nach einem nicht mehr erhaltenem Aquarell von Jakob Scheiner (1820-1911)

 


Burg Windeck 1924

Aktuelle Fotos von der Burg Windeck (Neu-Windeck)

Die Auelgau, seine Grafen und Burgen




Foto: Schloss Windeck und Burgruine Windeck um 1930

 

 

 



Lage der Burgen Alt-Windeck und Neu-Windeck



Burg Windeck (Alt-Windeck)



Zeichnung: Paul Girnstein



So könnte die  Burg Alt-Windeck ausgesehen haben, ob zuerst eine Motte oder eine kleine Burg im Tal von Windeck vorhanden war, ist nicht bekannt. Die Burg in Windeck auf dem Bergrücken (später Alt-Windeck genannt) wurde in dem damaligen Auelgau errichtet. Sie ist aber noch in der Zeit der Robertiner als
 Auelgaugrafen auf dem Bergrücken errichtet worden. Wahrscheinlich in der Zeit der Konradiner ist die Burg in Stein ausgebaut worden. Als Versorgungshof für die Burg Altwindeck wird später "Rospe" genannt, Burghof in Rosbach.

 



Wappen der Auelgaugrafen Wildenburg



Sie gehörte dem Auelgaugrafen Gerhard von Wildenburg, er ist von seinem Verwandten Heinrich Raspe  III. von Sayn unterbelehnt worden, später die  Saffenberger, Werner, Hollende, Giso IV.  v.  Hollende verh. mit Kunigunde v. Bilstein .
Der Herr zu Wildenberg, seine Gemahlin und beider Sohn Heinrich übergeben der Gräfin Mechthilde v. Sayn für 400 Mark ihre Höfe zu Musbach und Merten als Lehengut an Stelle des von der Gräfin lehenrührigen Schlosses Windeck, welches Gerard mit Vorbehalt derer Rechte an den Grafen Adof IV. von Berg verkauft hat, welcher sich aber weigert, dasselbe von der Gräfin zu Lehen zu empfangen. Er versprach, die Rechte der Mechthild, anzuerkennen und ihr Treue zu schwören. Dieses Versprechen hat der Graf gebrochen.
 
Anm: Als erste Besitzerin gilt die Gräfin Kunigunde von Bilstein, die sich auf dem Michelsberg in Siegburg begraben ließ. Dafür stiftete sie ein Gut in Braubach. In einer diesbezüglichen Urkunde von 1138 traten unter anderen als Zeugen auf: Cunradus de Rukelingin (Röcklingen), Gozwinus de Rospen (Rosbach), Heinricus de Sconebach (Schönenberg), Udo de Hanafo (Hennef), Thammo de Wimere (Weimar), Arnoldus de Cuchenbach (Kuchenbach bei Uckerath), Wicherus de Benesbure (Bensberg).

Hedwig Tochter von Kunigunde heiratet Ludwig I., Landgraf von Thüringen,

Sohn Ludwig II. baute ab 1140 die Burg (Alt-Windeck) und neue Burg Windeck  (Neu-Windeck).

 






Burg Windeck, (Neu-Windeck) die ehemals starke Feste des Oberbergischen Landes.


 



Grundriss der Burgruine Windeck von 1911

 

Ansicht im Jahr 2025 

 

 

Auf einem steilen Felsvorsprung an der Sieg, über dem Orte Schladern, stehen auf Oberbergischem Boden die Ruinen der ehemals trutzigen Feste Windeck. Von dort überschauen sie den weiten, herrlichen Talkessel der Sieg, den man mit Recht als einen Garten Gottes bezeichnet hat. 

Auch wenn der Wanderungsgeübte etwas ins Schnaufen kommt, hat es den Vorteil, dass man die Lage der alten Burg sehr gut nachvollziehen kann. An Stelle der Vorburg stehen heute einige Häuser, teils noch im Fachwerkstil errichtet, kurz vor dem heute restaurierten, mächtigen Bergfried. Die gesamte Burg war mit einem Burggraben zusätzlich geschützt. Der Graben selbst ist jedoch zugeschüttet. Oben angekommen, wird man belohnt mit einer herrlichen Aussicht in das Siegtal. 

Die Wehranlage war im 12. Jahrhundert im Besitz der Kunigunde von Bielstein, deren Tochter Hedwig  - verheiratet mit dem hessischen-thüringischen Landgrafen Ludwig - die Burg erbte.  Ihr Sohn war der Graf Heinrich Raspe der Jüngere. 

Erste urkundliche Nachrichten verweisen gleich auf zwei Burganlagen mit hohen Wehrtürmen und weiten Ringmauern, die "Altwindeck" und dazu eine neue Burg, die sich anfänglich im Besitz der Landgrafen Heinrich Raspe des Jüngeren von Thüringen. 

Wir haben keine Kunde, wie dieser in den Besitz der Veste gekommen ist, wissen nur urkundlich, dass Kaiser Friedrich I., der Rothbart, am 21. Februar 1174 in seiner Pfalz zu Aachen die Bedingungen bestätigt, unter welchen Heinrich Raspe dem Grafen Engelbert I. von Berg, dem ersten Grafen von Berg das neue Schloss auf Windeck überträgt.  In dieser Urkunde wird 1174 der Name der Burg in Windeck bestätigt - "Castrum novum in Windeck". 

Der Graf von Berg muss den Thüringer in allen Fehden, ausser gegen den Kaiser und den Erzbischof von Köln, unterstützen, ausgenommen, wenn Letzterer den Grafen ungerecht angreift. Dann bleibt Windeck dem Lehnherrn offenes Haus, und dies so lange die Fehde (werra sagt die Urkunde) dauert. Die Burgmann stehen alsdann im Dienste des Lehnherren. Es musste der bergische Burgvogt schwören, die Veste nach dem Tode Engelberts, jenem wieder zu überweisen.

Graf Engelbert I. begleitet Kaiser Friedrich den Rothbart auf seinem Kreuzzüge und starb 1189 auf dieser Fahrt.

Nach Engelberts Tode fiel die Burg Windeck wieder an die Landgrafen von Thüringen. 

Daß das Erzstift Köln übrigens ältere Rechte an die Burg hatte, deuten schon manche Reversalien gegen dasselbe in dem Lehnbriefe an, und wird in der Folge noch wahrscheinlicher. Engelbert war seinem Kaiser im folgenden Jahr nach Italien gefolgt und in einer unglücklichen Schlacht bei Mailand in Gefangenschaft geraten, und wurde von den Mailändern gegen schweres Lösegeld wieder frei gegeben.  Im Jahr 1188 erwarb der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg die Burg die er an Vasallen übergab. 

Die Burg Windeck war im 12. Jahrhundert erbaut worden, um den Grafen von Berg ein Stützpunkt ihrer Machtentfaltung an der Sieg zu sein. Sie hat manchem Ansturm getrotzt. Im Jahre 1264 erlebte sie die mörderische 
Schlacht bei Dattenfeld auf dem Breitenfeld, gegen den Grafen Conrad von Elverfeld, so dass "man bis zum Knie im Blute gewatet".

Die Burg Windeck war schon seit dem Mittelalter im Besitz der Herzöge von Berg und als solche nach aller Kriegskunst des Mittelalters stark befestigt.

Das Herzogtum Berg war ein rechtsrheinisches Territorium des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation.

Es zählte zum Niederrheinisch-Westfälischen Reichskreis und war landständisch verfasst. Es bestand vom 11. Jahrhundert bis 1380 als Grafschaft und weiter bis 1806 als Herzogtum Berg, danach noch wenige Jahre in stark veränderter Form als Großherzogtum Berg war lange mit dem Herzogtum Jülich und wechselweise mit verschiedenen anderen Territorien in Personalunion vereint.
 
Herrschaftssitz der Grafen von Berge war zunächst Burg Berge in Altenberg, ab 1133 dann Schloss Burg an der Wupper und ab dem späten 14. Jahrhundert das Düsseldorfer Schloss.

Das Land der Grafen von Berg bestand aus vielen Amtsbezirken, von denen Windeck, Blankenberg und Löwenburg das Gebiet der Sieg umfasste.





Wappen der Grafen von Nesselrode

 

Graf Adolpf von Berg, seit 1408 Herzog von Berg und seit 1423 auch Herzog von Jülich, war wegen seiner vielen Fehden in dauernder Geldnot, die ihn vielfach zu Verpfändungen seines Besitzes zwand, wobei er 1435 auch Schloß und Herrlichkeit Windeck dem Wilhelm von Nesselrode als Amtmann verpfändete. Nesselrode sollte das Schloß während seiner Pfandschaft in gutem Stand halten. Dies scheint aber schon 1443 eingetreten zu sein, da am 27. Febr. Herzog Gerhard von Jülich-Berg dem Wilhelm von Nesselrode angefahl, mit der Ausbesserung solle begonnen werden, auch vor Erstattung des Baugeldes die Pfandschaft nicht abgelöst werden. Von 1443-1445 wurden 5530 oberländische Gulden für den Bau verwandt. In den Jahren 1458-1494 waren von Bertram von Nesselrode 1429 Gulden über seine Einnahme aus dem Amt Windeck hinaus an dem Schloß Windeck verbaut worden, die er dem Herzog Wilhelm schenkte, während der Herzog sich verpflichtete, 2071 Gulden, welche Bertram von Nesselrode von 1494-1497 gebraucht hatte, auf des Herzogs Befehl bei der Einlöse zu bezahlen. Für "Noitbuwe" gaben die Brüder Wilhelm und Bertram von Nesselrode von 1511-1514 noch 163 Gulden aus. 1515 wurde ihnen von Johanns ältestem Sohne von Kleve, Herzog von Jülich-Berg, die Pfandschaft gekündigt, aber an Mauritius von Nesselrode von neuem vergeben, bis wegen Johanns von Nesselrode unmündiger Kinder 1561 Johann von Lutzenrath zum Amtmann bestellt wurde. Als dessen Nachfolger, Wienand von Lyradt, 1586 gestorben war, hielt Bertram von Nesselrode auf Grund seiner Verschreibung um das Amt an und erhielt es. Um diese Zeit waren wieder größere Instandsetzungen erforderlich, die nach Gutachten des bekannten Baumeisters Johann von Pasqualini ausgeführt wurden (1602-1609). 


So war das Amt Windeck seit 1433 erblich in der Familie des Grafen von Nesselrode. Deren Mitglieder bewohnten die Burg Windeck jedoch selber nicht, sondern setzten einen Amtsverwalter über den Bezirk.

Der jeweilige Amtsverwalter wurde in der Dattenfelder Kirche vom Schultheissen proklamiert.

Vier solcher Proklamationen sind im ersten Kirchenbuch zu Dattenfeld eingetragen.

1. Auf Bewegung des Satrapen (Amtsmann) von Windeck von Nesselrodt folgte  als Amtsverwalter Heinrich Quadt von Isengarten, der am 8. Aug. 1610 in unserer Kirche durch unsereren Vorsteher Gerhaud Saur proklamiert wurde.

2. Nach dessen Tode wurde 1619 an seine Stelle gewählt Friedrich Wilhelm von Huen zum Broich,  der in unserer Kirche am 21. Jan. 1618 proklamiert wurde.

3.  Im April 1622 wurde Walramus Scheiffart von Merode zu Haus Allner als Amtsverwalter von Windeck in der Kirche zu Dattenfeld proklamiert. Er starb am 26. März 1625.

4.  1625 wurde von Adolph von Nesselrodt zu Ereshofen der Wohledle Wilhelm von Hillesheim von Merscheidt als  Amtsverwalter eingesetzt. 


  

Wappen der Familie Joesten


Heinrich Joesten, der letzte Richter von Windeck

 


Siegelring von Richter Joesten, heute im Heimatmuseum Windeck

 


Johanna Katharina Henriette Joesten, Ehefrau von Heinrich Joesten


Heinrich Joseph Joesten, der letzte Richter des Amtes Windeck und der erste Landrat des Kreises Waldbröl., wurde am 12. Nov. 1763 auf Burg Overbach geboren. 


Pseudonym   Hans von Windeck

 

Als Sohn des Gerichtsschultheissen Johann Gebhard Wilhelm Joesten (9. Mai 1717–21. Dezember 1791) und der Anna Margaretha (geb. Grieffrath, † 10. April 1785) war Joesten ein Nachkomme einer eingesessenen Familie in Much. (Französische Revolution und Preußens Gloria um das Amt Windeck)

Die Familie Joesten ist ein altes, seit dem 13. Jahrh. nachweisbares Geschlecht, dessen  Namensträger zu hohen staatlichen und kirchlichen Ämtern gelangt sind, sei es in Chur-Trier, Chur-Mainz, Chur-Köln, Chur-Pfalz oder im engerern. Der  Großvater Heinrich Joseph Joesten, war  u.a. Hatzfeldischer Amtmann zu Wildenburg.  Bereich - im bergischen Amt Windeck.

Heinrich Joesten übernahm die Stelle seines Bruders als Richter des Amtes Windeck und oberster Richter des Hochgerichts daselbst. Ferner war er Sr. Churfürstlichen Durchlaucht zu Pfalz-Bayern Gerichtsschultheiß zu Much, vor dem Hatzfeldischer Amtmann zu Wildenburg, wo er auf der Burg wohnte.

Er heiratete am 17. Nov. 1795 Johanna Katharina Henriette de Berghes. Aus dieser Ehe gingen 15 Kinder hervor. Landrat Heinrich Joseph Joesten starb am 23. Mai 1829 und ruht mit seiner Ehefrau in der Familiengruft der kath. Pfarrkirche St. Martin zu Much.

Anm: In  einer Urkunde des Richters aus dem Lagebuch der kath. Kirche zu Dattenfeld ist erwähnt: 
Wilhelmus Joest zu Hoppengarten gibt Von zwey orthen so Von Reuter heerkommen, untig (unterhalb) roßel (heute Rossel) in der ohligs wies (Ölwiese) gelegen.


Bekanntlich haben in den Tagen des Wilhelm von Hillesheim (war ein deutscher Zisterzienser und erster infulierter Abt des Klosters Himmerod) viele Leute mit den Daemonen der näheren Umgang gepflogen
und sich in ihre Gewalt begeben. Im Jahre 1629 schreibt Canzler, es sei mißfällig zu vernehmen, daß allerhand aus dem Stift Cöln und anderen 
benachbarten Graf- und Herrschaften vertriebene mit Zauberei diffamierte sich in ziemlicher Anzahl in das Amt Windeck eingeschlichen, und fordert er den Amtsverwalter auf, solches Gesindel unverzüglich zu apprehendiren und einzuziehen.

Um diesen Eintrag zu verstehen, muss man wissen, dass in den Zeiten des 30- jährigen Krieges, besonders in Siegburg für zwei Jahre (1636-1638) grausame Hexenverfolgungen stattfanden. 

In einem Schreiben des Pfalzgrafen Wolfgang Wilhelm 1645 an den Kämmerer und Amtmann zu Windeck, Bertram von Nesselrode zu Ereshoven, sagt der Herzog, dass der Feind sein Auge vorzüglich auf Windeck gerichtet habe, und fordert  den Amtmann auf, die Veste mit mehreren Verteidigungs-und Lebensmitteln versehen zu lassen, den bisherigen Schützen noch 20 oder 30 aus den dortigen Unterthanen zuzugeben, diese zu 14 Tagen durch andere ablösen zu lassen, den Commandanten aber unter energischer Strafandrohungen zur besseren Aufmerksamkeit ernstlich anzuweisen.

Drei Tage  nachher berichtete Nesselrode dem Fürsten, er habe durch den Marschall von Weschpfennig für Tonnen Pulver und die nöthigen Leute auf der Veste gesorgt, auch dem Schultheiß von Rossbach anbefohlen, die nötigen Lebensmittel nach Windeck  abzuliefern, der Commandant sei gehörig instruiert und somit Alles zur Verteidigung wohl gesorgt.  

Die Burg Windeck war beständig von einigen hundert Menschen bewohnt, die zur Bewachung nötig waren. 

Um so viele Menschen unterzubringen, waren in der Nähe der Burg noch eine Anzahl Häuser erbaut, worin die Wächter herbergten, um stets bei der Hand zu sein. Diese Dienstleute wurden Burgmänner oder Bürger genannt.

Es waren waffengeübte Ritter, die selbst Burghäuser in der Umgegend besaßen, aber als Vasallen von Burg Windeck zum »Wachdienst verpflichtet waren.




Wappen der Ritter Huen

 

Zu ihnen zählten die Ritter von Huen, die zu Broich und Wilbringhoven ihre Rittersitze hatten. Aber auch in weiterer Entfernung  von Windeck wohnten solche Burgmannen, die sich in den Schutz dieser Burg begeben hotten. Solche wohnten auf ihren Burgen zu Freckhausen, Feld und Sotterbach in der Wiehlgegend. Sie erschienen nur auf der Burg Windeck, wenn sie dazu befohlen wurden. Aber sie fühlten sich doch als Mitbesitzer dieser Burg, wie wir dies von dem Ritter Conrad von Elverfeld wissen, der seine Rechte mit den Waffen verteidigte.

Rittmeister Stockhausen

Bekanntlich ist das Bollwerk der Burganlage im 30-jährigen Kriege zweimal zerstört worden, erst durch die Schweden mit General Baudissin 1632 und dann durch die Kaiserlichen. Diese Belagerungen scheint denn unseren stolzen Zinnen zugleich den Todestoß versetzt zu haben.

In von dem Fürsten eingeforderten Besichtigungsberichte des hiesigen Rentmeisters vom Jahre 1655 heißt es nämlich, dass durch die hessische Belagerung von dem Schloße außer der Kapelle und einigen Oekonomie- Gebäuden nur noch Schutt und Ruinen übrig geblieben. Erst gegen Ende 1647 ergab sich die hessische Besatzung dem kaiserlichen General von Lamboy.

Um alles wiederherzustellen, fordert der Bericht, da die hiesigen Unterthanen Hand- und Spanndienst zu leisten verpflichtet, nur 100 Rtlr. 

Aus anderen Urkunden geht hervor, dass schon im Jahre 1650 zur Herstellung des Schlosses von den Unterthanen in Windeck  bereits 800 Thlr. erhoben worden. 

Es müsse auch für eine Wohnung des Amtsverwalters und reine Wacht- und Arreststube gesorgt werden, da Ersterer sich der Wölfe und Füchse und auch der Diebe wegen nicht mehr sicher glaube. Das Schloss sei durch drei gesprengte Minen ruiniert worden, der Keller noch vorhanden, aber, wie der Brunnen, über die Hälfte mit Schutt angefüllt. 

Was zur dürftigen Wiederherstellung der Burg Windeck geschehen, wissen wir nicht. 

Eine kegelförmige, vorspringende, 210 Fuss hohe Felsen-Kuppe trägt die Ruine der Veste Windeck, von drei durch unzugänglich steile Abhänge geschützt, und ursprunglich auf der nördlichen Seite durch zwei schluchtenförmige Schutzgräben von der Gebirgskette getrennt.

Von dieser Seite führten zwei Zugbrücken durch drei Thorzwinger auf die Höhe der Burg, zu dem eigentlichen Burgstall, welchen Hof der Palas mit dem Mushaus (Speisesaal), die Kemenaten, d.H. die Wohnungen des Burgherrn und der Burgfrau nebst der Familie, der Bergfried, die Hauptwarte, und die Ställe umgaben. Im nördlichsten Theile hausten die Knechte, die Souterrains  unter ihren Wohnungen wurden als Stallungen benutzt. Die Kemenaten, nach der Flussseite umgeben, von einer halbrunden vorspringenden Terrasse, nahmen die westliche Seite des Burgstadels ein, während der Palas sich an der Südseite hinhaute,  und der noch vorhandene gewaltige Bergfried im Osten den Schluss des Burghauses bildete. Die Mauern des runden Bergfriedes haben 10 Fuss Mächtigkeit. Sein Erdgeschoss bildete das Burgverlies, aus
dem ein unterirdischer Gang, dessen Anfänge noch vorhanden sind, in´s Siegtal führte. An diesen mächtigen Thurm, die Hauptwarte, der letzte Zufluchtsort in Fällen der Not, namentlich bei Belagerungen, baute sich ein runder Treppenturm in dem eine Wendeltreppe zu den oberen Geschossen des Bergfrieds führte. 

Auf zwei unter dem Herrenbau liegenden Felsabsätzen befand sich der Burggarten und unter demselben die Wirtschaftsgebäulichkeiten.

Das Ganze war mit einer starken, an einzelnen Stellen bis 60 Fuss hohen Ringmauer, dem so genannten Zingel umgeben, der an den schwächeren Stellen mit Wehrtürmen verstärkt war.

Auch dieser Riesenbau unterlag der vernichtenden Macht der Geschütze. Noch zeigt man auf der nördlichen, den Schlossberg etwas überragenden Kuppe die Stellen, wo die Hessen und Schweden ihre Kartaunen und Mörser aufgefahren hatten, um die Veste zu beschiessen.

Die Stelle heisst noch die Schwedenschanze und in ihren Rayen sieht man noch die Löcher in den Fels getrieben, in denen sie ihre Schanzkörbe aufgepflanzt hatten. 

1795 fielen die Länder und Ortschaften zu der Sieg unter französische Herrschaft. Wieder kamen unruhige Zeiten und Truppen mit ihren Einquartierungen, das Ziehen von Soldaten Eroberungsfeldzüge in die Weiten Russlands hinein, brachten Not und Kummer in die Bevölkerung. 

Die Burg wurde immer wieder belagert, so konnten sich manche Legenden entfalten. Eine ist in Weinsberg im Neckarland von der Einnahme der Burg zu lesen.

Die Frauen wollte man frei ziehen lassen, dabei durften sie soviel mitnehmen wie sie und ihr Hund tragen könne. Da luden diese ihre Männer auf ihren Rücken und nahmen sie mit in die Freiheit und der Hund einen Sack mit Geld. 

Endlich, 1815, nachdem die Rheinlande bei der Neugliederung des ehemaligen Alten Reiches dem Königreich Preußen zugesprochen worden waren, kehrte wieder Ruhe ein. Burg Windeck, und das was von ihr übrig war, fiel an den preußischen Staat. 

1852
verkaufte der preußische Staat die Ruine Windeck einschließlich des gesamten Burgbergs an den Landrat Danzier in Mülheim.

Schloss Windeck

 


Älteste Abbildung des Schlosses nach einem Scherenschnitt

 



Zeichnung: Burg Windeck und Schloss Windeck, Zeichnung: Schröder

 

Dieser errichtete ganz im romantischen Stil der  Zeit ein Landhaus, das sogar 1845 noch erweitert wurde.

Es entstand das sogenannte "Schloss Windeck".

Die Familie, später der Schwiegersohn Danziers, Andrea Caminneci aus Bonn, verbrachten hier die Sommermonate.

 



Frau Landrat Mathilde Danzier, Foto: B. Althoff



Schloss Windeck





Postkarte Schloss Windeck und Burgruine Windeck 1930


Aber auch diesem Schloss widerfuhr das Schicksal der Zerstörung. Am Ostersonnatg dem 1. April 1945, wird Schloss Windeck aus Richtung der Leuscheider Höhen durch amerikanische Artillerie mit Phoshorgranaten in Brand geschossen.

Das gesamte Gebäude brennt aus. Ungeschützt, den Unbillen der Natur ausgesetzt, verfällt das Gebäude zusehens.

1962 erwirbt der damalige Siegkreis die Reste des Schlosses und Burgruine von den Erben Caminneci. Nach einigen Überlegungen zur weiteren Nutzung der Schlossruine, wird diese dann doch vollständig abgerissen und man beginnt mit der Restaurierung der alten Burg. Die damit verbundenen Arbeiten begannen in den späten 70er Jahren, seit 1987 wurden durch den nunmehrigen Rhein-Sieg-Kreis auch umfangreiche archäologische Untersuchungen in Gang gesetzt, deren Ergebnisse teilweise im Heimatmuseum ausgestellt sind, wie z.B. Kacheln des ehemaligen Kapellenfußbodens.

Mancherlei merkwürdige Überbleibsel der Vorzeit fand man bei dieser Gelegenheit, die jetzt im Burghause aufgestellt sind.

Unter anderem wurden drei eiserne geschmiedete Kanonen verschiedenen Kalibers gefunden, und eine eiserne Kugel, unter denen 3 Fuss Durchmeser haltende Bomben.

Äußerst interessant ist aber ein vollständiges Küchengeräte, welches man beim Aufgraben der ebenfalls verschütteten Schlossküche entdeckte, und das, wer weiss, wieviele Jahrhunderte vor der Zerstörung der Veste hinaufreicht.

 

 
Sandsteinwappen zierte den Ostgiebel von Schloss Windeck 1729


An der Ostseite des Burghauses ist ein altes Wappenschild der Grafen von Windeck in Stein gehauen angebracht.

Einen schöneren Punkt, als diese Höhe, gibt es an der mittleren und unteren Sieg nicht, denn kein anderer bietet diese Manchfältigkeit an reizenden und malerisch fesselnden Aussichten, Rundsichten und Fernsichten, als die Veste Windeck.

 



Dieses Hufeisen (12x9 cm) stammt vermutlich von dem Esel der das Wasser zur Burg getragen hat, es wurde vor vielen Jahren an der Burg gefunden, es befindet sich heute im Privatbesitz


Auf verschieden Grundstücken des Amtes Windeck lastete bis 1825 unter dem Namen Stephans oder Eselshafer eine Abgabe, welche der Überlieferung gemäss, ihren Grund darin hatte, dass früher auf die Veste ein Esel gehalten wurde, um das Trinkwasser hinauf zu schaffen, der Treiber des Esels Stephan geheissen, und jene Steuer zum Unterhalt des Esel und seines Treibers gedient habe. Dieser Wassertransport gehörte wahrscheinlich zu den manch fachen Frohndiensten, mit denen die Hörigen der Burg überbürdet waren, und später in eine Steuer verwandelt, und diese Esels- oder  Stephanshafer genannt, wie man überhaupt an der Sieg alle Steuern, ausser dem Dienstgeld, dem Besthauptgeld und den Zehnten, mit dem Worte "Hafer" bezeichnete. Die Eselshaferpflichtigen Bauern beschwerten sich, weigerten sich die Steuer zu zahlen, welche, wie bemerkt, erst 1825 von der Regierung aufgehoben ward.

  

Autor: Karl Ludwig Raab 

Quellenverzeichnis