Die Grafen von Nesselrode

 

 


 

In den Urkunden des Grafen Heinrich III. von Sayn (+ 01.01.1247) vom 16. Oktober 1241 ausgestellt in Herchen a.d. Sieg und Mechthild (* v. Landsberg + 12.11.1285) ehemalige Gräfin von Sayn vom 16. Februar 1249 im Hof der Gräfin in Köln, wird ein Zeuge Heinrich Fleck (Vlekko / flecko) von Holstein, abgegangene Wasserburg bei der späteren Burg Homburg bei Nümbrecht (Oberbergischer Kreis) erwähnt.

Das Geschlecht wird erstmals mit dem Ritter Heinrich genannt Flecke von Nesselrode als Lehnsmann der Abtei Deutz im September 1303 in einer Urkunde genannt.

Eine Abstammung von Albert Sobbe von Leysiefen ist wahrscheinlich. Namen gebender Stammsitz war die Burg Nesselrath an der Wupper bei Leichlingen. 1335 wird der Sohn von Heinrich Flecke von NesselrodeFlecke von Nesselrode, Lehnsmann des Grafen Rainald II. von Geldern.

1368 erscheint der Ritter Johann von Nesselroide, der als Lehnsmann der Grafen von Berg auftritt und siegelt.

Wilhelm von Nesselrode († 1389 oder 1399?) heiratete Jutta von Grafschaft, Tochter des Adolf von Grafschaft zu Ehreshoven und Jutta von Sayn. Er wurde durch diese Ehe Herr von Ehreshoven bei Engelskirchen im
heutigen Oberbergischen Kreis und Mitherr von Stein. Seine Söhne Johann der Ältere zum Stein und Johann der Jüngere zu Ehreshoven waren Stammväter der zwei Hauptlinien Stein-Reichenstein und Ehreshoven.

Angehörige der Stein-Reichensteiner Linie erhielten bereits 1481 das Erbmarschallsamt und das Erbkämmereramt des Herzogtums Berg. Der Sohn von Johann dem Älteren von Nesselrode zum Stein und der Katharina von Gehmen, Wilhelm († 1499), heiratete Elisabeth Nyt von Bürgel und erhielt 1478 die Reichsgrafschaft Rheydt. Seine Urenkel, die Reichsfreiherren Bertram und Johann Matthias von Nesselrode, begründeten zwei weitere Zweige der Familie. Bertram († 1678), Herr auf Herten, Stein und Ehrenstein, kurkölnischer Geheimrat und Statthalter des Vest Recklinghausen, war der Stammvater der Reichensteiner Linie. Er war mit Lucie Gräfin von Hatzfeld verheiratet.

 


Burg Herrnstein im Bröltal

 

 

 
Portrait Willi Hönscheid/Eitorf-Forst


Johann Franz Josef Graf von Nesselrode-Reichenstein, Herr zu Mechernich, Burgfey, Grimberg, Herten, Stein, Bürgel, Ehrenstein, Dahl, war vor der Franzosenzeit Kur-kölnischer Geheimer Extra-Konferential-Rat und Hofrats-Präsident, Obrist-Kämmerer, Statthalter der Veste Recklinghausen, Amtmann zu Kempen und Oedt, Erbmarschall und Erkämmerer des Herzogtums Berg und Erbdirektor der Bergischen Ritterschaft. Zwischen 1806 und 1813 bekleidetete er im Großherzogtum Berg das Amt des Innen- Justiz- und Kriegsministers. Er wurde am 21. September 1755 auf Burg Vondern geboren, heiratete am 22. Juli 1777 Johanna Felicitas Gräfin von Manderscheid und starb am 24. Oktober 1824.

 

 


Foto: Westfälisches Amt für Denkmalpflege, Münster

 

Johann Wilhelm Carl Franz Graf von Nesselrode-Reichenstein, ältester Sohn des großherzoglich.bergischen Innen- , Justiz und Kriegsministers, geb. am 5 Juli 1778, 1795 Leutnant in österreichischen Diensten, 1797 östrreichischer Rittmeister, 1806 Übertritt in großherzogliche-bergische Dienste, Oberst und Eskadronchef der Kavallerie, kämpfte in Spanien und Russland, 1815 Oberst und Kommandeur des Ersten Rheinischen Landwehr-Ulananen-Regiments,1821 Generalmajor, verstorben am 31. März 1822 in Münster/Westfalen.

 

 
Foto: Westfälisches Amt für Denkmalpflege, Münster

 

Johann Maximilian Friedrich Franz Graf von Nesselrode, Sohn des großherzoglich-bergischen Innen- , Justiz- , und Kriegsministeres, kämpfte im Sachsen-Feldzug auf österreichischer Seite u.a. auch gegen die bergischen Lanziers. Er wurde am 26. Februar 1783 geboren, trat in österreichische Dienste und war 1812/13 kaiserlicher Kämmerer und Major bei den Lichtenstein-Husaren. Am 26. August 1813 wurde er in der Schlacht bei Dresden tödlich verwundet und starb am 1. September 1813 in Prag.

 


Der Begründer der Landscroner Linie Johann Matthias war mit Elisabeth von Wylich vermählt. Aus dieser Ehe entstammte der Freiherr Johann Wilhelm von Nesselrode, der durch Heirat mit Franziska Margaretha 
von Brempt, Erbtochter des Johann von Brempt aus dem Adelsgeschlecht derer von Brempt, die Herrschaft Landscron erhielt. Sein Enkel Graf Johann Wilhelm († 1800) konnte nach dem Erlöschen der Reichensteiner Linie 1776 deren reichsunmittelbare Besitzungen erwerben und den Sitz im westfälischen Grafenkollegium erben. Die Linie starb 1824 mit Franz Joseph (* 1755) im Mannesstamm aus.

Aus der Linie kamen u. a. eine Ur-Ur-Urgroßmutter der Dichterin Annette von Droste-Hülshoff, Johanna, die 1670 Bernhard III. von Droste-Hülshoff (1634–1700) heiratete. 

 


Einquartierungsverordnung von 1686

 

Rittersitz Obermarkelsbach I.

Obermarkelsbach ist schon in der ersten Hälfte des 16. Jahrh. im Besitz der Familie Nesselrode in Ehreshoven.
Im Erkundigungsbuch vom Jahre 1555 wird Joh. von Nesselrode zu Obermarkelsbach genannt, und im Ritterzettel heißt es: Johann von Neßelrod, Amptmann zu Windeck von wegen des hauß Over-Markelsbach.
Schon 1529 war Bertram von Nesselrode (aus einer Nebenlinie), vermählt mit Anna Stecke, Erbin zu Herten, im Kirchspiel Much begütert. Der obengenannte Johann von Nesselrode war der Sohn des Wilhelm (verst. 1540), Amtmann zu Windeck, und der Agnes von Palant. Johann war der Amtmann von Windeck (gest. 11. Dez. 1561) und heiratete Sophia von dem Bongard. Sein Sohn Wilhelm (gestr. 19. April 1608), Amtmann zu Windeck und Blankenberg, heiratete Elisabeth von Schwarzenberg zu Gimborn.
1581 heißt es: Markelsbach ist ein alter Strunk (Ruine) in einem Wassergraben und ist den Kindern von Nesselrodt zu Ehrißhoven zuständig. Wenn hier von Kindern die Rede ist, wird auch noch der Bruder Wilhelms, Bertram, vermählt mit Maria von Willich, in Betracht kommen, der auch im Ritterzettel (Amt Windeck) 1583 genannt wird.

Wilhelms Sohn war Adolf, Amtmann zu Windeck. Er heiratet Anna Katharina von Soetern. Dessen Sohn Bertram, ebenfalls Amtmann von Windeck, heiratet Maria Magdalena von Hatzfeld.
Die Glocke zu Much vom Jahre 1657 trägt die Inschrift: "BETRAM, FREYHERR VON NESSELRAT ZU EHRESHOVEN; HERR ZU THUMB, ERBMARSCHALK DES FÜRSTENTUMES BERG, ZUR ZEIT AMTMANN ZU WINDECK".

Von seinen Söhnen wird 1655 Johann zu Obermarkelsbach genannt. Dessen Neffe war Karl Franz. Er war der Sohn des Philipp Wilhelms, welcher mit Maria Adiana, Freiin von Leerodt, vermählt war und von Kaiser Ferdinand III. am 3. Aug. 1655 den Reichsfreiherrnstand bekommen hatte. Karl Franz erhielt von Kaiser Joseph I. am 4. Sept. 1705 mit Zulegung und Vereinigung des Ehreshovenschen Wappens die Reichsgrafenwürde und am 20. Nov. 1729 das Indigenat (Staatsbürgerrecht) in Ungarn. Derselbe (verst. 10. Juni 1750) hinterließ aus der Ehe mit Maraia Theresia Sophia Elisabeth, Freiin von Schorlemer zu Oberhagen, außer mehreren Kindern, zwei Söhne, Karl Franz und Maria Julius Wilhelm, welche das Geschlecht fortsetzten.

Ihr Bruder Johann Wilhem Franz Ludwig, Graf von Nesselrode, wurde am 21. Sept. 1730 auf "Merchelsbach" bei den bergischen Landtagen auf geschworen. Wappen: in Rot silberner Gegenzinnenbalken, Helm: rotes Brackenhaupt, um den Hals belegt mit Schildbild. Decken: rot-silbern.

Karl Franz wurde aufgeschworen, wegen des Hauses Merkelsbach am 24. Nov. 1754, 1776 der Sohn von Karl Franz, Franz Karl Alexander, und 1779 dessen Bruder Johann Franz Felix. Fahne nennt noch einen Franz Bertram, Reichsgraf von Nesselrode, Herr zu Merkelsbach geboren 1. Dez. 1783, der 1816 Maria Luise von Harleben heiratete.

In einem Berichte vom Jahre 1750 heißt es: "Im Kirchspiel Much sind drei Güter des Namens Markelsbach, nämlich Obermarkelsbach, von denen das eine beständig vom Landtag beschrieben worden und dem Hofkammer- und Geheimrat Grafen von Nesselrode zuständig ist.  

 

 

Quellenverzeichnis