Eiszeiten formten unsere Heimat im Bereich von Rossel und Wilberhofen
Die Entstehung von Flußterrassen, Umlaufberg und Umlauftal im Bereich von Rossel und Wilberhofen.
Vorwort :
Wer als aufmerksamer Wanderer im Siegtal und insbesondere im Windecker Ländchen unterwegs ist, dem fallen vielleicht ein paar ungewöhnliche Dinge auf.
Eventuell bemerkt er Flusskiesel weit über dem heutigen Bett der Sieg. Auch senken sich die Talhänge nicht mit gleichmäßigem Gefälle zum Talboden ab. So werden die steileren bewaldeten Partien von mehr oder weniger ebenen Flächen unterbrochen, wo Landwirtschaft betrieben werden kann. Dies sind die Reste sehr alter Talböden, sogenannte Flussterrassen.
Vielleicht fällt dem Naturfreund auch auf, dass es Bereiche gibt, wo ein Hügel oder, wie bei Dreisel, ein Berg völlig von einer Talniederung mit Bächen umgeben ist, die Sieg selbst aber abseits fließt. Hier hat die Natur in sehr langen Zeiträumen die sogenannten Umlaufberge und Umlauftäler gebildet. Im Windecker Ländchen gibt es drei davon, dazu hat der Mensch beim Bau der Eisenbahn im 18. Jhd. dafür gesorgt, dass es bei Schladern noch ein weiteres Gebilde dieser Art gibt.
Für die Entwicklung des Siegtales in den vergangenen 5-10 Millionen Jahren sind komplizierte Prozesse verantwortlich. So hat sich das Grundgebirge nicht nur langsam herausgehoben, sondern dies ist auch noch ungleichmäßig erfolgt. Neben einer Einmuldung in West-Ost-Richtung kam es noch zu einer Drehung und auch zu Verwerfungen.
Diese tektonischen Vorgänge waren die Voraussetzung für die gleichzeitig erfolgte Tiefenerosion des Flusses.
Im Eiszeitalter der letzten 2 Millionen Jahre gab es gewaltige Klimaschwankungen zwischen den Kalt- und den Warmzeiten.
Obwohl es die Gletscher der Nordischen Inlandvereisung nur bis zur Ruhr geschafft haben, waren hauptsächlich die Vorgänge in den Kaltzeiten für die Tiefenerosion der Sieg verantwortlich.
In dem vorliegenden Kapitel möchte der Autor den Leser an den wissenschaftlichen Erkenntnissen über seine Heimat teilhaben lassen.
Das Windecker Ländchen ist nämlich in geographischer Sicht ein besonders schönes Gebiet im ganzen Rheinischen Schiefergebirge.
Mögen die Bewohner und die Besucher es zu schätzen wissen.
Dr. Heinz-Josef Gramsch
Bildvergrößerung zeigt die Terassen von Rossel

Bildvergrößerung zeigt die Terrassen von Wilberhofen

Bildvergrößerung vom Umlaufberg in Rossel mit Prallhang am Beuel
Begriffserklärung von Umlaufberg, Prallhang und Gleithang.
Als Prallhang bezeichnet man das kurvenäußere Ufer eines Flusses, das durch die hier stärkere Strömung abgetragen wird.
Das kurveninnere Ufer (im Strömungsschatten) wird als Gleithang bezeichnet; hier wird Material wegen der geringeren Strömung abgelagert. Die Begriffe werden in Zusammenhang mit der Mäanderbildung eines Flusses verwendet.
Durch die Erosionsprozesse verlagern sich die Schlingen eines Flusses im Laufe der Zeit. Trifft ein wandernder Prallhang rückseitig auf einen anderen Prallhang, entsteht ein Umlaufberg.
Foto vom Umlaufberg Beuel in Rossel
Die Sieg, Berge und Bäche in Rossel und Wilberhofen
Die Naturarena des Glazialen Zeitalters.
Vorgeschichte :
-320 Mio Jahre (vor 320 Millionen Jahren)
Durch Kollision von Laurussia, dem großen Nordkontinent, und Gondwana, dem großen Südkontinent, entsteht der globale Kontinent Pangäa (gr., pan – ganz, gesamt; gaia – Erde, Land; gesamtes Land).
Als Folge dieser Kollision kommt es zur Variszischen Gebirgsbildung. Das Rheinische Schiefergebirge wird aufgefaltet, verschiefert.
In der Folgezeit wird das alpenähnliche Gebirge größtenteils durch Erosion wieder abgetragen.
-10 bis -5 Mio Jahre (vor 5 bis 10 Millionen Jahren)
Die alte Landoberfläche in unserer Region muldet sich in O-W-Richtung ein.
Dieser sogenannte „Siegtrog“ liegt in einer Höhe von 260 – 280 m ü. NN. Er bildete zwischen den Höhenzügen Nutscheid (bis 378 m) im Norden und Leuscheid (bis 376 m) im Süden das ca. 6 km breite Tal der Ursieg. Es ist heute längst durch Erosion stark zerstört, besonders durch die Zerschneidung der in die Sieg entwässernden Bäche.
Die Entstehung der Flußterrassen.
Vom Talboden ausgehend werden elf Terrassen unterschieden und mit T1 bis T11 benannt.
T10 und T11 gibt es nur an der oberen Sieg östlich der Irsenbach-Verwerfung, im Windecker Ländchen nicht.

Zu den erhalten gebliebenen Terrassen T4 – T9
Im noch recht warmen Klima des Pliozäns (vor ca. 5,3 – 2,5 Mio Jahren) setzt allmählich die Zertalung des Sieggebietes ein.
Das Grundgebirge hebt sich, es entstand ein Gefälle, das Tiefenerosion ermöglicht.
-5,3 bis -4,4 Mio Jahre (Unterpliozän): Die T9 entsteht, sie ist die höchstgelegene Terrasse im zentralen Windecker Ländchen.
Eine ausgeprägte T9 – Terrasse ist südöstlich von Röcklingen erhalten geblieben (Türmchenseiche).

-4,4 bis -3,5 Mio Jahre (Mittelpliozän): Die T8 entsteht., 15 – 20 m unter der T9.
Eine kleine T8 liegt nordwestlich von Altwindeck / östlich des Elisenthales in Höhe des nördlichsten Wohnhauses.
-3,5 bis -2,5 Mio Jahre (Oberpliozän): Die T7 entsteht., 15 m unter der T8.
Eine T7 – Fläche liegt südöstlich von Röcklingen (Türmchenseiche).
Im anschließenden Pleistozän, dem Eiszeitalter gibt es sechs Kaltzeiten.
Diese prägten die Flussterrassen T6 bis T1.
-2,5 bis -2,3 Mio Jahre: Die Brüggen-Kaltzeit
Zu Beginn der Eiszeit (Frühglazial) kommt es durch Frostsprengung sowie mächtiger Abflussmengen zu starker Tiefenerosion der Sieg.
Zum Höhepunkt der Kaltzeit (Hochglazial) hin werden gewaltige Schottermengen abgelagert (Akkumulation bzw. Aufschotterung), da diese mangels Wasser nicht mehr transportiert werden können.
Durch die Einflüsse der Eiszeit wird das Tal der Sieg auf die Basis der T6-Terrasse (ca. 185 m ü. NN) eingetieft.
Auf dieser Basis, dem Fels des Devongrundgebirges, liegt eine 2 – 3 m mächtige Schotterschicht.
-1,6 Mio bis – 750 T Jahre: die Menap- und die Eburon-Kaltzeit
Zu Beginn kommt es wieder zu mächtigen Abflussmengen, diese räumen das Tal aus (Schotter der vorhergehenden Kaltzeit) und eine starke Tiefenerosion setzt ein.
An den Talrändern bleibt meist ein Teil des Schotters liegen, wenn die Abflussmenge bzw. die Randströmung nicht ausreicht.
Anschließend kommt es zur Akkumulation, wieder wird eine Schotterschicht von 2 – 3 m auf dem neu entstandenen Talboden, der Basis der T5-Terrasse, (ca. 170 m ü. NN) abgelagert.
Die T5 und T6 sind oft von Berg- bzw. Gehängelehm unterschiedlich mächtig überlagert, daher gehen sie an der Oberfläche meist mit schwacher Stufe ineinander über.
Die Terrassen in der Örtlichkeit:
- Wilhelmshöhe die Oberfläche des unteren Bereiches (T5) ca. 170 – 175 m ü. NN, des oberen Bereiches (T6) ca. 182 – 192 m ü. NN.

siehe Anlage 3 
siehe Anlage 4
- Klingelsberg unterer Bereich ca. 170 – 176 m ü. NN, oberer Bereich ca. 183 – 190 m ü. NN.

siehe Anlage 5
- Auf dem Pattscheid ca. 170 – 180 und 185 – 195 m ü. NN.

siehe Anlage 6
- Auf dem Großen Berg ca.170 – 180 und 188 – 195 m ü. NN.

siehe Anlage 8

siehe Anlage 7
- Auf dem Kleinen Berg ca. 168 – 176 und 185 – 195 m ü. NN.
-

siehe Anlage 10 
siehe Anlage 9
Nach der Entstehung der T5, kommt es bei tektonischen Verwerfungen zur Kippung des Geländes nach NO, gegen die Hauptabflussrichtung der Sieg.
Dies führt zu einer Gefälleverflachung mit der Folge einer starken Mäanderbildung bei der Eintiefung in die T5-Terrasse.
Die Terrassen T5 und T6 weisen im Gebiet der Umlaufberge kein Gefälle mehr auf.
Die Basis der Terrasse von T4 hat normales Gefälle parallel zur Aue.
Zwischen T4 und T5 liegt mit einem Höhenunterschied von bis zu 60 m die stärkste Stufe.
-400 bis -320 T Jahre: die Elster-Kaltzeit
Der gleiche Ablauf:
- grosse Abflussmengen
- Ausräumung des Tales, Reste bleiben am Rand liegen
- Tiefenerosion
- Aufschotterung
Die Basis der T4-Terrasse liegt bei durchschnittlich ca. 120 – ca. 122 m ü. NN, darüber 4 – 5 m Schotter.
Durch eine Lehmdecke unterschiedlicher Stärkeist die Oberfläche oft überhöht, auf ca. 124 – 132 m ü. NN.
Die Terrassen in der Örtlichkeit:
Ackerfläche im NO von Hoppengarten: Oberfläche von ca. 122 – ca. 133 m ü. NN.
Der Rosseler Umlaufberg: Basis T4 121 m ü. NN, Schotterschicht bis 124 m ü. NN ohne Lehmdecke.
Der Dattenfelder Umlaufberg: Basis T4 123 m, darüber ca. 7 m Schotter und 8 m Lehm = Gipfel 138 m ü. NN.

Eine T4 – Terrasse ist in Wilberhofen nördlich des Bahnhofes Dattenfeld, zwischen der Rochusstraße und der
Engbachsmühle erhalten geblieben. Die Oberfläche liegt auf ca. 124 – 133 m.
-280 bis -135 T Jahre: die Saale-Kaltzeit
Im Drenthe-Stadium (ca. -240 T Jahre) erfolgt die Eintiefung bis auf die Basis der T3-Terrasse auf 106 m ü. NN.
Darüber liegen ja ca. 2 m Schotter und Lehm.
-60 bis -20 T Jahre: Weichsel-Hochglazial
Durch erneute Eintiefung entsteht die T2-Terrasse, deren Oberfläche 3 – 6 m über der Talaue liegt. In unserem Bereich ist das T2-Tal weitgehend von der jungen Erosion ausgeräumt worden.
-12 bis -10 T Jahre: Weichsel-Spätglazial (evtl. noch jünger)
Die jüngste Eintiefung geht bis auf ca. 97 m ü. NN, das ist die Basis der T1-Terrasse.
Nach der jüngsten Eintiefung erfolgt im Bereich der Umlaufberge und -täler zwischen Rossel und Dreisel eine Aufschotterung von 7 – 8 m Mächtigkeit.
Über dieser erhalten gebliebenen Schotterschicht liegt Auenlehm in einer Stärke von 1 – 2 m.
In Höhe des Rosseler Umlaufberges liegt der Wasserspiegel der Sieg in einer Höhe von 103 ü. NN, der Grund auf ca. 102 m ü. NN.
Die Talauenhöhe beträgt 104 – 108 m ü. NN (1 -5 m über der Sieg), im Mittel 106.
Die Talfüllung hat im Mittel eine Mächtigkeit von 9 m (7 – 8 m Schotter und 1 – 2 m Auenlehm).
Die Basis von T1 ist somit auf ca. 97 m ü. NN.
Die Sieg fließt heute in einem ca. 5 m mächtigem Schotterbett, das der letzten Eiszeit entstammt.
Entstehung des Rosseler und des Dattenfelder Umlaufberges (Beuel)

siehe Anlage 1.2
Foto vom Umlaufberg Beuel in Rossel
Nach der Entstehung der T5, kommt es bei tektonischen Verwerfungen zur Kippung des Geländes nach NO, gegen die Hauptabflussrichtung der Sieg.
Dies führt zu einer Gefälleverflachung mit der Folge einer starken Mäanderbildung im T4-Tal bei der Eintiefung in die T5-Terrasse.
Der Rosseler und der Dattenfelder Mäander entstehen.
Vom heutigen Rosseler Umlaufberg „Beuel“ aus besteht noch ein Spornhals mit zwei sich annähernden Prallhängen nach Südosten zum Auenberg hin (in Richtung Auhütte).
-280 bis -135 T Jahre: die Saale-Kaltzeit
Im Drenthe-Stadium (ca. -240 T Jahre) erfolgt die Tiefenerosion des Rosseler und des Dattenfelder Mäanders bis auf die Basis der T3 in ca. 106 m bzw. ca. 111 m ü. NN.
Im Hochglazial kommt es zur Akkumulation und Überschotterung der Spornhälse mit T3-Schotter.
In einem untersuchten Profil parallel zur Bahnlinie durch den Gipfel des Rosseler Umlaufberges und des Umlauftales liegt die Basis der in der Saale-Kaltzeit entstandenen Terrasse in ca. 4m Tiefe, darüber 2 m Schotter und 2 m Lehm.
In dieser T3-Basis befindet sich in der Mitte des Umlauftales eine ca. 100 – 150 m breite und ca. 10 m tiefe Kerbe im Devonischen Grundgebirge.
Die Basis der T3 ist der jüngste Talboden im Umlauftal, sie liegt im SW-NO – Profil bei ca. 106 m, die Talaue (OK) des Umlauftales bei 110 m.
-115 bis -10 T Jahre: die Weichsel-Kaltzeit
Spätestens im Frühglazial bei der beginnenden Eintiefung der Sieg auf die T2-Basis werden beide Mäander abgeschnürt, der T3-Schotter bleibt in den Tälern liegen.Die Spornhälse sind durchbrochen, die Umlaufberge entstanden.
Die Sieg hat ihr heutiges Bett erreicht.
Der Dreiseler Umlaufberg

-1,6 Mio Jahre: Beginn der Eburon-Kaltzeit
Der Dreiseler Mäander existiert bereits, er entstand wahrscheinlich durch tektonischen Einfluss.
-400 bis -320 T Jahre: die Elster-Kaltzeit
Der Mäander wird auf die Basis der T4-Terrasse eingetieft, anschließend aufgeschottert.
Vom heutigen Umlaufberg aus besteht noch ein wahrscheinlich schon erniedrigter Spornhals nach Nordwesten zum Kolbenberg hin. Zwei sich annähernde Prallhänge lassen ihn immer schmaler werden.
Bei der Akkumulation der T4-Terrasse wird der Spornhals überschottert.
-280 bis -135 T Jahre: die Saale-Kaltzeit
Im Drenthe-Stadium (ca. -240 T Jahre) wird der Spornhals durchbrochen, der Mäander fällt trocken, er wird zum Umlauftal, es entsteht der Dreiseler Umlaufberg.
Die gefällsstarken Nebenbäche des toten Flussarmes schneiden sich ein, dabei wird der T4-Schotter zum Teil beseitigt.
Reste des umgelagerten Schotters werden am Ein- und Ausgang des Umlauftales abgelagert.
-115 bis -10 T Jahre: die Weichsel-Kaltzeit
Das Dreiseler Umlauftal wird von über 12 m mächtigen Hanglehmen verfüllt.
Am höchsten Punkt des Umlauftales im Südwesten befindet sich eine lokale Wasserscheide. Von der aus entwässert der Beuelsbach in der ehemaligen Laufrichtung der Sieg , der Helpensteller Bach in entgegengesetzter Richtung.
Das Umlauftal, der ca. 170 m tiefe Einschnitt der Sieg in die Fläche des „Siegtroges“ und der mächtigste Umlaufberg der Region, der das Tal um durchschnittlich 50 m überragt, bilden ein einzigartiges naturgeschichtliches Naturdenkmal – eine gigantische Naturarena des Pleistozän, des „Glazialen Zeitalters“.
Autor des Textes: Gerd Weiffen
Autor: Karl Ludwig Raab
Hauptquelle der fachlichen Fakten: Dr. Heinz-Josef Gramsch: .,Die Entwicklung des Siegtales im jüngsten Tertiär und im Quartär"
Die Sieg, Berge und Bäche in Rossel und Wilberhofen
Fotos von der Sieg
Die Sieg von der Quelle bis zur Mündung.
Foto von der Siegquelle im Siegerland
Die Sieg entspringt in Westfalen im (historischen) Siegerland im Südteil des Rothaargebirges. Die 2013 renaturierte Siegquelle liegt auf dem Ederkopf-Lahnkopf-Rücken rund 3,5 km nordöstlich von Walpersdorf, einem Stadtteil von Netphen, und etwa 575 m (jeweils Luftlinie) westlich von Großenbach, einem solchen von Bad Laasphe; etwa 350 m östlich der auf etwa 603 m ü. NHN liegenden Quelle verläuft die Grenze beider Städte. In Richtung Südosten steigt die bewaldete Landschaft zum etwa 400 m entfernten Gipfel einer 650,7 m hohen Erhebung im Flurstück Jägerhain an. Wenige Meter westlich der Siegquelle verläuft die Eisenstraße (Landesstraße 722; Lützel–Lahnhof), die 170 Straßenmeter weiter nordwestlich auf 596,2 m Höhe die L 719 (Großenbach–Walpersdorf) kreuzt. Keine 100 m östlich der Kreuzung liegt ein Parkplatz und etwa 1 km (Luftlinie) nordwestlich erhebt sich der Aukopf (644,9 m), an dessen Südwestfuß mit dem Ahornbach nicht nur einer der obersten Siegzuflüsse entspringt, sondern an dem sich auch die Wasserscheiden von Sieg, Lahn und Eder treffen. Direkt vorbei an der Siegquelle führt der Rothaarsteig.
Die Sieg im Bereich von Rossel und Wilberhofen.
Während der Eiszeit floss die Sieg vom Prallhang des Übersetziger Berges in einer großen Schleife am Umlaufberg Beuel auf der Wilberhofener Seite vorbei.
( in Richtung der heutigen K55 bis Ortsausgang Rossel nach Ruppichteroth ) .
Weiter floss die Sieg dann unterhalb der Wilhelmshöhe am Umlaufberg Beuel auf der Rosseler Seite zurück in ihr Flussbett nach Hoppengarten.
Den heutigen Durchbruch hinter dem Siegwehr in Wilberhofen verschaffte sich die Sieg im Laufe der späteren Jahre.
Zeichnung vom alten Siegverlauf
Begriffserklärung von Umlaufberg, Prallhang und Gleithang.
Als Prallhang bezeichnet man das kurvenäußere Ufer eines Flusses, das durch die hier stärkere Strömung abgetragen wird.
Das kurveninnere Ufer (im Strömungsschatten) wird als Gleithang bezeichnet; hier wird Material wegen der geringeren Strömung abgelagert. Die Begriffe werden in Zusammenhang mit der Mäanderbildung eines Flusses verwendet. Durch die Erosionsprozesse verlagern sich die Schlingen eines Flusses im Laufe der Zeit.
Trifft ein wandernder Prallhang rückseitig auf einen anderen Prallhang, entsteht ein Umlaufberg.
Zeichnung vom Umlaufberg in Rossel und Wilberhofen
Foto vom Umlaufberg Beuel in Rossel
Eiszeiten formten unsere Heimat
Bergbau und Verhüttung um Rossel und Wilberhofen
Die Berge um Rossel und Wilberhofen.
Video: Die Sieg, ihre Berge um Rossel und Wilberhofen
Foto von den Bergen und Bächen in Rossel (Namen siehe unten)
Foto von den Bergen und Bächen in Wilberhofen (Namen siehe unten)

Der Wittenberg

Der Ratzenberg, Tim-Online.nrw
Berge in Rossel
- Wittenberg (ist der Berg oberhalb vom Pattscheid bis Roth)
- Wilhelmshöhe
- Berg Siefen in Rossel
- Klingelsberg -Links-
- Eichstock
- Pattscheid
- Ratzenberg
Berge in Wilberhofen
Bäche in Rossel und Wilberhofen

Rothlandbach und Weihersbach
Bäche in Rossel
- Wäldchenssiefen
- Weihersbach
- Rothlandbach
- Reutersbach
- Pattscheidtbach (liegt oberhalb vom alten Wasserbassin in Rossel)
Bäche in Wilberhofen
- Reutersbach
- Selbach
- Ackererbach ( Reutersbach und Selbach fließen zusammen, unterhalb Bauernhof Happ )
- Engbach
Fluren und Flurnamen aus der Gemarkung Dattenfeld
Autor : Karl L. Raab
Zeichnungen: G. Weiffen
Fundort Sieg
Die blau geschliffenen Steine in der Sieg.
Die Kelten im Siegtal
Die Sieg, ist wie ein offenes Buch, doch nur wenige können in diesem Buch aus alter Zeit lesen. Wir, in der Redaktion, können es auch nicht, aber wir haben uns auf die Suche nach Menschen begeben, die schon vor uns neugierig geworden sind und es verstehen, den alten Bodensatz der Sieg zu deuten. Dabei interessierte uns: Woher kommen die blauen und grünen Steine im Flussbett?
Die vielen, eher kleinen, strahlend blauen Steine und die weniger häufigen, hellgrünen, oft glatt geschliffenen Steine sind auffallend häufig in der Sieg bei Dreisel zu finden. Wir sprachen mit Harald Patzke vom Silberbergwerk in Öttershagen und mit Werner Schmidt aus Dreisel, der seit vielen Jahren in der Umgebung auf der Suche nach Relikten aus der Vergangenheit ist und Kisten, voller Fundstücke, zusammengetragen hat. Sie konnten uns erklären, was es mit den Steinen auf sich hat, die als Restmaterial bei der Erzgewinnung oder der Glasherstellung anfallen.
Das die blauen und grünen Steine sich in der Sieg bei Dreisel konzentrieren, wird einen kaum verwundern, denn es gibt neben Vermutungen auch Fakten, die sich belegen lassen.
Rund um den kleinen Ort Dreisel sind immer wieder Siedlungsspuren aus verschiedenen Jahrtausenden, bis in die Zeit weit vor Christi Geburt, gefunden worden. So haben beispielsweise die Kelten in der Zeit um 100 v. Chr. vielfältige Spuren hinterlassen.
Die Fundorte alter Siedlungsplätze geben Auskunft über die damalige Lebensweise. Die Menschen bauten keine geschlossenen Siedlungen, sondern Höfe im Abstand von etwa 300 bis 400 Metern, umgeben von dem notwendigen Ackerland. Ihre Häuser aus Lehm und Holz standen immer in der Nähe des Wassers, an Quellen oder am Fluss. Das waren gleichzeitig die idealen Voraussetzungen zur Verhüttung der Erzvorkommen, deren Spuren man noch an vielen Plätzen in unserer Region finden kann, auch in Dreisel. Beim Hausbau mit Lehm, entstanden Gruben, die man mit Abfällen
wie Scherbenmaterial, Holzkohle und zerbrochenen Gefäßen auffüllte oder man nutzte sie als Schotter für die Wege.
Bis Ende des 12. Jahrhunderts wurden in unserer Gegend Rennfeueröfen benutzt, kleine Tonöfen, die in der Nähe von Siefen mit einer Quelle und Eisenerzvorkommen standen. Die Schlacken sind Restprodukte des Schmelzprozesses, beispielsweise von Eisenerz. Eisenerz enthält einen Eisenbestandteil von 25 – 60 Prozent. Das Erz wird bei 900 - 1100 Grad zu einer klumpigen Masse geschmolzen, dabei wird das Eisen von den Resterzbestandteilen wie Tonerde oder Quarz getrennt.
Das Erz und die Restminerale haben unterschiedliche Schmelzpunkte und eine andere Dichte.
Das schwerere Erz sinkt bei der Erhitzung nach unten, die leichten Reststoffe schwimmen oben.
Damit auch sie gebunden werden, werden Flussstoffe dazugegeben, z. B. Kalkstein. Bei diesen Temperaturen tritt bei dem Restmaterial (Schlacken) eine Verfärbung ein. Die Schlacken der Rennfeueröfen waren schwarz und grau. Der Nachteil der unmittelbar Stahl erzeugenden Öfen bestand darin, dass nur 60 Prozent des Eisens als Ausbeute aus den Steinen gelöst werden konnte.
Weiterhin musste aus dem Stahlklumpen restliche Schlacke ausgeschmiedet werden.
Dieses Wissen, lässt eine ziemlich genaue Datierung der blauen und grünen Steine zu, denn etwa ab dem 13. Jahrhundert benutzte man die Verwandten unserer heutigen Hochöfen, die Blasöfen.
Die mit höheren Temperaturen von 1200 bis 1600 Grad arbeitenden Eisen erschmelzenden Öfen produzierten, durch das bei diesen Temperaturen höhere Lösungsvermögen, farbige Schlacken.
Die Ausbeute lag bei ca. 90 Prozent Eisen. Blasöfen standen dort, wo es viel Wasser gab, entweder an Endläufen von Bächen oder direkt am Fluss. Das Wasser wurde auf ein Mühlrad geleitet, in Dreisel vermutlich in der Nähe der Straße „Am Eisenwoog“, um die Blasebälge anzutreiben.
Die Blasebälge transportierten mehr Luft in den Schmelzprozess, so dass höhere Temperaturen entstanden. Im Gegensatz zu den Rennfeueröfen wurde nicht nur die Schlacke, sondern auch das Eisen nun richtig geschmolzen. Die Schlacken aus den Blasöfen verfärbten sich blau durch die Eisenoxide und Sulfide, und grünen Steine erhielten ihre Farbe wahrscheinlich durch Mangan.
Doch Halt, wir sind mit unserer Spurensuche noch nicht am Ende. Werner Schmidt hat in seiner Sammlung viele Glasfunde, nicht nur Glasschlacken, sondern auch Glasscherben, Glasperlen,
Glasringe und uralte Glasknöpfe in Blau, zusammen getragen. Die Perlenfunde deuten auf die keltische Zeit. Wahrscheinlich fand die Perlenproduktion an den La Tène-Plätzen (Siedlungsplätze) statt.
Die Glasherstellung wurde seit der Antike als Geheimnis innerhalb bestimmter Familien gehütet und von Generation zu Generation weitergegeben. Will man also wissen, welche Art von Stein man in der Hand hält, muss man den Stein zertrümmern. Funkeln Glitzerpartikel, sind es Glasschlacken. Sieht der Stein aber innen genauso aus wie außen, handelt es sich um Erzschlacke.
1981 wurde oberhalb des Hauses von Werner Schmidt ein Siedlungsplatz mit alten Keramikbruchstücken vom Rheinischen Landesmuseum ausgegraben und auf die späte Eisenzeit 100 v. Chr. bis 50 n. Chr. datiert.
Die blauen und grünen Steine, ebenso wie Scherben und Perlen findet man überall, wo einst Bergbau war. Quellzuflüsse und die Sieg transportieren sie in unserer Region weiter.
Und nach jedem Hochwasser gibt die Sieg ein neues Kapitel der alten Geschichten frei, man muss sie nur lesen können.
Autor: Karl Ludwig Raab
Autorin des Textes: Sy. Schmidt
Die Hohe Straße, Heerstraße, Handelsweg, Landwehr und Grenze an der Sieg
Die Tenkterer
Im Süden von Eitorf, wo heute die Bundestraße 8 über die Höhen in den Westerwald ansteigt, ist die Wasserscheide zwischen Sieg, Hanfbach und Wied. Hier verläuft seit jeher ein alter Handels- und Wanderweg, ein Teil des vorrömischen Wegenetzes. Er zog sich über die einsamen Bergrücken und wurde von unwegsamen Waldgebieten flankiert. In seinem Verlauf vermied er die sumpfigen Talgründe. Später, als Heerstraße, führte er von Brügge über Köln nach Leipzig. Hier im rauhen, waldreichen Bergland siedelten ( etwa seit 600 v. Chr. ) schon Kelten und danach, mitunter auch gleichzeitig, Teile der Germanenstämme Ubier, Sugambrer, Tenkterer, Brukterer und Usipeter ( etwa ab 450 v. Chr. La-Tene Zeit ). Die Germanen wohnten in der Regel in Einzelgehöften. Wie neueste Forschungen belegen, entstanden in den Mittelgebirgen auch bereits Dörfer von bis zu 50 Häusern, in denen damals bis zu 900 Menschen wohnten.
Diese lebten hauptsächlich vom Ackerbau und der Viehhaltung. Daneben hatte die Jagd eine gewisse Bedeutung, denn sie lieferte Fleisch und Pelze. Die Pfostenhäuser waren aus Holzstämmen, Reisigflechtwerk und Lehm errichtete Ständerbauwerke von nur geringer Lebensdauer.
Tiere und Menschen lebten unter einem Dach. Anders als die großen östlichen und nördlichen Germanenstämme – wie etwa Kimbern, Teutonen, Goten und Langobarden – sind die Germanen der Mittelgebirge zwischen Main und Lippe nie zu den großen Wanderzügen nach Süden aufgebrochen.
Obwohl Halbnomaden, verließen sie ihre Wohnstätten in der Regel nur, wenn die Böden der Äcker erschöpft waren.
Die damaligen Bewohner unserer Heimat waren kriegerische Reiterstämme. Sie lagen nicht nur untereinander häufig im Streit; mehrmals setzten Gruppen zu Raubzügen über den Rhein in römisch besetztes Gebiet. So drang z.B. die Reiterei der Usipeter und Tenkterer ( ab 70 v. Chr. ) mehrmals in das Land links des Rheines vor. Auf kleinwüchsigen Pferden ( Schulterhöhe 1,2 bis 1,3 m ) gelangten sie dabei bis nach Nord-Belgien. Im Jahre 55 v. Chr. zogen sie wieder einmal über den Rhein, um mit den römischen Truppen zu kämpfen.
Nachdem die Römer die Strategie aufgegeben hatten, Germanien zu erobern, war der Rhein (ab 120 n. Chr. südlich von Rheinbrohl der Befestigungswall des Limes) endgültig die Grenze des Römischen Imperiums gegenüber dem freien Germanien. Um das Grenzland möglichst siedlungsfrei zu halten, stießen die römischen Legionäre immer wieder von ihren Kastellen und Brückenköpfen am rechten Rheinufer in dieses Gebiet vor. Dabei mussten sie die vorhandenen, zwar unbefestigten, jedoch ganzjährig passierbaren Höhenwege benutzen. (wie Heidenstraße, Nutscheid, Hohe Straße). Wo sie durchzogen, wurden Felder verwüstet und an die Häuser Feuer gelegt. Wer von der Bevölkerung nicht rechtzeitig in Wäldern und unzugängichen Siefen Zuflucht fand, wurde niedergemacht oder als Arbeitssklave weggeschleppt. Von dieser bewährten Strategie wurde nur dann abgewichen, wenn die Besiegten als Bundesgenossen oder Handelspartner gewonnen werden konnten.
Im Jahre 229 kamen über alte Heerstraßen (Nutscheid, Heidenstraße, Hohe Straße) von Osten her Germanenscharen gezogen. Im Bereich der Siegmündung trafen sie auf den Rhein. Vor Bonn kam es damals zur Schlacht, in der die Römer siegreich blieben. Dieser Vorstoß der rechtsrheinischen Germanen hatte jedoch keinerlei Veränderungen in der Besiedlungsdichte unserer Heimat zur Folge.
Ab dem 5. Jahrh. zogen vom Rhein her fränkische Bauern in unsere Heimat und haben wohl auch hier in Eitorf, Windeck und auf den umliegenden Höhen fruchtbare Böden in Besitz genommen und hier ihre Wohnungen gebaut. Durch mehrere Besiedlungsschübe, die bis in die Zeit Karl Martell (8 Jahrh.) andauerten, sollte ein weiteres Vordringen der Sachsen in das immer noch verhältnismäßig siedlungsarme Gebiet verhindert werden. Diese volkreiche Vereinigung der nordwestlichen Germanenstämme war damals von Norden her vereinzelt schon über die Sieg bis in den unteren Westerwald vorgedrungen und somit auch in unsere Heimat. Eine Reihe unserer heutigen Gewässer und Ortsnamen weisen auf eine sächsische Besiedlung hin. Schon ab dem Ende des 5 Jahrh. zählte unser Gebiet zum Einflussbereich der ripuarischen Franken. Im Jahre 509 wurde dann "das Land Ripuaria" mit seiner Hauptstadt Köln Teil des Reiches von König Chlodwig, der aus der salisch fränkischen Merowinger Dynastie hervor ging, den ripuarischen König Sigibert hatte er durch dessen Sohn Chloderich ermorden lassen.
Den fränkischen Siedlern folgten etwa dem 8 Jahrh. christliche Missionare, und das besonders zur Zeit Karls des Großen. Bis dahin hatten unsere Vorfahren noch in Eichenhainen auf den umliegenden Höhen den alten Göttern geopfert. Die Missionierung unserer Heimat ging vom Bonner Cassiusstift aus.
Um diese Zeit hatten auch die Benediktinerinnen des Stifts Vilich, Ländereien und verbriefte Rechte in Eitorf, Kaiser Konrad II. bestätigte 1144 in einer Urkunde dem Stift Vilich einen Besitz, den sie schon im Jahr 978 "in villa eidtorph" hatten (Villa Eitorf).
Als St. Bonifatius im Land der Chatten und Thüringer (720-735) missionierte, führte sein Weg vom Rhein über die alten Höhenwege. Er hat auf dieser Missionsreise mehrere Michaelis-Kirchen geweiht. Der streitbare Engel mit dem Schwert war ein Schutzpatron so recht im Sinne der eben bekehrten Germanen.
Heerweg
Auf dem Nutscheid-Höhenzug zwischen Sieg und Bröl fanden sich aus früheren Jahrhunderten hier noch die Reste eines alten Heerweges, der sogenannten "Römer- oder Schneppestraße". Die alte "Römerstraße" hat sich jedoch als falsche Bezeichnung eingebürgert.
Der alte Heerweg ist oft 12m breit und weist bis zu 5 Fahrbahnen auf. Durch stille Wälder und über einsame Höhen zieht sich "die alte hole Straiß" wie sie auf der Mercator-Karte genannt wird, weiter über Altenherfen, Waldbröl bis ins Siegerland. Auf einer alten Karte von 1644 wird sie "die Nöthscheider Straß, so nach Bonn führet" genannt.
Damals (1607) kontrollierten hier Zöllner und Bewaffnete den Verkehr auf einer der wenigen Handelsstrassen, die durch das Bergland von Nord nach Süd führten. Die Durchgänge waren mit Schlagbäumen gesperrt. Diese historische Straße kam weit von Norden über Ruppichteroth, kreuzte dann die Nutscheid Straße und querte die Sieg durch eine Furt oberhalb von Eitorf.
Auf der Mercator-Karte aus dem Jahre 1575 ist der Höhenzug noch unter dem Namen "Noitscheid" und im Siegburger Vertrag vom 12. Juni 1604 unter dem Namen "Noitscheid" verzeichnet. Erstmalig wird die Nutscheid im Jahre 1464 genannt. Die erste Silbe ("Not", des alten Namens) muß man wohl bei dem Versuch einer Namensdeutung zugrunde liegen.
Die alten bergischen Wege von größerer Ausdehnung waren im Prinzip Höhenstraßen, d.h. ihr Lauf folgte zum größten Teil den Wasserscheiden. Dafür waren bestimmt keine strategischen Gesichtspunkte maßgebend gewesen, sondern man ließ sich hierbei nur vom Zwange der Natur leiten. Die Täler waren nicht nur versumpft, sondern auch meist so eng und die Abhänge so steil, daß eine Fortbewegung mit Lasten oder bespannten Wagen nahezu unmöglich war. Nur dann, wenn es sich nicht zu umgehen war, stieg man in die Täler hinab, um sie gleich auf dem kürztestem Wege wieder zu verlassen. Doch möchte ich davor warnen, nun jeden Höhenweg als alt anzusehen. Es gibt gerade im Bergischen Land viele Höhenstraßen, die erst nach dem Mittelalter angelegt worden sind. Die alten Straßen sind ja keine Straßen im heutigen Sinne, sind auch keine Römerstraßen, die man an ihrem Unterbau erkennen kann, sondern durch häufiges Begehen entstanden sind, wie etwa ein schmaler Fußpfad durch eine Wiese.
Diese alten Wege, deren eine Anzahl in und an unserem Heimatraume vorbeiziehen, waren die ersten "Schlagadern" des Handels und Kultur.
Bis 1604 ging über den Kamm der Nutscheids die Grenze zwischen dem Herzogtum Berg und der Herrschaft Homburg. Auch die Konfessionen scheiden sich hier: Das Waldbröler Gebiet ist fast evangelisch, das Dattenfelder katholisch. Das Nutscheid ist auch Sprachscheide. Nördlich sagt man "koochen, stoochen und äßen", an der Sieg kauchen, stauchen, und eißen". Selbst der Geologe findet etwas Trennendes: Nach Nord Mitteldevon, im Süden Unterdevon. Der Laie kann schon den Unterschied feststellen, zur Sieg hin steile Abhänge, die Ruine Windeck z.B. liegt an einem solchen Abhang; zur Bröl hin flache Hänge, die vielfach landwirtschaftlich genutzt werden.
Für unseren Berichtsraum seien sie nur erwähnt: die Schneppe- oder Nutscheidstraße, der Kalk- oder Polizeiweg und die Eisenstraße.
(Der Kalk- oder Polizeiweg führte von Leuscheid über den Eichstumpf in der Nähe von Herchen durch die Sieg nach Schöneberg. Er bekam seinen Namen von den vielen Kalkfuhrleuten, die dieses damals "einmalige" Düngemittel (Guano aus dem Vogeldünger gabe es damals noch nicht) im nahen Bröltal ins Leuscheider-Land karrten ).
Der Galgenberg
Der Name Nutscheid hat sich für den einsamen Höhenzug nur in dem Gebiet zwischen Waldbröl und Ruppichteroth eingebürgert. Seine markantesten Höhenpunkte sind das "Hohe Wäldchen" (378,1 m) und der Galgenberg (356,1 m). Letztgenannter hat, wie sein Name schon sagt eine bedeutende geschichtliche Vergangenheit.

Foto: Gerichtseiche am Galgenberg in der Nutscheid
Am Sitz des Hochgerichtes stand der Galgen (Hangbaum), an den sich noch zahlreiche Orts- und Flurnamen erinnern. Mancherorts hieß der Galgen auch Schlucht, Schluacht oder Schloch (=dünnes Holz, Galgen). Der arme Schlucker war der Sünder, der den Weg zum Schluacht antreten mußte.
Hierauf will man den Namen Schladern an der Sieg zurückführen. Das Gehege, die Schranke mit dem Galgen nannte man auch Reck, Rech oder Rechen (zum recken, verrecken der Glieder). In früherer Zeit wurde der Haken am Galgen Ben (Beng, Benk) genannt. Der Bengel ist ein Galgenstrick.
Nachdem wir nun den Galgen und seine wechselvolle Geschichte verlassen haben, wollen wir uns noch einigen anderen fast vergessenen Dingen des Nutscheids zuwenden. An einer der vielen Querverbindungsstraßen (Siegburg-Bröltal) finden wir oberhalb des Ortes Rossel auf der Höhe (256,6m ) tief im Gehölz verborgen ein für hiesige Gegebenheiten seltenes Naturdenkmal - einen sogenannten Härtling. Es handelt sich hier um Erhebungen widerstandsfähiger Gesteine über ihre schneller abgetragene und verwitterte Umgebung. Schon mancher unkundige Spaziergänger hielt ihn für einen Meteor - einen himmlischen Boten und versuchten, sich ein gewichtiges Andenken abzuschlagen um einen stark eisenhaltigen Brocken seiner Sammlung einzuverleiben. Nach neuesten Kenntnissen handelt es sich um einen Steinringkreis, eine Opferstätte aus vorkeltischer Zeit.

Foto: Der Härtling im Mischwald zu Rossel
Rennfeueröfen
Noch eine weitere Besonderheit möge hier kurz erwähnt werden: Auf der Merkator Karte (1575) führt eine Straße von Au zur Nutscheidstraße. Dort, wo sie zusammentreffen heißt es "Am Renfelde". Noch heute heißt die Straße im Volksmund Eisenstraße, wegen der vielen Schürflöcher, wo man den Brauneisenstein abbaute. Der vorgenannte Flurnamen erinnert uns an die mittelalterliche Eisenverhütung in unseren Heimatbergen, sind doch gerade auch im Nutscheidgebiet noch zahlreiche Überreste ehemaliger Rennfeueröfen zu finden. Besonders an den vielen kleinen Bachläufen kann der kundige Wanderer noch manche Schlackenhalden im Gebüsch ausfindig machen. Der reiche Waldbestand förderte die Gründung solcher Waldschmieden; denn die Holzkohle führte damals zum Raubbau an unseren Wäldern. Dem Verfasser ist es gelungen 15 solcher Verhüttungsplätze und 2 Rennfeueröfen im engeren Heimatbereich zu entdecken.
Mannlöcher
Weitere interessante Überbleibsel aus vergangenen Zeiten sind die sogenannten Mannlöcher, die aber im Gegensatz zu den Meilerplätzen nur noch selten zu finden sind, da sie im Laufe der Zeit zerfielen und von der Natur eingeebnet wurden. Die damaligen Holzfäller wälzten den gefällten Baumstamm über eine ausgehobene Grube, um ihn an Ort und Stelle in Balken und Bohlen zu zersägen. Der Transport des schweren Stammholzes war damals ungleich schwieriger als heute. So mußte ein Mann in der Grube und der zweite Mann auf dem Stamm stehend die lange Spaltsäge ("Spaalsäj") betätigen. Diese anstrengende Arbeit wurde allerorts verrichtet, da in damaliger Zeit fast alle Häuser auf dem Lande im Fachwerkstil und in Nachbarschaftshilfe errichtet wurden.
Schwedenschanzen - Landwehre
Aber auch noch bedeutsame geschichtliche Relikte finden wir in den schweigsamen Tälern und den bewaldeten Hängen: die Schwedenschanzen oder Landwehre mit ihren Gräben und Wällen. Sie wurden in früheren Zeiten zum Schutz des Landes und der Bewohner an besonders gefährdeten Stellen und wichtigen Verbindungswegen (oft mit Schlagbäumen) angelegt. Die meisten Landwehre dürften - wie eingehende Forschungen ergeben haben, im 14. und 15. Jahrh. zur Zeit des Fehdewesens und des Faustrechts entstanden sein. Bereits 1509 und 1512 wird in den bergischen Grenzbegehungsberichten eine Landwehr bei Denklingen und in der Windecker Rentmeisterrechnung von 1771/72 eine Landhecke erwähnt. Durch die fortschreitende Urbarmachung und Besiedlung des Landes sind sie heute zum größten Teil eingeebnet. Durch Zufall ist es dem Verfasser gelungen, eine ältere Urkunde im Fürstlich Wiedischen Archiv zu Neuwied zu entdecken, diese stammt aus dem Jahre 1486 beschreibt dem Grenzverlauf zwischen Höhnrath und Hahnenbach. Die alten Orts- und Flurnamen (wie Hecke, Schlag, Gebück) verraten uns oft noch heute die ehemalige Lage und den Verlauf einer Landwehr, wenn auch im Gelände nichts mehr zu sehen ist.
Weitere solcher Anlagen finden und fanden wir bei Oberrieferath und bei Roth ( Rossel), doch diese wurde bereits durch den neuen Straßenbau Wilberhofen - Ruppichteroth vernichtet.

Foto: Das bereits vernichtete Landwehr bei Roth (Rossel) im Neuschnee
Quellenverzeichnis:
Unser Nutscheid, Emil Hundhausen ,
Hans Deutsch, Die Schlacht bei Kircheib
Die Kelten an der Sieg
Einleitung:
Die Neandertaler waren in der Altsteinzeit, hatten Jagdlagerauf den Bergspornen des Siegtales und dort Feuersteinabschläge und sogar ein Steinbeil hinterlassen. Den neusteinzeitlichen Megalithenbauern sind am
Kaltbachberg rituelle Steinsetzungen gelungen. Um 50. v. Chr. drangen die Römer in das Gebiet vor, trieben Handel u.a. wegen des Eisenerzes, von der mittleren bis oberen Sieg. Nach ihnen kamen um die Jahrhundertwende verschiedene Germanenstämme in die Region, vermischten sich mit den Kelten und . un und gingen im Sammelvolk der Franken Merowingerkönig Clodwig war. Er war ein Sugamber von der Sieg.
Fundort Siegtal
Das Siegtal wurde von vielen Historikern als Grenze zwischen germanischer und keltischer Besiedelung gesehen.
Von einigen wurde es aber auch bestritten, dass die Kelten bis an die Sieg gekommen sind. Das lag zum einen daran, dass die lateinischen Schriftsteller, allen voran Caesar in seinem Buch „De Bello Gallico" (Vom gallischen Krieg), nur die Gallier, also die in Frankreich lebenden Kelten als Kelten, bzw. Gallier bezeichneten und die wilden Stämme links und rechts des Rheines pauschal als Germanen, zum anderen liegt es an der pangermanischen Ideologie des Kaiserreiches und des Dritten Reiches, die eine angeblich minderwertige Rasse, als welche die Kelten angesehen wurde, nicht in Preußen dulden wollte.
Tatsache ist aber, dass sowohl die Germanen, als auch die Kelten und die Slaven, die gemeinsam Mitteleuropa in der Bronze- und Eisenzeit besiedelten, nicht Rassen, geschweige denn minderwertig waren, sondern gleichwertige Volksstämme, die vermutlich aus einer Wurzel, den Urnenfelderleuten und den Bandkeramikern von der Schwarzmeerregion stammten und die sich nach unterschiedlichen Wanderungen über tausend Jahre mit diversifizierten Kulturentwicklungen, Sprachen und Religionen in Mitteleuropa wieder trafen. Die verbreitete Annahme, dass die Kelten über keine Schrift verfügten, ist übrigens nicht richtig. Ihre Druiden und Herrscher verfügten schon über Schriftzeichen, sog. Keltenrunen, die der griechischen Schrift verwandt waren, aber nur zu kultischen und herrschaftlichen Zwecken, und das sehr selten, verwendet wurden (s.a. die Fotos von den keltischen Silberstatern im Anhang).
Tatsache ist auch, dass sich in den letzten 50 Jahren die archäologischen Funde von keltischen Siedlungen im nördlichen Westerwald bis an die Sieg deutlich vermehrt haben. Neben den größeren keltischen Sieglungen (Oppida) wurden im südlichen wie auch im nördlichen Siegtalbereich eine Reihe von Latenezeit Ringwallburgen gefunden und teilweise untersucht, die keltischen und keltisch-germanischen Mischstämmen zuzuordnen sind:
- die Alte Burg bei Windeck-Alsen, auch Ringwälle bei Stromberg genannt
- die Wallburg auf dem Beuel bei Dreisel mit Latenezeitsiedlung im Scheffenhof
Die Keltenstämme, die die rechtsrheinischen Gebiete des Westerwaldes Siegtales und Siegerlandes in der Eisenzeit, (Hallstattzeit und Latenezeit) besiedelten, kamen aus dem Süden vom Main als Helvetier, Helvier
(Helverstell=Helpenstell), aus dem Osten von Glauberg in der Wetterau, Dünsberg bei Gießen, dem Heunstein bei Dillenburg als Volker und Ubier, die Caesar als Germanen ansah und später nach linksrheinisch zwangsumsiedelte, aus dem Südwesten von der Mosel als Treverer, aus dem Westen, der Eifel und dem Marnetal als Belger und Eburonen, die sich in der Latenezeit alle fleißig mit den Germanen vermischten, vor allem den Sugambrern, Chatten, Brukterern, Tenkterern, Usipetern, die von Norden zur Sieg gezogen waren.
Die keltischen Stämme hatten in der frühen Eisenzeit vor den Germanen das Gebiet an der Sieg, den Westerwald und das Siegerland erreicht, weil sie begabte Techniker und Handwerker waren und aus Kleinasien und den Mittelmeerländern die Eisenerzförderung, -Verhüttung und —Verarbeitung mitbrachten. Somit suchten sie auch gezielt nach Erzen und wurden an der Sieg vor den Germanen fündig.
Die Ringwallburgen aus der Latenezeit.
1. Burg Beuel bei Dreisel samt der dazugehörigen Latenezeitsiedlung oberhalb des Eisenwoogs am Scheffenhof
2. Alte Burg bei Alsen.
3. Das Regenbogenschüsselchen von Schladern-Stein und jetzt die Münzfunde durch die LVR-Grabung von 2019 in den Ringwällen von Alsen.
Inzwischen wurde durch eine Probegrabung des LVR im Jahr 2019 der bisherige und noch vorhandene Text der Info-Tafel an den Ringwällen von Alsen falsifiziert. Bei dieser Grabung wurden nämlich ca. 20 keltische Münzen aus verschiedenen Stammesgebieten gefunden, die zeigen, dass die Ringwallburg Alsen ein wichtiger Handelsplatz von Eisenprodukten in der Hallstatt und Latenezeit gewesen ist.
(LVR – Amt für Boden- und Denkmalpflege – Fund des Monats Oktober)
„Die Alte Burg bei Alsen (nördlicher Ringwall) — Frühe Form der Verteidigung"
Laut Abschlussbericht von der LVR-Untersuchung der Alsener Ringwälle, ist die Alte Burg eindeutig eisenzeitlich.
Dazu jetzt noch die Meinung des Vorsitzenden der UHUs (Verein für unabhängige historischeUntersuchungen), auf der Homepage des Ortes Alsen zur Herkunft der Alten Burg: "Fundgut, das eine eindeutige Datierung ermöglichen würde, liegt bislang nicht vor (oder ist durch Raubgräber eingesammelt worden). Deshalb lässt sich derzeit eine Datierung nur aufgrund eines Vergleichs mit der Topographie anderer wissenschaftlich datierter Anlagen vornehmen.
Danach gehört der nördliche Ringwall (Alte Burg) sicherlich in die Eisenzeit, während die südliche Anlage (Neuburg) höchstwahrscheinlich ins frühe Mittelalter einzuordnen ist.
Der nördliche Ringwall diente u.a. in Notzeiten als Fliehburg, er war Mittelpunkt eines Stammesgebietes, vermutlich auch Kult- und Richtstätte und bot dem in der Nähe betriebenen Bergbau Schutz (Funde von Schlacken und Schmelzofenresten innerhalb der Ringwälle, Stollen im Burgsiefen). Letzteres ist für viele untersuchte Ringwälle belegt.
Geht man von der Richtigkeit der Einordnung des nördlichen Ringwalles aus, so ist eine starke Ähnlichkeit mit zeitgleichen Ringwällen im Westerwald, am Mittelrhein, in der Eifel und im Hunsrück augenfällig.
Die keltische Bauart ist unstrittig. Derzeit wird auch diskutiert, ob nicht im Siegtal in der Eisenzeit an Stelle der germanischen Sugambrer die keltisierten Ubier bis zur Umsiedlung ins Linksrheinische lebten."
Und schließlich noch meine eigenen Argumente (Frieder Döring) und Beobachtungen, die für die keltische und vorgermanische Besiedlung des Siegtales in der Eisenzeit (Hallstatt- und Latenezeit) von 800 vor bis zur Zeitenwende sprechen:
1. Die übrigen Latenezeit-Ringwälle in der Nähe: Rennenburg, Burg Bohlenbach, Wallburg Dreisel
2. Die Latenezeit-Siedlung im Scheffenhof oberhalb des Eisenwoog in Dreisel, die 1980 ausgegraben wurde
(von Prof. S. Wirth, zus. mit Dr. M. Gechter und Dr. M. Resch, LVR, in Bonner Jahrbuch 187, 1987)
3. Das Regenbogenschüsselchen von Schladern-Stein
4. Der Latenezeit-Bergbau im Selbachtal, um Marienthal bei Hamm und im Eipbachtal bei Kircheib
5. Der Flussname Sieg, der mit hoher Wahrscheinlichkeit von der keltischen Flussgöttin Sigunna abstammt.
6. In allen archäologischen Untersuchungen tauchen aber immer wieder die Kombinationen keltischgermanisch und keltisierte oder germanisierte Stämme usw. auf.
7. Und seit 2019 die LVR Grabung mit keltischen Münzfunden an der Alten Burg Alsen.
Und das lässt darauf schließen, dass es in der Eisenzeit und besonders in der Latenezeit zunächst kulturelle (durch Erzverarbeitung), später sogar biologische Vermischungen von keltischen und germanischen Stämmen gab.
Die Ubier wurden als vermutlich germanisierte keltische Erbauer der Ringwallburg Dünsberg bei Gießen ausgemacht, später von Cäsar als angeblich germanischer Stamm in die Gebiete der von ihm vertriebenen und teilweise ausgerotteten keltischen Eburonen, die er auch als Germanen bezeichnete, übersiedelt. Die ursprünglich germanischen Sugambrer sind nachweislich den Eburonen gegen Cäsar zu Hilfe gekommen, wurden mit den fliehenden Eburonen von der linken Rheinseite auf die rechte zurückgetrieben und dann von den Römern durch den Ponton-Brückenbau und das Römerkastell Gensem bei Schwarzrheindorf weiterverfolgt über den Niedergermanischen Limes bis in den Westerwald.
Nach all dem ist es ziemlich sicher, dass in der frühen Eisenzeit zunächst keltische Stämme wie die Ubier, die Helvier, die Treverer, die Belger und die Eburonen das Siegtal besiedelten, sich in der Latenezeit und besonders im letzten Jahrhundert v. Chr. mit den von Norden kommenden Germanen zusammentaten und mischten, da sie einen gemeinsamen Feind hatten, die Römer. Und nach der Zeitenwende war die Durchmischung so innig geworden, dass die Kelten darin aufgegangen sind und sich auch lieber als Germanen bezeichnen ließen, weil diese gegen Varus 09 erfolgreich waren, während die Kelten Galliens und der Eifel alle unterworfen worden waren.
Die o.g. Vergleiche und Analogieschlüsse lassen kaum eine andere Interpretation zu, als dass die Ringwälle an der mittleren und oberen Sieg von Kelten erbaut wurden und um die Zeitenwende
von keltisch-germanischen Mischstämmen besiedelt waren, vorwiegend zur Sicherung des Erzabbaus und der Eisenverarbeitung an der Sieg und ihren Nebenflüssen.
Literaturverzeichnis: u.a.:
Auszug aus dem Bericht: Die Kelten an der Sieg von Dr. Frieder Döring
Ernst Jung: „Sie bezwangen Rom" (Mit Hinweisen auf. Den niederrheinischen Limes, den Glacis, die
Ubier als Keltenstamm.)
Mirko Jelusich „Caesar"
Geo Epoche „Die Kelten"
Willi Kremer „Erlebnis Heimat"
UHUs (Verein für unabhängige historische Untersuchungen)
Prof. S. Wirth, Dr. M. Gechter und Dr. M. Resch, LVR, in Bonner Jahrbuch 187, 1987)









